Olympia 2026: Sonnekalb verpasst Medaille – Nagelsmann-Spruch als Trost | ABC-Z

Finn Sonnekalb war die große deutsche Hoffnung im Eisschnelllauf bei den Olympischen Spielen. Am Ende aber blieb der Youngster geschwächt von einer Krankheit hinter den Erwartungen zurück. Von den Medaillen war er weit entfernt. Doch er richtet den Blick nach vorne und bedient sich bei seiner Kampfansage beim Fußball-Bundestrainer.
Als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft 2024 bei der Heim-EM unglücklich im Viertelfinale ausschied, flüchtete sich Bundestrainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz in Galgenhumor. “Dass man zwei Jahre warten muss, bis man Weltmeister wird, tut weh”, sagte er vor der versammelten Presse und sorgte damit für Schlagzeilen.
Es ist nicht klar, ob Finn Sonnekalb genau daran dachte, als er nach seinem enttäuschenden Abschneiden im 1.500-Meter-Rennen bei den Winterspielen vor das Sportschau-Mikrofon trat. Doch der deutsche Eisschnellläufer beendete das Interview im fast gleichen Wortlaut: “Es tut auf jeden Fall weh, dass man jetzt noch mal vier Jahre warten muss, bis man Olympiasieger wird.” Da kehrte auch das Lachen zurück ins Gesicht des deutschen Shootingstars.
Zhongyan schockt Sonnekalb und die Konkurrenz
Zuvor hatte der 18 Jahre alte Thüringer die erhoffte Medaille deutlich verpasst. Er wurde mit einer Zeit von 1:45,64 Minuten nur 13. und verpasste seine persönliche Bestzeit um mehr als vier Sekunden. Der Olympiasieg ging an Ning Zhongyan aus China, der mit olympischem Rekord zu Gold flitzte. Dahinter holte US-Superstar Jordan Stolz Silber, Bronze ging an Kjeld Nuis aus den Niederlanden.
Sonnekalb zollte seinen Konkurrenten Respekt und lobte anschließend die starken Leistungen: “Dass er [Zhongyan, Anm. der Red.] so ein Ding abzieht, hätte vermutlich keiner gedacht.”
Der Tank bei Sonnekalb ist leer
Im 1.000-Meter-Rennen acht Tage zuvor hatte Sonnekalb wegen einer viralen Infektion noch nicht sein volles Leistungsvermögen abrufen können und war nur Zwölfter geworden. Zwischen den beiden Wettkämpfen schaffte er es laut eigener Aussage aber, zu regenerieren. Fünf Tage vor den 1.500-Metern konnte er seine Abläufe wie gewohnt aufnehmen. Auch mental fühlte er sich sehr stabil.
Doch es kam anders. Im Lauf vor Sonnekalbs Duell mit dem Norweger Sander Eitrem stellte Zhongyan in 1:41,98 Minuten den neuen Olympia-Rekord auf. Zwar hatte die DSV-Hoffnung diese Zeit in der laufenden Saison bereits deutlich unterboten, aber es fehlte schlicht die Frische.
Zhongyan Ning feiert seinen Olympiasieg mit seinem Trainer
Schon während des Rennens realisierte er an den Zwischenzeiten, dass heute nichts drin sein würde. “Ich habe gedrückt, gedrückt, gedrückt, aber es kam halt nichts an. Dann tut man sich auch schwer. Dann bin ich festgegangen. Da war einfach nichts mehr im Tank.”
Woran hat es gelegen?
Nach dem Rennen hatte Sonnekalb lange Zeit gebraucht, bis er vor die Kameras trat. Die Zeit nutzte er, um mit seinem Trainer zu telefonieren und den Wettkampf auszuwerten. Am Anfang sei er ganz gut in die 1.500 Meter gestartet. Dann aber ging nicht mehr viel. “Im Training habe ich die Kraft immer, aber im Wettkampf dann nicht”, sagte er sichtlich enttäuscht.
Aber woran genau hat es denn nun gelegen? Das konnte Sonnekalb nicht erklären und suchte nach möglichen Ursachen. Die lange Saison. Auch die Krankheit, die er sich vor den Winterspielen eingefangen hatte, spielte noch eine große Rolle: “Bei 100 Prozent bin ich noch nicht gewesen.”
Doch sein Blick geht voraus. Mit seinen 18 Jahren hat Sonnekalb noch viele Jahre auf höchstem Niveau vor sich. Auch Jordan Stolz, der bei diesen Spielen zwei Mal Gold und nun einmal Silber gewonnen hat, lieferte bei seinen ersten Winterspielen noch nicht ab. Das einzig Ärgerliche ist, dass es nun vier Jahre dauert bis zur nächsten Chance.





















