Olympia 2026: DOSB-Vorstandschef wehrt sich gegen harte Kritik an der Olympiabilanz | ABC-Z

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat kein Verständnis für Teile der Kritik am Abschneiden der deutschen Athletinnen und Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Italien. “Es ist keine Katastrophe, wie manche Couchsportler immer sehr gerne sagen”, sagte DOSB-Vorstandschef Otto Fricke dem Bayerischen Rundfunk. “Aber es ist auch keine Glanzleistung”, räumte er zugleich ein.
Bei den am Sonntag zu Ende gegangenen Spielen in Mailand und Cortina kam Deutschland mit acht Goldmedaillen auf den fünften Platz. 2022 hatten die deutschen Olympioniken noch mit zwölfmal Gold den zweiten Platz erringen können. Zusammen mit zehn Silber- und acht Bronzemedaillen errangen die deutschen Sportlerinnen und Sportler insgesamt 26 Medaillen und damit nur eine weniger als vor vier Jahren.
“Vier ist das neue Platin”
Fricke verwies zudem auf 14 Wettkämpfe, in denen deutsche Sportlerinnen und Sportler mit dem jeweils vierten Platz knapp eine Medaille verpasst haben. Keine andere Mannschaft war bei den Spielen so häufig viertplatziert. “Ich persönlich sage immer, vier ist das neue Platin, weil das ist Weltspitze”, sagte Fricke. Ein vierter Platz sei “frustrierend für den Athleten (…), aber wir müssen hier als Gesellschaft anders damit umgehen.”
Bereits am Sonntag hatte DOSB-Präsident Thomas Weikert das deutsche Ergebnis als “sehr gute Bilanz” bezeichnet. Athletinnen und Athleten haben hingegen Reformen gefordert: “Die Diskussion über das Abschneiden im Medaillenspiegel hat erneut die Defizite der Spitzensportförderung offengelegt”, teilte der unabhängige Verein Athleten Deutschland mit. Gemeint seien Probleme wie “zersplitterte Zuständigkeiten, steigende Kosten, Nachwuchsmangel sowie hohe Eigenbeteiligungen in einigen Sportarten”. Der frühere Weltklasse-Skiläufer Felix Neureuther hatte in der ARD den Zustand des deutschen Leistungssports angesichts der Olympiabilanz als “alarmierend” bezeichnet.
Norwegen vor USA und Niederlanden
Deutschland war nicht nur bei den Olympischen Spielen 2022, sondern auch 2018 in Südkorea auf dem Platz des Medaillenspiegels. Das Ergebnis von Italien ist somit das schlechteste seit den Spielen in Sotschi 2014, wo Deutschland mit damals neunmal Gold und 19 Medaillen insgesamt ebenfalls auf Platz fünf gekommen war.
Auf dem ersten Platz im Medaillenspiegel von Winterspielen waren die deutschen Olympioniken zuletzt 2006 in Turin. Als Ziel für die Spiele in Italien 2026 galt der dritte Platz. Dieser ging jedoch an die Niederlande (zehn Goldmedaillen, 20 insgesamt) hinter den USA (12/33) und Norwegen (18/41).





















