Wirtschaft

Ölpreise ziehen stark an: Wall Street wechselt wieder in den Sorgenmodus | ABC-Z

Ölpreise ziehen stark anWall Street wechselt wieder in den Sorgenmodus

05.03.2026, 22:49 Uhr

Angespannte Stimmung bei den US-Anlegern. (Foto: AP)

Die Geopolitik hält die US-Börsen fest im Griff. Hoffnungen auf ein schnelles Kriegsende im Iran verflüchtigen sich, der Ölpreis erreicht ein neues Jahreshoch. Die Konjunkturdaten geraten dabei aus dem Blick.

Nach der Erholungsbewegung zur Wochenmitte ging es an der Wall Street wieder nach unten. Die Stimmung ist fragil angesichts der Unwägbarkeiten im Nahost-Konflikt. Hoffnungen, dass die militärische Eskalation möglicherweise doch von kürzerer Dauer sein könnte, ebbten wieder ab. Die US-Botschaft in Kuwait wurde geschlossen. Am Vortag war aus Geheimdienstkreisen noch angebliche Gesprächsbereitschaft des Iran kolportiert worden.

Stattdessen zogen die Ölpreise wieder stark an – um fast 4 Prozent auf mehr als 84 Dollar bei der Sorte Brent. Im Tageshoch markierte Brent ein neues Jahreshoch. US-Öl der Sorte WTI stieg noch stärker an. Wegen zunehmender Störungen der Straße von Hormus hat Saudi-Arabien damit begonnen, Rohölexporte auf das Rote Meer zu verlagern.

Auch dass der als sicherer Hafen in Krisensituationen geltende Dollar wieder zulegte, spiegelte die angespannte Stimmung. Der Euro gab auf 1,1607 Dollar nach, stand im Tagestief aber noch deutlich darunter. Am Anleihemarkt stiegen die Renditen weiter, im Zehnjahresbereich ging es um 5 Ticks nach oben auf 4,13 Prozent. Höhere Ölpreise dürften auf die Inflation durchschlagen und das Wachstum bremsen, so die Überlegung dahinter. An den Benzinzapfsäulen spüren die Verbraucher die höheren Preise bereits.

Alle Indizes im Minus

Der Dow-Jones-Index büßte 1,6 Prozent auf 47.955 Punkte ein. Der S&P-500 verlor 0,6 Prozent auf 6831 der Nasdaq-Composite verbilligte sich um 0,3 Prozent. An der Nyse wurden 725 (Mittwoch: 1763) Kursgewinner gesehen, denen 2047 (989) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 44 (88) Titel.

Die Konjunkturdaten des Tages spielten angesichts der derzeitigen Dominanz der Geopolitik eine untergeordnete Rolle. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten fielen wie erwartet aus, die Importpreise sind im Januar einen Tick weniger gestiegen als erwartet. Dagegen stiegen die Lohnstückkosten im vierten Quartal deutlich stärker als vermutet. Das verlieh den Anleiherenditen zusätzlich Auftrieb, wie schon der am Vortag unerwartet deutlich gestiegene ISM-Index für den Dienstleistungssektor.

Broadcom überzeugt

Die Quartalsergebnisse des Halbleiter- und Softwareherstellers Broadcom fielen besser als prognostiziert aus. Die Umsätze im Bereich Künstliche Intelligenz haben sich mehr als verdoppelt. Dazu fiel der Ausblick besser als von Analysten erwartet aus. Das dürfte die Stimmung für Halbleiteraktien generell weiter aufhellen, die allerdings am Vortag teils bereits deutlich zugelegt hatten. Für Broadcom ging es um 4,8 Prozent nach oben.

Oracle gewannen 1,6 Prozent. Wie Bloomberg mit Verweis auf Kreise berichtete, plant der Cloud-Anbieter Tausende von Stellenstreichungen wegen der stärkeren Nutzung von KI. Okta verteuerten sich um 11 Prozent. Der Experte für Identitätsmanagement und Sicherheit erzielte einen unerwartet hohen Gewinn. Trade Desk machten einen Satz um 18,4 Prozent. Hier trieb die Nachricht von “The Information” unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass OpenAI Gespräche über den Ausbau seines Werbegeschäfts mit Trade Desk führe.

Veeva Systems gewannen 4 Prozent, nachdem der Anbieter von Cloud-Lösungen für die Life-Sciences-Branche die Gewinn- und Umsatzerwartungen für das vierte Geschäftsquartal übertroffen hatte. Veeva hatten in den vergangenen Wochen im Zuge des heftigen Ausverkaufs von Softwareaktien noch stark nachgegeben. Kroger hat im vierten Geschäftsquartal einen höheren Gewinn und Umsatz verzeichnet. Für 2026 prognostiziert die Supermarktkette weiteres Wachstum, wenn auch mit einer langsameren Rate als im Vorjahr. Der Kurs legte um 5,3 Prozent zu.

Quelle: ntv.de, mau/DJ

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