Ratgeber

Öko-Test gibt Halt: Ein Haargel schmiert mit “ungenügend” ab | ABC-Z

Öko-Test gibt HaltEin Haargel schmiert mit “ungenügend” ab

26.02.2026, 19:16 Uhr

Wer über ausreichend Material verfügt, versucht schon mal, diesem mit Haargel die gewünschte Form zu geben. (Foto: imago/photothek)

Wer andere für sich einnehmen möchte, feilt auch an seiner Optik. Von Kopf bis Fuß. Bleiben wir oben, bei den Haaren. Männer greifen gerne zu Haargel. Mitunter ist die Schmiere aber auch mit sehr bedenklichen Inhaltsstoffen belastet, wie Öko-Test feststellen muss.

So ganz ohne Hübschmachen kommen die wenigsten aus. Sei es für das Zugehörigkeitsgefühl oder darum, potenziellen Partnern zu gefallen. Denn begehrenswert sein möchte wohl jeder. Schließlich dient das der Fortpflanzung. Wer meint, sein Erscheinungsbild nur seines Spiegelbildes wegen aufzuhübschen, irrt. Denn das genetische Programm des Homo Sapiens lügt nicht. Es gilt, von möglichst vielen potenziellen Sexualpartnern als attraktiv wahrgenommen zu werden. Auch wenn die narzisstische Selbstoptimierung in manchem Fall anderes vermuten lässt.

Wer über ausreichend Material verfügt, versucht so schon mal, diesem mit Haargel die gewünschte Form zu geben. Mitunter ist die Schmiere aber auch mit sehr bedenklichen Inhaltsstoffen belastet, wie Öko-Test bei der Untersuchung von 24 Haargelen feststellen muss.

Im Test waren Haargele, die in (Bio-) Supermärkten, Drogerien, Discountern oder online eingekauft wurden, darunter drei zertifizierte Naturkosmetikprodukte. Bei der Auswahl entschieden sich die Tester bevorzugt für Haargele, die für Männer sowie mit einem starken oder noch intensiveren Halt ausgelobt sind. Bei Marken ohne diese Angaben wurde zu Produkten mit neutraler Aufmachung und natürlichem Halt gegriffen. Umgerechnet auf 150 Milliliter beziehungsweise Gramm wurde für die Ware zwischen 0,85 und 20,25 Euro bezahlt.

Elf Produkte mit “gut” oder “sehr gut”

In einem spezialisierten Labor wurden alle Haargele unter anderem auf Formaldehyd/abspalter und gegebenenfalls auf freies Formaldehyd untersucht, ebenso auf Diethylphthalat (DEP), allergene Duftstoffe, (Nitro) Moschusverbindungen und Cashmeran – Letztere ohne Befund. Waren Paraffine deklariert, erfolgte eine Analyse auf aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH).

Für Hairstyling ohne Kopfzerbrechen kann Öko-Test 11 Produkte mit “gut” oder sogar “sehr gut” empfehlen. Zudem zeigt der Test, dass ein hoher Preis nicht zwangsläufig ein Qualitätskriterium ist: Eines der teuersten Haargele schmiert mit “ungenügend” ab. Denn im 20,25 Euro teuren “Alcina For Men Ultimate Gel, Flex 2 Hold 9” von Dr. Kurt Wolff wies das Labor so viel frei vorliegendes Formaldehyd nach, dass dafür vier Noten abgezogen wurden. Formaldehyd ist laut EU-Kosmetikverordnung zwar seit Jahren verboten, nicht aber Formaldehydabspalter – konservierende Substanzen, die, wie der Name schon sagt, mit der Zeit Formaldehyd abspalten können.

Mit “mangelhaft” wurden das “Got2b Kleber wasserfestes Styling Gel, krasser Halt” von Henkel und das “L’Oréal Men Expert Invisicontrol Neat Look Styling Gel” abgestraft. In ihnen fand sich MOAH beziehungsweise Chlorphenesin.

“Sehr gut” wurde unter anderem das günstige “Alverde Haargel, sehr starker Halt” von dm für nur 1,95 Euro bewertet. Für immer noch “gut” wurde unter anderem der “Cien Men Styling Gel Kleber, super starker Halt” von Lidl befunden (1,09 Euro).

Quelle: ntv.de, awi

Back to top button