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Ohne DFB: Klubs der Frauenbundesliga gründen überraschend eigenen Ligaverband | ABC-Z

Die 14 Klubs der Frauenbundesliga wollen sich zu einem Verband zusammenschließen. Wie mehrere Klubs am Donnerstag mitteilten, gründen sie am kommenden Mittwoch die sogenannte Frauen-Bundesliga FBL e. V. Dieser soll die Vermarktung der Liga professionalisieren.

Die Entscheidung überraschte einen Tag nach dem Zuschlag für Deutschland als Austragungsort für die Europameisterschaft 2029. Ursprünglich war geplant, einen solchen Verband gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ins Leben zu rufen. Der DFB sollte jeweils 50 Prozent der Anteile an einer “Frauen-Bundesliga Gesellschaft” halten sowie innerhalb der kommenden acht Jahre rund 100 Millionen Euro in die Liga investieren. Die Vereine selbst wollten mehrere Hundert Millionen Euro für Personal und Infrastruktur aufbringen. Nun gründen die Vereine ihren Ligaverband zunächst ohne den DFB. 

Laut Informationen der Bild-Zeitung ist der Grund, dass sich Klub-Bosse von Verhandlungsführern des DFB
getäuscht sahen. Der Deutsche Fußball-Bund solle “nicht akzeptable
Forderungen” gestellt haben, obschon die Verträge bereits fertig
verhandelt waren. Diese Forderungen betrafen demnach
unter anderem nötige Mehrheiten für Beschlüsse. “Umso überraschender war für uns Klubs das Infragestellen der
verhandelten Eckpunkte zum jetzigen Zeitpunkt – obwohl die Vereine im
Vergleich ein Vielfaches in die Frauenbundesliga investieren werden”, sagte Jan-Christian Dreesen, Vorstandschef von Bayern München. Die Entscheidung für einen Verband hätten die Vereine nun einstimmig getroffen, “um
nicht weiter Zeit zu verlieren”.

DFB sieht in Gründung keine Abweichung von Vereinbarung

Aus Sicht des DFB war die Gründung des Verbands ohne dessen Beteiligung ohnehin geplant. “Die Gründung des Ligaverbandes von den 14 Klubs ist eine Voraussetzung für das geplante Joint Venture. Eine Beteiligung des DFB am Ligaverband war nie geplant”, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes. Der DFB sei unverändert bestrebt, gemeinsam mit den Klubs die Professionalisierung des Frauenfußballs voranzutreiben.

“Der DFB
steht unverändert zu den getroffenen Zusagen und Investitionen im Zuge
des geplanten Joint Ventures. Wir sind überzeugt, dass die gemeinsame Gründung
einer FBL GmbH für alle Beteiligten der richtige Weg ist”, sagte DFB-Generalsekretär Holger Blask. Demnach hatten die Klubs dem DFB weitreichende Ergänzungen und Änderungswünsche übermittelt, auf die der DFB verhandlungsüblich reagierte. “Wir werden in den kommenden Wochen die Gespräche mit den Vereinen fortführen – konstruktiv und sachlich”, sagte Blask. Unterschriftsreife Verträge hätten bislang nicht vorgelegen.

Eine Chance besteht weiterhin

Ob die Vereine den DFB doch noch ins Boot holen, etwa mit einem Joint Venture, sei laut Aussage von Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, zum jetzigen Zeitpunkt offen. Stand jetzt wollen die Vereine ihren Ligaverband am 10. Dezember in der Frankfurter Arena ohne den DFB gründen. Es ist derselbe Tag, an dem die gemeinsame Gesellschaft mit dem DFB an dessen Campus in Frankfurt am Main feierlich gegründet werden sollte.

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