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Öffentlicher Nahverkehr: Elektrifizierung des Filzenexpress kann starten – Ebersberg | ABC-Z

Der elektrische Filzenexpress ist wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden: Wie das bayerische Verkehrsministerium meldet, wurde kürzlich ein Vertrag für die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Ebersberg und Reitmehring unterzeichnet.

Das Vorhaben steht schon einige Zeit auf der Agenda, 2018 freute sich die lokale Politprominenz zusammen mit der damaligen Verkehrsministerin Ilse Aigner bei einem Termin in Ebersberg über die Unterzeichnung des Planungsvertrages. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) gibt nun die Unterzeichnung des Realisierungs- und Finanzierungsvertrags zwischen dem Freistaat und der Deutschen Bahn bekannt.

Bayern sichert darin die Finanzierung für das Projekt zu, welches die Bahn dann umsetzen soll. „Wir gehen freiwillig in Vorleistung für ein besseres Angebot und kürzere Fahrzeiten“, kommentiert dies Minister Bernreiter. In die Elektrifizierung investiert der Freistaat mehr als sieben Millionen Euro, die übrigen Kosten werden vom Bund getragen.

Ja, wo bleibt sie denn, die Oberleitung? Die damalige Wirtschaftsministerin Ilse Aigner mit Politikern aus dem Landkreis Ebersberg und Vertretern der Bahn 2018 in der Kreisstadt.  (Foto: Christian Endt)

Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätte der Filzenexpress bereits heuer von Dieseltriebwagen auf elektrische Züge umgestellt werden sollen, noch 2021 hieß es von der Bahn, man wolle 2024 mit dem Bau beginnen. Dann allerdings wurde festgestellt, dass einige Paare des streng geschützten Kiebitzes an der Strecke nisten. Da es zunächst nicht gelang, Flächen für eine Umsiedelung zu finden, konnte der Oberleitungsbau nicht beginnen. Doch bereits vor etwa zwei Jahren schien es, als hätten die Vögel selber Ersatzquartiere gefunden, eine sogenannte faunistische Untersuchung bestätigte dies dann im vergangenen Jahr.

Damit, so schreibt das Verkehrsministerium, könne das Planfeststellungsverfahren beginnen. Einen konkreten Zeitplan zu Bau und Fertigstellung nennt das Ministerium zwar nicht, nimmt man die in der Vergangenheit genannten Zahlen als Maßstab, könnte die Oberleitung 2029 oder 2030 fertig sein.

Die ist auch nötig für ein anderes Vorhaben, welches das Verkehrsministerium in seiner Mitteilung explizit nennt: „die Verlängerung der S-Bahn bis Wasserburg“. Allerdings dürfte das noch etwas dauern, denn die Bahnhöfe entlang der Strecke sind dafür nicht geeignet. Das weiß man auch im Ministerium und kündigt darum an:  „Auf der Strecke von Grafing-Bahnhof bis Wasserburg Bahnhof soll darüber hinaus in einem weiteren Ausbauschritt die Infrastruktur weiter ausgebaut werden.“

Darin enthalten sind auch zwei besonders in Ebersberg und Grafing seit Jahrzehnten herbeigesehnte Projekte: Der zweite Bahnhof für die Kreisstadt, genannt Ebersberg Süd, und der zweigleisige Ausbau zwischen Grafing-Bahnhof und Grafing Stadt sowie zwischen Ebersberg Süd und Ebersberg. Wann dieser Ausbau beginnen soll, dazu gibt es allerdings keine Angaben.

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