Oberschleißheim: 600.000 Kubikmeter Trinkwasser versickert – Landkreis München | ABC-Z

In Oberschleißheim ist über Jahre so viel Trinkwasser im Boden verschwunden, dass man damit täglich ein Hallenbadbecken hätte befüllen können. In der Summe kommt das Rathaus nach Vorlage der aktuellen Wasserwerk-Bilanz auf insgesamt 400 000 Kubikmeter Wasserverlust in den Jahren 2021, 2022 und 2023.
Das bedeutet: Knapp 16 Prozent des Trinkwassers im Netz gingen verloren. Danach sank die Quote auf 6,6 Prozent. Die Ursache für den Wasserverlust ist im Rathaus genauso wenig bekannt wie der Grund, warum das Ganze wie ein Spuk wieder endete.
Als die Mitglieder des Bau- und Werkausschusses des Gemeinderats kürzlich zusammenkamen, geschah das auch unter dem Eindruck der Warnungen vor einer sich verschärfenden Wasserknappheit weltweit. Tags zuvor war Internationaler Weltwassertag, den die Vereinten Nationen 1993 erstmals ausgerufen hatten, um auf die durch den Klimawandel zunehmend gefährdeten Reserven an Süßwasser hinzuweisen. Ein Thema in vielen Kommunen ist der Verlust an Trinkwasser durch kaputte Rohre. In Oberschleißheim hat das zwischenzeitlich ein so großes Ausmaß angenommen, dass Gemeinderat Fritz-Gerrit Kropp (Grüne) nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen wollte.
So wollte Kropp wissen, wie sich die Gemeinde und das Wasserwerk die Verluste erklären, und was man dagegen unternommen habe oder noch unternehme. Über die in der Bilanz veröffentlichten Zahlen hinaus sprach er sogar von 600 000 Kubikmetern, die von 2019 an bis 2023 offenkundig irgendwo versickert seien. Die Kunden hätten für diese Wassermenge bezahlt und seien „im Endeffekt“ zu viel zur Kasse gebeten worden.
Bürgermeister Markus Böck (CSU) räumte ein: „Das ärgert uns auch.“ Man habe Untersuchungen nach den Ursachen angestellt, „aber es war nicht ermittelbar“. Werkleiterin Larissa Mäder sagte, man nehme die Angelegenheit sehr ernst und versuche gegenzusteuern. Mäder zufolge schafft das Wasserwerk mehr und mehr Funkwasserzähler an, um das Rohrnetz im Ort besser überwachen und mögliche Lecks schneller orten zu können. Sanierungsmaßnahmen im Leitungsnetz hätten die Situation verbessert.
Trotz der Verluste müssen die Verbraucher keine höheren Gebühren befürchten
Doch Rohrbrüche gibt es laut Bürgermeister Böck immer wieder, in jüngster Zeit etwa in der Eigenheimstraße, am Fohlengarten und in der Heinz-Katzenberger-Straße. Manchmal habe das Wasser regelrecht den Untergrund ausgespült. Aber nicht immer würden die Brüche gleich entdeckt. Ganz ohne Wasserverluste ist laut Bürgermeister Böck kein Leitungsnetz. Auch in der Nachbarstadt Unterschleißheim, mit der man gemeinsam das Wasserwerk betreibt, kenne man das Problem, wenn auch nicht in diesem Ausmaß.
Höhere Gebühren müssen die Verbraucher in Oberschleißheim nach Aussage der Werkleiterin im Übrigen nicht befürchten. Allerdings wird von 1. Juli an ein „Wassercent“ in Höhe von 10 Cent pro Kubikmeter Grundwasser fällig. Den hat die Staatsregierung beschlossen.





















