NRW: Zug kracht in Betonplatten | ABC-Z

Kamen (Nordrhein-Westfalen) – Ein Regionalexpress ist in der Nacht zu Sonntag im Ruhrgebiet mit auf den Gleisen abgelegten Betonplatten kollidiert. Jetzt ermittelt der polizeiliche Staatsschutz – möglicherweise gibt es ein politisches Motiv für das Verbrechen.
Der Zug war gegen Mitternacht auf dem Weg von Aachen nach Hamm, als es zwischen Kamen‑Methler und dem Bahnhof Kamen zum Zusammenstoß kam. Der Lokführer bemerkte die Gegenstände zwar rechtzeitig und leitete sofort eine Notbremsung ein – verhindern konnte er die Kollision jedoch nicht mehr.
„Der Lokführer und die insgesamt 309 Passagiere blieben unverletzt“, erklärt ein Polizeisprecher. Der Zug wurde bei der Kollision so schwer beschädigt, dass er nicht weiterfahren konnte. Die Fahrgäste mussten den Regionalexpress verlassen und setzten ihre Reise in einem Ersatzzug fort.
War es ein Anschlag?
Nach ersten Ermittlungen wurden mehrere Betonplatten und eine Metallstange auf die Gleise gelegt. „Die Platten wurden zuvor durch den oder die Täter von einem Kabelschacht neben der Bahnstrecke entfernt“, so der Polizeisprecher. Der Tatort liegt nahe einer Unterführung im Bereich von Königsstraße/Roggenkamp in Kamen.
Ein Bahnsprecher zu BILD: „Die Deutsche Bahn unterstützt die ermittelnden Behörden vollumfänglich. Der Zug gehört allerdings dem Unternehmen National Express.“
Im Rahmen der Ermittlungs- und Bergungsarbeiten war die Strecke zwischen Dortmund-Kurl und Kamen am Samstag von circa 0:30 bis 5 Uhr morgens gesperrt.
Der Bahn-Sprecher weiter: „Für uns ist Sicherheit immer das oberste Gebot. Dazu gehört auch der Schutz der sensiblen Infrastrukturanlagen wie Gleise, Bahnhöfe, Weichen, Signale, Telekommunikationsanlagen, Brücken, Tunnel oder Umschlag-, Rangier- und Abstellanlagen. Die DB und die Sicherheitsbehörden arbeiten im engen Schulterschluss und sorgen für individuelle Sicherheitskonzepte. Doch die DB hat ein Streckennetz von rund 34.000 Kilometern – eine flächendeckende und lückenlose Überwachung ist damit nicht umsetzbar.“
Die Polizei ermittelt wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Ein politisches Motiv wird derzeit nicht ausgeschlossen, der Staatsschutz ist eingeschaltet. Die Ermittler fragen: Wer hat vor Mitternacht verdächtige Personen im Bereich der Bahnstrecke gesehen? Hinweise unter der Rufnummer 0231/132‑7441.





















