Nordost-Autobahnen: Brücken bleiben Problem | ABC-Z

Sanierungsbedürftige Brücken, verschlissene Fahrbahndecken und massive Frostschäden führen auch 2026 zu zahlreichen Baustellen auf den Autobahnen im Nordosten Deutschlands. Die Autobahn GmbH des Bundes investiert in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 320 Millionen Euro (2025: 240 Millionen Euro).
Davon entfallen 181 Millionen Euro auf Brandenburg und 63 Millionen Euro auf Berlin, wie Ronald Normann, Direktor der Niederlassung Nordost, in Güstrow mitteilte.
Brandenburg verfügt über rund 800 Autobahnkilometer, Berlin über etwa 100 Kilometer. Das umfangreichste Bauvorhaben in Brandenburg ist der Ersatzneubau der Mühlenfließbrücke bei Rüdersdorf im Landkreis Märkisch-Oderland.
Für den 742 Meter langen Neubau sind über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 221,6 Millionen Euro vorgesehen. Der Baustart ist für Oktober 2026 geplant, die Fertigstellung soll bis Juni 2030 erfolgen.
Bereits seit dem Frühjahr 2025 wird auf der Bundesautobahn 10 (A10) die Fahrbahn zwischen Freienbrink (Oder-Spree) und Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) in beide Richtungen erneuert. Der erste Bauabschnitt umfasst 4,9 der insgesamt 15,5 Kilometer und schlägt mit 81,3 Millionen Euro zu Buche. Die Fertigstellung ist für das Jahresende vorgesehen.
Auch auf der Bundesautobahn 13 (A13) sind Einschränkungen zu erwarten: Zwischen Ortrand und Klettwitz (Oberspreewald-Lausitz) wird von Mai bis Oktober auf 6,1 Kilometern in Fahrtrichtung Berlin gebaut. Die Kosten liegen bei 4,9 Millionen Euro.
In Berlin bleibt die Großbaustelle auf der Bundesautobahn 115 (A115) zwischen Spanischer Allee und der Landesgrenze zu Brandenburg weiterhin bestehen. Laut Normann handelt es sich um den schwerwiegendsten Eingriff ins Berliner Autobahnnetz. Neben technischen Schwierigkeiten erschwert auch der strenge Winter regelmäßig die Arbeiten. Die Fertigstellung ist nun für Ende 2027 vorgesehen – rund neun Monate später als ursprünglich geplant.
Berlin gilt aufgrund der hohen Verkehrs- und Bevölkerungsdichte als besonders komplexer Standort. Vor allem Brückenbauwerke bereiten Sorgen. Teilweise stammen diese aus dem Jahr 1870 und stehen unter Denkmalschutz. Gleichzeitig sind sie statisch nicht mehr ausreichend tragfähig, was Ersatzneubauten notwendig macht.
Die zehn Tunnel im Zuständigkeitsbereich der Niederlassung Nordost befinden sich sämtlich in Berlin. Viele wurden bereits grundlegend modernisiert, unter anderem bei Beleuchtung und Fluchttüren.
Auf der Bundesautobahn 103 (A103) steht von Juni bis Oktober die Instandsetzung des Tunnels Feuerbachstraße zwischen Saarstraße und Filandastraße an. Auf einer Länge von zwei bis drei Kilometern wird in beide Fahrtrichtungen gebaut. Die Kosten betragen rund zwei Millionen Euro.
Neben den geplanten Maßnahmen verursachen die Witterungsbedingungen zusätzlichen Aufwand. Der strenge Winter mit zahlreichen Frost-Tau-Wechseln hat vielerorts zu Schlaglöchern geführt. Besonders betroffen ist die Bundesautobahn 19 (A19) zwischen Röbel in Mecklenburg-Vorpommern und der Landesgrenze Brandenburg in Richtung Rostock.
In Mecklenburg-Vorpommern beginnen 2026 zudem Arbeiten an fünf Brückenbauwerken. Ab September wird auf der Bundesautobahn 14 (A14) über die Störwasserstraße bei Plate eine Behelfsbrücke errichtet. Die Investition beläuft sich auf sieben Millionen Euro.
Auf der Bundesautobahn 24 (A24) startet im Dezember der Ersatzneubau zwischen den Anschlussstellen Zarrentin und Wittenburg. Bereits seit Oktober 2025 wird zwischen Wöbbelin und Hagenow an einer Behelfsbrücke gearbeitet. Diese Maßnahme soll im September abgeschlossen werden.





















