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Neue Zeckenart breitet sich in Norddeutschland aus | ABC-Z

Stand: 24.03.2026 11:55 Uhr

Mit den steigenden Temperaturen wächst auch die Gefahr, von Zecken gebissen zu werden. Neben der im Norden weit verbreiteten Holzbock-Zecke warnt das Gesundheitsamt nun vor einer neuen Art, die sich in Norddeutschland vermehrt.

Die Wiesenzecke lebt laut dem Landesgesundheitsamt Niedersachsen (NLGA) überwiegend in sonnigen Gebieten, Wiesen und trockenem Brachland. Sie ist größer als die gemeine Holzbock-Zecke und befällt Menschen nur selten. Die Art sei für den Menschen daher zwar weniger gefährlich, könne aber tödliche Infektionen auf Hunde übertragen, wie Andrea Springer von der Tierärztlichen Hochschule Hannover betont. Denn Wiesenzecken übertragen sogenannte Babesien, Parasiten, die Hundemalaria auslösen.

Klimawandel führt zur Ausbreitung der Zecken

Die Wiesenzecke kam nach Angaben des NLGA früher vor allem im Südosten Europas vor. In den vergangenen Jahren hat sie sich aber auch in Norddeutschland ausgebreitet, neben Niedersachsen auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Gründe laut Springer: andere Klimabedingungen und ein verändertes Vorkommen von Wildtieren. “Wir gehen davon aus, dass auch das vermehrte Reisen mit Hunden, die bevorzugte Wirte dieser Zeckenart sind, wesentlich zur Ausbreitung beiträgt”, sagte Springer. Der Expertin zufolge ist die Wiesenzecke auch im Winter aktiv. Die Expertin rät daher dazu, Hunde ganzjährig mit Tropfen, Tabletten oder Halsbändern zu schützen.

Holzbock: Risikogebiete in Norddeutschland

Die häufig und im Norden weit verbreiteten Holzbock-Zecken stellen hingegen auch eine Gefahr für den Menschen dar. Denn mit ihrem Biss übertragen sie gefährliche Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. In Niedersachsen gibt es laut dem Robert-Koch-Institut in den Landkreisen Celle und Emsland zwei FSME-Risikogebiete. Es sind die beiden nördlichsten FSME-Risikogebiete Deutschlands.

Gesundheitsamt empfiehlt lange Kleidung

Borreliose-Erreger werden laut Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) erst nach ein paar Stunden übertragen. Daher sollten Zecken so schnell wie möglich entfernt werden. FSME-Viren würden allerdings bereits mit dem Biss übertragen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt daher eine Schutzimpfung – auch für Menschen, die für einen Urlaub in ein Risikogebiet reisen und in die Natur gehen wollen. Für einen Ausflug im Freien empfiehlt das Landesgesundheitsamt, lange Hosen und Oberteile zu tragen. Auf heller Kleidung könnten die kleinen Tiere zudem leichter erkannt werden. Im Anschluss sollten besonders die Arme, der Schritt, die Kniekehlen, der Hals und der Kopf nach Zecken abgesucht werden, wie die Behörde mitteilte.

Das Bild zeigt eine Zecke auf menschlicher Haut.

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Eine Zecke wird mit einer Zeckenzange entfernt.

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