Neue Harry-Potter-Serie bei HBO: Was der Trailer verrät – und wo es Probleme gibt – Medien | ABC-Z

Es ist einfach zu schön. Während der Frühling bockt und bei zwei Grad Graupelsturm aufheulen lässt; während sich zu den Nachrichten über Kriege in Iran, der Ukraine, im Nahen Osten jetzt auch noch die Nachricht eines möglichen US-Angriffs auf Kuba gesellt; während SPD-Chef Lars Klingbeil sagt, dass wir alle mehr arbeiten müssen, kommt für die geschundene Erwachsenen-Seele dieses Geschenk durch den Schornstein geflattert: Schon an Weihnachten 2026, früher also als ursprünglich gedacht, erscheint die erste Staffel der neuen HBO-Serie „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Zuletzt hatte es geheißen, ein Start sei für 2027 geplant.
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Die neue Ankündigung erfolgte nicht per Pressetamtam, sondern anhand eines gut zweiminütigen Trailers, der allen, die zwischen 2001 und 2011 die Verfilmung der Rowling-Romane im Kino gesehen haben, augenblicklich wie ein Pfeil ins Herz geschossen sein dürfte: Man muss zweimal hinsehen, um den heute jungen Dominic McLaughlin nicht für den damals jungen Daniel Radcliffe zu halten, nur die Blitznarbe scheint auf der Stirn des neuen Harry Potter ein bisschen stärker auf die Seite gerutscht zu sein. Harrys Blick mit dieser naseweisen Skepsis ist aber derselbe, und auch seine Freunde Ron Weasley, verkörpert von Alastair Stout, und Hermine Granger (Arabella Stanton), ähneln ihren jeweiligen Vorgängern frappierend. Das ist insofern nicht verwunderlich, als J. K. Rowling diesmal als ausführende Produzentin dabei ist. Bei den filmischen Umsetzungen vor mehr als 20 Jahren hatte sie ebenfalls einen großen Einfluss auf die Besetzung und sich die kreative Abnahme vertraglich zusichern lassen.
Den im Buch als sehr bleich beschriebenen Severus Snape spielt ein Schwarzer – der nun im echten Leben bedroht wird
Dem kurzen Trailer nach zu urteilen, soll die Serie auch gar nicht anders oder neu aussehen, sondern sich organisch-unauffällig einfügen in das eh schon unendlich große Harry-Potter-Universum. Ein wenig moderner mögen Schnitt und Kameraführung wirken, aber von der Retrofilter-artigen Farbanmutung über die Kostüme bis hin zum Soundtrack ruft alles sofort nostalgische Gefühle bei jenen hervor, die sich vor einem Vierteljahrhundert zum ersten Mal in diese Welt begeben haben. Und die sich nun, längst erwachsen, wiederfinden in einer Welt, in der es ihnen kaum noch möglich ist, in einer fantastischen Geschichte derart zu verschwinden, ohne dass auf dem Smartphone im Sekundentakt neue Benachrichtigungen aufpoppen.
Natürlich will die Serie auch die Jungen abholen mit ihrem Binge-Streamingverhalten, und wenn jeder der sieben Romane wie geplant eine eigene Staffel bekommt, gibt es mit Sicherheit viel Neues zu entdecken. Aber diejenigen, die sich jetzt am meisten auf Weihnachten freuen dürften, sind eben die, die sich zurücksehen nach dem atemberaubenden Rausch, der einen erfassen kann, wenn sich für einen zum ersten Mal die Tore der Zauberschule Hogwarts öffnen. Bis dahin sind allerdings noch über 270 Tage mit teils harter Realität zu überstehen – zu der unter anderem gehört, dass der britische Schauspieler Paapa Essiedu rassistisch angefeindet wird und Morddrohungen erhält, weil er als Schwarzer den von Rowling im Buch als weiß beschriebenen Severus Snape spielt. Auch für eine erneute Runde in der Debatte rund um Rowlings Haltung zu Geschlechtsidentitäten ist damit noch viel Zeit. Wäre ja auch zu schön, wenn alles einfach wäre.





















