Bezirke

Netzwerk Trauer des KBW: Vorträge und Kurse, um Verlust aktiv zu begegnen – Ebersberg | ABC-Z

Ein Mensch ist gestorben – und nun? Wer ist da, wenn der Verlust immens groß und die eigene Haut besonders dünn ist? Halt durch Familie und Freunde ist wichtig, doch auch Unterstützung von außen kann eine große Hilfe sein.

Im „Netzwerk Trauer“ bringt das Katholische Kreisbildungswerks Ebersberg (KBW) zahlreiche Organisationen und Institutionen zusammen und präsentiert regelmäßige Veranstaltungen, Vorträge und Seminare. Diese richten sich einerseits an bereits Betroffene, greifen teilweise aber auch schon, bevor es um einen konkreten Todesfall geht. Beispiel ist die Schulung von Lehrkräften oder Ehrenamtlichen in Vereinen zur Bewältigung von damit verbundenen Krisensituationen. Ebenfalls im Fokus: der Umgang mit Lebensängsten und der Freitod  – spätestens seit dem assistierten Suizid der Kessler-Zwillinge ein Thema mit steigender Relevanz im gesellschaftlichen Diskurs.

Zweimal im Jahr gestalten die Kreisklinik, die Stadtverwaltung und die Klinikseelsorge eine „Trauerfeier für Sternenkinder“, bei der tot- oder fehlgeborene Kinder am Neuen Friedhof Ebersberg zur letzten Ruhe gebettet werden. Zusätzlich hilfreich ist in solchen, aber auch in anderen Trauerfällen, der „Trostkoffer“ für Familien mit Kindern zwischen drei und zwölf Jahren. Er kann bei der Kolpingsfamilie Ebersberg angefragt werden und enthält den kleinen Engel Charli, einen selbst genähten Stoffengel, der als Trauerhelfer in der Familie bleibt, sowie Bücher und Anregungen, wie man Trauer sichtbar machen und gemeinsam teilen kann.

Nachfolgend eine Auswahl der Angebote aus dem Jahresprogramm 2026. Es ist erhältlich beim KBW als Broschüre oder im Internet auf www.kbw-ebersberg.de. Auch eine Liste hilfreicher Adressen von Beratungsstelle sind darin enthalten – manche davon speziell für Kinder und Jugendliche.

Trauergruppen finden regelmäßig in Ebersberg, Grafing, Poing oder Oberhaching statt und sind vor allem für Erwachsene gedacht.
Gelistet sind zudem Organisationen mit Präsenzveranstaltungen für Kinder und Jugendliche in München und Wasserburg am Inn. Das „Online-Trauern“ hingegen ist ein Zoom-Angebot für junge Erwachsene („Ü27“). Ebenfalls häufiger: wandern oder Bergtouren für Trauernde zwischen 40 und 60 Jahren.

Zu den Einzelveranstaltungen gehören „Trauerpoesie“, „Singen für die Seele“ oder die zahlreichen Lesungen. Diese sind ausdrücklich für alle, also auch Nicht-Trauernde gedacht. So lädt etwa die Autorin und Podcasterin Petra Bartoli y Eckert zu ihrer Lesung „Reden wir übers Sterben“ ein, die helfen soll, dem Tod seinen Schrecken zu nehmen.

Der Christophorus Hospiz-Verein Ebersberg organisiert ein Grundseminar

In Seminaren wie „Schmerzen der Seele – existenzielles Leid“ und „Todeswünsche“ geht es um den Umgang mit Verzweiflung und darum, wie man erkennt, ob dahinter der konkrete Wunsch steht, das eigene Leben beenden zu wollen. Auch das sensible Thema „assistierter Suizid“ wird dabei nicht ausgespart.

Der Christophorus Hospiz-Verein Ebersberg zeichnet verantwortlich für Fortbildungen wie den Infotag „Leben bis Zuletzt“ und das „Grundseminar Hospiz“ für alle Interessierten am Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Weiterbildungen anderer Experten schulen Fachkräfte für die Arbeit mit trauernden Klienten oder den Umgang mit Eltern bei Stiller Geburt. Schulen und Vereine können speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Inhouse-Seminare zu  „Verlust und Trauer“ anfragen.

Back to top button