Netanjahu gratuliert Trump: Israels Regierung sieht Maduro-Festnahme als Blaupause für Iran | ABC-Z

Netanjahu gratuliert TrumpIsraels Regierung sieht Maduro-Festnahme als Blaupause für Iran
03.01.2026, 22:27 Uhr
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Mit dem Sturz Maduros in Venezuela hat der Iran einen engen Verbündeten verloren. Israels Premier Netanjahu beglückwünscht US-Präsident Trump zu dem erfolgreichen Einsatz in Caracas. Sein Diasporaminister droht Ajatollah Chamenei ein ähnliches Schicksal an.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat US-Präsident Donald Trump für den US-Angriff in Venezuela und die Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro gelobt. “Herzlichen Glückwunsch, Präsident Donald Trump, für Ihre mutige und historische Führungsrolle im Namen von Freiheit und Gerechtigkeit”, schrieb Netanjahu auf der Plattform X. Er sei voller Hochachtung für das entschlossene Handeln der USA und den brillanten Einsatz der mutigen Soldaten, fügte er hinzu. Maduro war ein enger Verbündeter des Iran, dem Erzfeind Israels. Netanjahu erwähnte den Iran nicht ausdrücklich, aber in Israel wird der Schlag gegen den autoritären Maduro in Zusammenhang mit dem Iran gesehen.
Erst am Freitag nur Stunden vor dem Angriff in Venezuela hatte Trump sich in die Proteste im Iran eingeschaltet und mit einem Eingreifen auch dort gedroht. Wenn der Iran friedliche Demonstranten töte, “werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen”, schrieb der Republikaner auf seiner Online-Plattform Truth Social. Was er konkret vorhat, ließ der US-Präsident offen.
Der Iran verurteilte die US-Angriffe auf Venezuela scharf. “Die militärische Intervention der USA gegen einen unabhängigen Staat und Mitglied der Vereinten Nationen stellt einen klaren Verstoß gegen die Prinzipien der UN-Charta sowie gegen grundlegende Regeln des Völkerrechts dar”, erklärte das Außenministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna bereits am Vormittag. Dieser “aggressive Akt” müsse umgehend und eindeutig verurteilt werden, so das Ministerium weiter. Beobachtern zufolge wächst in Teheran die Sorge, das nächste Ziel von US‑Angriffen zu werden.
“Klare Botschaft an Chamenei”
Israels Diasporaminister Amichai Chikli wurde sehr viel deutlicher als Netanjahu und schlug einen direkten Bogen von dem US-Einsatz in Venezuela zum Iran. Die Gefangennahme Maduros habe “der globalen Achse des Bösen einen tödlichen Schlag versetzt und sendet eine klare Botschaft an (den iranischen Obersten Führer Ajatollah Ali) Chamenei”, schrieb er auf X.
Auch der israelische Oppositionsführer Jair Lapid griff die möglichen Parallelen zwischen Venezuela und Iran auf. “Das Regime im Iran sollte genau beobachten, was in Venezuela geschieht”, schrieb der Chef der Mitte-Rechts-Partei Jesch Atid (Zukunftspartei) auf X. Aus der Sicht des jüdischen Staates bedroht die islamistische Führung in Teheran mit ihren möglichen Plänen, atomare Waffen herzustellen, die Existenz Israels.
Im vergangenen Juni hatte Israel zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Das Atomprogramm des Mullah-Staates soll infolgedessen nach israelischer Darstellung um Jahre zurückgeworfen worden sein.





















