Nahverkehrsunternehmen warnen vor Ausfällen durch hohe Dieselpreise | ABC-Z

Der Iran-Krieg treibt in Deutschland die Benzinpreise dramatisch in die Höhe. Doch Autofahrer, die deshalb auf die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs ausweichen, müssen durch die Krise trotzdem mit Ausfällen rechnen. Davor warnt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, wenn es durch die Mehrkosten Einschnitte im Nahverkehrsangebot (ÖPNV) der Kommunen geben sollte.
„Die stark gestiegenen Dieselpreise treffen die Verkehrsunternehmen in Deutschland in einer ohnehin wirtschaftlich angespannten Lage“, teilte der ÖPNV-Geschäftsführer beim VDV, Alexander Möller, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Die Branche kann die zusätzlichen Belastungen nicht mehr lange aus eigener Kraft auffangen.“
Die Unternehmen seien mit monatlichen Mehrkosten in sechsstelliger Höhe konfrontiert. Bund und Länder seien jetzt gefordert, den Unternehmen zu helfen und schnelle Lösungen für die Situation zu finden. „Nur mit politischer Unterstützung können Angebot und Ticketpreise im ÖPNV stabil bleiben“, betonte Möller.
Öffentliche Nahverkehrsunternehmen leiden unter stark gestiegenen Kosten
Das fordert auch der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) – und warnt vor dem Wegfall von Buslinien insbesondere in ländlichen Regionen. „Wir stehen vor einer ernsthaften Gefährdung der Mobilität im Land“, teilte WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg mit. Die Unternehmen könnten die Kosten in dieser Größenordnung nicht aus eigener Kraft abfangen.
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„Gerade bei kleineren Unternehmen sind Betriebsaufgaben dann wahrscheinlich“, betonte sie. Dies sei für den ländlichen Raum fatal, denn diese Unternehmen erschlössen das Land in der Fläche und sorgten jeden Tag dafür, dass Kinder und Jugendliche sowie Arbeitnehmer zur Schule oder zur Arbeit kämen.
Rund um das Thema Mobilität
Wie viel Geld für den Nahverkehr fließt
Die Nahverkehrsunternehmen leiden bereits seit der Corona-Pandemie unter stark gestiegenen Kosten für Kraftstoffe und Energie. Seit Jahren fordern sie deshalb mehr Geld von Bund und Ländern. Der Nahverkehr wird zum Großteil durch staatliche Gelder finanziert. Der Bund stellt den Ländern dafür sogenannten Regionalisierungsmittel zur Verfügung. Derzeit sind das im Jahr rund 12 Milliarden Euro. Die Gelder steigen jährlich um drei Prozent. Immer wieder wird über die Erhöhung dieser Mittel gestritten.
Aus Sicht der Länder braucht es bis 2031 rund 14 Milliarden Euro zusätzlich, um den Status quo beim Nahverkehrsangebot in Deutschland zu erhalten. Dieses Geld müsse der Bund bereitstellen.
os/dpa





















