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Nahost-Liveblog: ++ Italienischer Militärstützpunkt im Nordirak angegriffen ++ | ABC-Z


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Stand: 12.03.2026 • 10:56 Uhr

Im Norden des Irak ist offenbar ein italienischer Militärstützpunkt angegriffen worden. Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf ist nach irakischen Angaben mindestens ein Mensch ums Leben gekommen.

Die Entwicklungen im Liveblog:

Die Energiemärkte sind IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol zufolge an einem kritischen Wendepunkt. Die Versorgung des Weltmarkts mit Ölprodukten ist wegen der Blockade der Straße von Hormus nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur so stark gestört wie nie zuvor. Die Ölproduktion in der Golfregion sei um zehn Millionen Barrel pro Tag geschrumpft, teilte die IEA mit. “Der Krieg im Nahen Osten verursacht die größte Störung des Angebots in der gesamten Geschichte des globalen Ölmarkts”, erklärte die Energie-Agentur.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am Morgen 70 Ziele im Libanon angegriffen, darunter “terroristische Infrastruktur, Waffenlager, Hauptquartiere, wichtige Terroristen und ein Hauptquartier der Luftwaffe der Revolutionsgarden” in Beirut, teilte die Armee auf der Plattform X mit.

Die Behörden in Dubai haben bestätigt, dass Splitter einer iranischen Drohne auf die Fassade eines Gebäudes nahe der bekannten Sheikh Zayed Road gestürzt sind. Außerdem habe es einen “kleineren Drohnenvorfall” im Stadtteil al-Badaa geben. Niemand sei verletzt worden.

Ein Hotel im Wohnviertel Dubai Creek Harbour ist durch einen Drohnenangriff beschädigt worden.

Bei einem Angriff auf den Hafen von Basra im Irak ist mindestens ein Mensch getötet worden. Infolge des Vorfalls stellten die irakischen Behörden heute den Betrieb aller Ölterminals des Landes ein. Die Handelshäfen seien weiter geöffnet, hieß es in einer Mitteilung des Generaldirektors der irakischen Hafenbehörde, Farhan al-Fartusi, die von der staatlichen Nachrichtenagentur INA veröffentlicht wurde.

Der Angriff habe ein Schiff getroffen, das im Hafen von Basra im Persischen Golf an einem Öltransfer beteiligt gewesen sei, teilte Al-Fartusi mit. Es sei noch unklar, ob das Schiff von einer Drohne oder Rakete aus der Luft oder vom Meer aus getroffen worden sei. Rettungskräfte hätten einen Toten geborgen und 38 Menschen nach dem Angriff versorgt. Bei dem Todesopfer habe sich um einen indischen Seemann gehandelt, teilte die indische Botschaft in Bagdad mit.

Antje Erhard, ARD-Korrespondentin an der Börse in Frankfurt, berichtet über die Gründe für den erneut gestiegenen Ölpreis – trotz Freigabe staatlicher Ölreserven.

Irans Luftstreitkräfte haben eine neue Welle an Raketen auf Ziele in Israel abgefeuert. Die Revolutionsgarde, Irans Elitestreitmacht, hätten ballistische Raketen auf Israel geschossen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst.

Irans reguläre Streitkräfte meldeten unterdessen einen Angriff mit Kampfdrohnen auf militärische Ziele in Israel. Die Luftwaffenbasis Palmachim und der Militärflugplatz Ovda seien attackiert worden, hieß es in einer vom staatlichen iranischen Rundfunk verbreiteten Erklärung. Ein weiteres Ziel sei das Hauptquartier des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet gewesen.

Im Irak haben mit Iran verbündete Milizen einen amerikanisch-israelischen Luftangriff im Westen des Landes gemeldet. Dabei habe es Opfer unter den Mitgliedern der Milizen gegeben. Örtlichen Medienberichten zufolge wurden 27 Kämpfer der sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF) in der irakischen Provinz Anbar getötet und mehr als 60 weitere verletzt. Das Hauptquartier der Miliz in der Gegend nahe der Grenze zu Syrien sowie mehrere Fahrzeuge seien zerstört worden, hieß es. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden. Die irakische Regierung in Bagdad sowie die USA und Israel äußerten sich nicht dazu.

Italien will sich mit neun Millionen Barrel an der koordinierten Freigabe strategischer Ölreserven beteiligen und sich damit anderen Mitgliedern der Internationalen Energieagentur (IEA) anschließen, wie eine Regierungsquelle mitteilte. Auf die Frage nach dem Zeitpunkt erklärte die Quelle, die Reserven seien sofort verfügbar.

Die IEA hatte am Mittwoch die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl empfohlen – die größte derartige Maßnahme in ihrer Geschichte -, um die stark steigenden Rohölpreise inmitten des Krieges zwischen den USA und Israel gegen den Iran einzudämmen. Die USA haben angekündigt, 172 Millionen Barrel Öl ihrer Reserven freizugeben.

Im Norden des Irak ist nach Angaben aus Rom ein italienischer Militärstützpunkt angegriffen worden. Das teilte der italienische Außenminister Antonio Tajani in einem Beitrag auf der Plattform X mit und verurteilte den Angriff in Erbil scharf. Verletzt worden sei niemand, so Tajani.

Seit Beginn des Iran-Kriegs ist auch die autonome Kurdenregion im Irak, in der Erbil liegt, immer wieder mit Drohnen attackiert worden. Die Angriffe wurden pro-iranischen Gruppen zugeschrieben. Die meisten Geschosse wurden von der Flugabwehr abgefangen.

Im Persischen Golf ist ein japanisches Frachtschiff beschädigt worden. Die Reederei Mitsui O.S.K. Lines teilte mit, das Containerschiff “One Majesty” liege im Persischen Golf rund 100 Kilometer südwestlich der Straße von Hormus vor Anker. Alle Besatzungsmitglieder seien wohlauf, und das Schiff sei fahrbereit. Die Ursache und das Ausmaß des Schadens waren nach Angaben der Reederei unbekannt und werden untersucht. Ein von Mitsui betriebener Öltanker trug im Golf von Oman ebenfalls leichte Schäden durch herabfallende Gegenstände unbekannter Art davon. Der Tanker hat das Gebiet inzwischen verlassen, und das Unternehmen untersucht den Vorfall.

Für den Luftangriff auf eine iranische Mädchenschule ist laut Medienberichten die US-Armee verantwortlich. Das gehe aus den vorläufigen Ergebnissen einer eingeleiteten Untersuchung hervor, wie mehrere Nachrichtenagenturen und die New York Times unter Berufung auf vertrauliche Quellen berichten. Die USA hätten einen Stützpunkt der Revolutionsgarde ins Visier genommen, zu dem das Gebäude früher gehörte. Bei dem Angriff wurden nach iranischen Angaben als 165 Schülerinnen getötet.

Indischen Quellen zufolge will Iran Tankern unter indischer Flagge die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestatten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Eine iranische Quelle außerhalb des Landes habe jedoch dementiert, dass eine solche Vereinbarung getroffen worden sei. Das indische Außenministerium und die iranische Botschaft in Neu-Delhi reagierten zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.

Seit Israel und die USA Ende Februar den Krieg gegen Iran begonnen haben, hat dieser mindestens 16 Schiffe in der Meerenge angegriffen. Teheran warnte vor einem möglichen Anstieg der Ölpreise auf bis zu 200 US-Dollar pro Barrel, was fast einer Verdopplung des aktuellen Niveaus entspräche.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Die saudi-arabische Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums eine Drohne abgefangen. Sie habe sich auf Kurs zum Ölfeld Shaybah befunden, teilt das Ministerium mit. Dies sei bereits der dritte derartige Vorfall heute. In dieser Woche war das Gebiet bereits mehrfach Ziel von Drohnenangriffen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das kuwaitische Elektrizitätsministerium sind in Kuwait sechs Stromleitungen außer Betrieb gesetzt worden, nachdem Trümmerteile abgefangener Drohnen darauf gefallen waren. Das Ministerium fügte hinzu, dass die Strom- und Wasserversorgung unter Kontrolle sei.

In der Nähe des Flughafens von Bahrain steigt eine Rauchsäule auf. Das berichtete ein Reuters-Mitarbeiter.

Berichten zufolge hat es einen iranischen Drohnenangriff auf ein Treibstofflager des internationalen Flughafens von Bahrain gegeben.

US-Präsident Trump hat Konzerne aufgerufen, trotz der iranischen Blockade die Straße von Hormus zu durchfahren. “Ich finde, sie sollten es tun”, sagte er Reportern. “Ich finde, sie sollten das sofort nutzen.” Die US-Truppen hätten fast alle iranischen Minenschiffe in einer Nacht versenkt. “Fast ihre gesamte Marine liegt auf dem Meeresgrund.”

Die G7-Staaten kündigten an, Öltanker und andere Frachter von Kriegsschiffen eskortieren zu lassen. Die könne jedoch noch mehrere Wochen dauern.

Neue Angriffe auf Tanker im Iran-Krieg treiben die Ölpreise nach oben. Der Preis für die Nordseesorte Brent notiert 8,2 Prozent höher bei 99,54 Dollar je Fass, zeitweise lag er wieder über der Marke von 100 Dollar je Fass. US-Leichtöl WTI verteuert sich um 7,3 Prozent auf 93,59 Dollar je Fass.

Der nahezu zum Erliegen gekommene Schiffsverkehr in der Straße von Hormus hat die Furcht der Anleger vor Versorgungsengpässen verschärft. Analysten zufolge reicht die Rekordfreigabe von Ölreserven der Internationalen Energieagentur nicht aus, um diese zu zerstreuen.

Australien lockert die Qualitätsstandards für Treibstoff. Wie der Energieminister mitteilte, sind für die kommenden 60 Tage höhere Schwefelwerte zulässig. Ziel der Maßnahme sei es, das Angebot auszuweiten und die Preise zu drücken. Dadurch könnten monatlich rund 100 Millionen Liter Benzin, die sonst für den Export bestimmt wären, dem heimischen Markt zugeführt werden. Der Energiekonzern Ampol Australia habe zugesagt, diese zusätzlichen Mengen vorrangig in Regionen mit Engpässen zu liefern.

Der russische Gesandte Kirill Dmitrijew hat von Gesprächen mit US-Vertretern in Florida über die Energiekrise berichtet. Viele Länder, allen voran die USA, verstünden zunehmend die systemrelevante Rolle von russischem Öl und Gas für die Weltwirtschaft, teilte Dmitrijew auf Telegram mit. Zudem werde die Ineffizienz der Sanktionen gegen Russland deutlicher.

Der Wirtschaft im Nahen Osten entgehen wegen des Einbruchs der Reisetätigkeit infolge des Iran-Kriegs nach Schätzung eines Branchenverbands aktuell Einnahmen von rund 600 Millionen US-Dollar (520 Millionen Euro) pro Tag. Durch die für den internationalen Flugverkehr bedeutenden Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi, Doha und Bahrain kämen normalerweise rund 526.000 Passagiere pro Tag, erklärte der in London ansässige Welttourismusverbands (WTTC). Seit Kriegsbeginn vor knapp zwei Wochen seien die Flughäfen geschlossen oder nur sehr eingeschränkt nutzbar.

Die Schätzung stützt sich dabei auf die WTTC-Prognose für den Nahen Osten für das laufende Jahr. Jegliche Unterbrechung der Reisetätigkeiten führe schnell zu bedeutenden wirtschaftlichen Folgen für die Tourismusbranche und für Unternehmen, die vor Ort auf die Ausgaben Reisender zählen.

Die iranischen Streitkräfte haben dem Staatsfernsehen zufolge ein Gebäude in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer Drohne angegriffen. In dem Gebäude, das “ein Unterschlupf für amerikanische Soldaten war, die Iran angegriffen haben”, sei ein Feuer ausgebrochen, teilte der iranische Sender Irib im Onlinedienst Telegram mit.

Die emiratischen Behörden erklärten, der Brand sei “vollständig unter Kontrolle” gebracht worden. Es sei niemand verletzt worden. Zuvor hatten die Behörden den Absturz einer Drohne auf ein Gebäude in der Nähe des Wohnviertels Dubai Creek Harbour gemeldet.

Die Schweiz schließt ihre Botschaft in Teheran nach eigenen Angaben wegen eines “steigenden Sicherheitsrisikos” vorübergehend. Die Schweiz vertritt in Iran seit Jahrzehnten auch die Interessen Washingtons. Die US-Regierung respektiere die Entscheidung und sei der Botschaft und den Mitarbeitern zu tiefem Dank verpflichtet, erklärte die US-Vertretung in Bern. Deren Arbeit “bleibt für den Schutz von US-Interessen und die Unterstützung unserer Staatsbürger entscheidend”.

Die Schweizer Regierung wiederum erklärte, in Absprache mit den betroffenen Ländern halte die Schweiz den Kommunikationskanal zwischen den USA und Iran weiterhin offen.

Iran hat nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager in Bahrain angegriffen. Der Angriff erfolgte dem Innenministerium zufolge im Bezirk Muharraq – dort liegt auch der internationale Flughafen des Inselstaats. Das Ministerium erklärte auf der Plattform X, die zuständigen Behörden unternähmen nach dem Angriff die nötigen Schritte. Bisher ist unklar, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelte.

In einem weiteren X-Post erklärte das Ministerium, die Alarmsirenen seien aktiviert. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Teheran greift infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe in Iran auch Ziele in den Golfstaaten mit Drohnen und ballistischen Raketen an.

Die israelischen Streitkräfte haben bei einer heftigen Angriffswelle auf den Libanon nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der Hisbollah-Miliz zerstört. Innerhalb von 30 Minuten habe die Luftwaffe in Vororten der Hauptstadt Beirut zehn Ziele angegriffen, darunter ein Hauptquartier des Hisbollah-Geheimdienstes, die Zentrale der Eliteeinheit Radwan und weitere Kommandozentralen, teilte das israelische Militär mit.

Demnach griffen die Streitkräfte auch zahlreiche Raketenabschussrampen und Dutzende Hisbollah-Kämpfer an, die den Angaben zufolge Attacken auf Israel vorbereiteten. Zuvor hatte die Hisbollah den Norden von Israel mit Raketen angegriffen.

Bei einem Angriff auf zwei Öltanker vor der Küste des Irak ist dem irakischen Staatsfernsehen zufolge mindestens ein Besatzungsmitglied getötet worden. 38 weitere Besatzungsmitglieder seien bislang gerettet worden und die Suche nach Vermissten dauere an, sagte der Leiter der irakischen Hafenbehörde, Farhan al-Fartousi, dem Sender. Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Landes dar, zitierte staatliche Nachrichtenagentur INA einen Militärsprecher.

Seit Beginn des Iran-Krieges vor knapp zwei Wochen sind immer wieder Schiffe in den Gewässern der Golfregion angegriffen worden, darunter auch in der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus.

Bei den getroffenen Tankern soll es sich um die Zefyros und die Safesea Vishnu handeln, die sich Ortungsdaten zufolge zum entsprechenden Zeitpunkt in irakischen Gewässern aufhielten.

Die erste Woche des Iran-Kriegs soll die USA nach übereinstimmenden Medienberichten 11,3 Milliarden US-Dollar (knapp 9,8 Milliarden Euro) gekostet haben. Die Medien berufen sich dabei auf einer Berechnung der US-Regierung, die aber nicht die gesamten Kosten des Krieges umfassen soll.

Präsident Donald Trump hat angedeutet, beim Kongress zusätzliche Mittel für den Krieg beantragen zu wollen. Diese Idee scheint jedoch vorerst nicht spruchreif zu sein. Der republikanische Senator Roger Wicker, Vorsitzender des Streitkräfteausschusses des Senats, sagte, er rechne in diesem Monat nicht mit einem entsprechenden Antrag auf zusätzliche Mittel.

Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Amir Saeid Iravani, hat eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zum Krieg seines Landes mit den USA und Israel verurteilt. Der Beschluss ignoriere “absichtlich die Hauptursachen der derzeitigen Krise”, sagte er. In der Resolution, die einen Stopp iranischer Angriffe auf Golfstaaten fordert, wird nicht erwähnt, dass Israel und die USA den Krieg auslösten. Iran hat als Vergeltung Raketen und Drohnen abgefeuert.

Der Zweck des Textes sei es, “die Rollen und Positionen von Opfer und Angreifer umzukehren”, sagte Iravani vor dem Sicherheitsrat. Der Resolutionsentwurf war von Bahrain vorgelegt worden. Der Sicherheitsrat verabschiedete ihn mit 13 Stimmen. Russland und China, zwei Verbündete Irans, enthielten sich bei der Abstimmung und machten auch nicht von ihrem Veto Gebrauch, das sie als ständige Mitglieder des UN-Gremiums haben.

Der UN-Sicherheitsrat hat die iranischen Angriffe auf Staaten in der Golfregion verurteilt. Die EU will Libanon mit 100 Millionen Euro humanitärer Hilfe unterstützen.

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