Nahost-Liveblog: ++ Iran meldet Angriff auf Atomanlage Natans ++ | ABC-Z

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Laut Angaben eines iranischen Diplomaten ist die Atomanlage Natans angegriffen worden. Bei israelischen Angriffen auf Ziele im Libanon nach Hisbollah-Attacken sind laut libanesischen Angaben mindestens 31 Menschen getötet worden. Die Entwicklungen im Liveblog.
Auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern gibt es erneut Alarm. Der staatliche zyprische Sender CyBC berichtet in einer Live-Sendung von Sirenengeheul kurz nach Mittag. Zudem starten Flugzeuge von der Basis in der Nähe der Stadt Limassol. Der Stützpunkt war erst Stunden zuvor von einer Drohne getroffen worden.
Israels Armee wirft dem Iran vor, bei seinen Angriffen in Israel gezielt zivile Ziele ins Visier zu nehmen. “Wir haben konkrete Informationen erhalten, die belegen, dass der Iran systematisch zivile Wohnhäuser in Israel angreift”, sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. Irans Führung wolle auf diese Weise Panik in Israel auslösen und die öffentliche Meinung beeinflussen. Er sprach von “einer iranischen Strategie”. Der Iran wiederum betont stets, Ziel seiner Angriffe seien etwa Einrichtungen des israelischen Militärs oder der israelischen Regierung. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Der Iran-Krieg macht Sprit und Heizöl teurer. Am Montag stiegen die Preise kräftig, nachdem sie bereits übers Wochenende leicht zugelegt hatten, wie der ADAC mitteilt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags hatte ein Liter Super E10 bereits 1,6 Cent mehr gekostet als am Freitag, dem letzten Tag vor den Angriffen. Diesel verteuerte sich alleine von Freitag bis Sonntag um 1,3 Cent. “Ich befürchte, dass es heute an den Zapfsäulen noch weiter nach oben geht”, sagt der Kraftstoffmarktexperte des ADAC, Christian Laberer. “Die Zahlen am Vormittag deuten auf eine Dimension von drei bis vier Cent.”
Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, wirft Iran vor, Europa in den Krieg im Nahen Osten hineinziehen zu wollen. Der mutmaßliche Drohneneinschlag auf einem britischen Luftwaffenstützpunkt im EU-Staat Zypern sei für ihn ein Anzeichen dafür, dass Iran versuche, die Europäer in Kampfhandlungen zu verwickeln. “Hoffentlich wird Europa das mal sehen und darauf auch reagieren – in welcher Art und Weise, das ist eine Entscheidung, die in Europa getroffen wird.”
Der Botschafter verwies in diesem Zusammenhang auf die in Artikel 42 des EU-Vertrags festgeschriebene Beistandsklausel, die die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, angegriffene EU-Partnerstaaten zu unterstützen. “Es gibt eine Beistandsklausel, die eigentlich sagt, weil Zypern Teil von Europa ist, ist es die Verantwortung, Zypern zu verteidigen.”
Der Iran werde für die Angriffe auf das katarische Volk einen Preis zahlen müssen, kündigt das Außenministerium in Doha an. Katar habe Angriffe auf zivile Infrastruktur abgefangen. Darunter sei auch der internationale Flughafen gewesen. Ein Angriff wie dieser könne nicht ohne Vergeltung bleiben, sagt Sprecher Majed Al Ansari dem Sender CNN. Er zeigt sich aber überzeugt, letzten Endes werde der Konflikt am Verhandlungstisch gelöst. Der Sprecher betont, die Ölanlagen vor der Küste und auf dem Land seien geschützt. Alle Arbeiter seien in Sicherheit.
Angesichts des Krieges bleiben die Schulen im Iran bis Ende März geschlossen. Der Unterricht erfolge stattdessen nun online, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Die Regelung gilt demnach bis zum Ende des persischen Kalenderjahrs, das am 21. März endet.
Infolge der “militärischen Aggression des zionistischen Regimes mit Unterstützung der USA” seien Schulen aller Bildungsstufen bis zum Jahresende geschlossen, und der Unterricht werde virtuell erteilt, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.
Die israelische Luftwaffe hat weitere Angriffe auf südliche Vororte von Beirut geflogen. Die Detonationen waren am Montagvormittag in Teilen der libanesischen Hauptstadt zu hören. Getroffen wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur AP ein Gebiet, in dem die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz eine große Halle für Kundgebungen betreibt. Es war zunächst unklar, ob Menschen getötet oder verletzt wurden.
Die Europäische Kommission erwartet keine unmittelbaren Folgen für die Ölversorgung der EU durch die Eskalation im Nahen Osten. Dies geht aus einer E-Mail der Brüsseler Behörde an die EU-Regierungen hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Zum jetzigen Zeitpunkt sehe man keine Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit.
Nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf einen Militärstützpunkt in Zypern ist ein dort geplantes EU-Ministertreffen kurzfristig abgesagt worden. Die unvorhergesehene Entwicklung beeinträchtige leider die Flüge nach Zypern, teilte die derzeitige zyprische EU-Ratspräsidentschaft mit. Deswegen sei beschlossen worden, das informelle Europaministertreffen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Es hätte eigentlich an diesem Montagnachmittag beginnen und bis Dienstagabend dauern sollen.
Angesichts des eskalierenden Iran-Konflikts sieht das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) eine “weiterhin hohe abstrakte Gefährdung” für Einrichtungen in Deutschland, die Israel und den USA nahestehen. Dazu zählten diplomatische Vertretungen oder militärische Standorte.
Gleichzeitig müsse angenommen werden, dass auch jüdische Einrichtungen des öffentlichen Lebens wie Schulen oder Synagogen “als Angriffsziele für etwaige Vergeltungsmaßnahmen infrage kommen”. Anhaltend im Visier iranischer Nachrichtendienste stehen laut Verfassungsschutz Menschen aus dem Umfeld der iranischen Auslandsopposition in Deutschland.
Frankreich hat seine Bereitschaft zur Verteidigung der vom Iran angegriffenen Golfstaaten und Jordaniens erklärt. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot sicherte “den befreundeten Ländern, die von den Raketen und Drohnen der iranischen Revolutionsgarde bewusst ins Visier genommen werden” die Unterstützung seines Landes zu. Frankreich sei “bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen”, sagte Barrot am Montag in Paris.
Er verwies dabei auf bestehende Abkommen mit den Partnern und das Prinzip der kollektiven Selbstverteidigung. Barrot erwähnte namentlich Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Irak, Bahrain, Kuwait, Oman und Jordanien.
Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf Iran ist nach Angaben eines hochrangigen iranischen Diplomaten die wichtige Atomanlage in Natans angegriffen worden. Wie Resa Nadschafi, Teherans Vertreter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, vor Journalisten sagte, erfolgte die Attacke gestern. Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer beschädigt – darunter auch Natans, wo eine Anlage zur Anreicherung von Uran steht.
Kurz zuvor hatte IAEA-Chef Rafael Grossi in einer Sondersitzung des IAEA- Gouverneursrates berichtet, dass es im Zuge der jüngsten israelischen und US-amerikanischen Angriffe keine Anzeichen auf Treffer oder Schäden an Atomanlagen Irans gebe. Auch sei ein Anstieg der Strahlenwerte über die üblichen Hintergrundwerte hinaus sei nicht festgestellt worden.
Stefan Niemann, NDR, über die Entwicklung im Nahen Osten und die Ziele der USA in Iran.
Israel hat seine militärische Präsenz an der Grenze zum Libanon verstärkt. Es gebe jedoch keine Pläne für eine unmittelbare Bodenoffensive im Nachbarland, sagt ein Armeesprecher. Die Präsenz israelischer Truppen im Libanon sei nicht ausgeweitet worden. Zuvor hatte ein anderer Militärsprecher erklärt, nach den Raketenangriffen der Hisbollah lägen alle Optionen auf dem Tisch.
Frankreichs Außenminister Jean-Noel Barrot hat die Angriffe der USA und Israels auf Iran kritisiert. Der Einsatz von Gewalt erlange nur durch den UN-Sicherheitsrat die nötige Legitimität, sagt Barrot in Paris. Das Vorgehen hätte in den entsprechenden Gremien debattiert werden müssen.
Vor dem Hintergrund der militärischen Eskalation mit Iran will Israel die Grenzübergänge zum Gazastreifen vorerst geschlossen halten. Die israelische Militärbehörde Cogat, die für die zivilen Angelegenheiten der Palästinenser und die Koordination an den Grenzübergängen zuständig ist, teilte mit, ein sicherer Betrieb sei wegen der Gefahr von Raketenangriffen nicht möglich. Dies dürfte erhebliche Auswirkungen für die Versorgung der notleidenden Bevölkerung mit humanitärer Hilfe haben.
ARD-Korrespondentin Anna Osius berichtet aus Dubai über die iranischen Angriffe auf US-Einrichtungen und zivile Ziele in der Golfregion.
ARD-Korrespondentin Gabriele Dunkel berichtet aus Istanbul über die Lage in Iran.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz bezeichnet Hisbollah-Chef Naim Kassem als “Ziel für eine Eliminierung”. Die mit dem Iran verbündete Miliz im Libanon hatte zuvor Israel beschossen. Der Angriff war eine Vergeltung für die Tötung des iranischen geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei. Ein Sprecher des israelischen Militärs erklärt auf die Frage, ob eine Invasion des Libanon mit Bodentruppen geplant sei: “Alle Optionen liegen auf dem Tisch.”
Bei den Angriffen Israels und der USA sind in Iran nach dortigen Angaben mindestens 555 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100.000 Rettungskräfte seien landesweit im Einsatz, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf den Roten Halbmond in Iran.
ARD-Korrespondentin Pia Steckelbach aus Tel Aviv über den Angriff der libanesischen Hisbollah-Miliz auf Israel und die israelische Reaktion.
In der großen Raffinerie Ras Tanura ist nach Angaben des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums ein “begrenztes” Feuer ausgebrochen. Grund seien Trümmer abgeschossener Drohnen, sagt ein Sprecher dem Sender Al-Arabija. Zwei Drohnen seien abgefangen worden, niemand sei verletzt worden. Der saudi-arabische Ölriese Aramco will einem Insider zufolge die Raffinerie als Vorsichtsmaßnahme dennoch herunterfahren.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat die Raketenangriffe der Hisbollah auf Israel scharf kritisiert. Die Attacken der Schiitenmiliz torpedierten alle Bemühungen des libanesischen Staats, das Land aus den gefährlichen militärischen Konfrontationen in der Region herauszuhalten, teilte Aoun mit. Auch die israelischen Vergeltungsangriffe auf den Libanon seien zu verurteilen, sagte er, richtete seine Kritik aber vor allem gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah: Den Libanon als Plattform für Stellvertreterkriege zu nutzen, werde das Land ein weiteres Mal Gefahren aussetzen.
Angesichts der Eskalation im Nahen Osten sind die Aktienkurse an wichtigen Börsen in Europa am Morgen zu Handelsbeginn um gut zwei Prozent gefallen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) gab um 2,29 Prozent nach. An der Börse in Paris fielen die Kurse um 2,36 Prozent. In London lag der Index FTSE dagegen zunächst nur 0,93 Prozent im Minus.
In Kuwait sind nach Angaben des kuwaitischen Verteidigungsministeriums mehrere US-Kampfflugzeuge abgestürzt. Alle Piloten hätten sich retten können, teilte das Ministerium mit, machte aber zunächst keine Angaben zu der Ursache der Abstürze. Die Piloten seien zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht worden, ihr Zustand sei stabil.
Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs reagierte nicht umgehend auf eine Bitte der Nachrichtenagentur AP um Stellungnahme. Zunächst hatte es unbestätigte Berichte vom Absturz lediglich einer Maschine gegeben. Es habe sich um ein Kampfflugzeug des Typs F-15 oder F/A-18 gehandelt.
Großbritannien bereitet sich auf die Evakuierung seiner Bürger aus dem Nahen Osten vor. Schätzungsweise 300.000 Briten hätten ihre Anwesenheit in der Region registriert, sagt Außenministerin Yvette Cooper dem Sender Sky News. Die Regierung arbeite an verschiedenen Optionen. Es gehe um Zusammenarbeit mit der Reisebranche und vom Staat organisierte Evakuierungen. Zudem seien Eingreiftruppen in die Region entsandt worden.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine militärische Evakuierung von deutschen Reisenden ausgeschlossen, die derzeit wegen des Kriegs in der Golfregion festsitzen. “Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen”, sagte Wadephul der Bild-Zeitung. Wann eine Ausreise für die Betroffenen wieder möglich sein wird, sei derzeit nicht absehbar.
Der Deutsche Reiseverband bezifferte die Zahl der betroffenen deutschen Reisenden in der Region auf rund 30.000. Die Zahl beziehe sich auf Reisende mit deutschen Veranstaltern, die sich derzeit in der Region aufhalten oder Flüge über die Drehkreuze in der Region haben.
China zeigt sich besorgt über die Gefahr einer Ausweitung der Kämpfe auf die gesamte Region und ruft alle Parteien zum sofortigen Stopp der Angriffe auf. Die Volksrepublik stehe bereit, zusammen mit der internationalen Gemeinschaft zur Verhandlungslösung des Konflikts beizutragen, teilt das Außenministerium in Peking mit. Es bekräftigt seine Haltung, die israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf Iran seien eine Verletzung des internationalen Rechts.
Nach Angaben des Außenministeriums ist in Iran ein Chinese ums Leben gekommen. Mehr als 3000 Chinesen seien bereits aus dem Land herausgeholt worden, teilt das Ministerium weiter mit.
Der Westen Irans ist nach Angaben von Staatsmedien erneut aus der Luft angegriffen worden – dabei seien mindestens drei Menschen getötet worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Verweis auf den dortigen Gouverneur Gharib Sadschadi von Attacken auf Wohngebäude in der westiranischen Stadt Sanandadsch. “Drei Menschen wurden getötet und mehrere weitere verletzt”, erklärte Sadschadi, die Zahl der Todesopfer könne weiter steigen. Kurz darauf meldete ein Regierungsvertreter auch Angriffe auf die zentraliranische Provinz Jasd.
Im Golfstaat Kuwait ist Berichten zufolge ein US-Kampfflugzeug abgestürzt. In sozialen Medien kursierten laut der Nachrichtenagentur dpa mehrere Videos, die den Vorfall zeigen sollen. Der Pilot des Kampfjets vom Typ F-15 sowie ein Waffenoffizier sollen sich örtlichen Berichten zufolge rechtzeitig aus der Maschine befreit haben. Weitere Videos sollen auch zeigen, wie Anwohner einen US-Kampfpiloten im Kofferraum ihres Autos in Sicherheit bringen. Bilder vom Absturzort zeigen auch einen Fallschirm.
Der US-Nachrichtensender CNN lokalisierte die Videos und berichtete, der Absturz habe sich wenige Kilometer vom US-Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salam entfernt ereignet. Es handle sich um ein Kampfflugzeug des Typs F-15 oder F/A-18. Allerdings hätten auch Kuwaits Streitkräfte solche Flugzeuge im Einsatz. Eine offizielle Bestätigung des Absturzes gibt es noch nicht.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sichert den Mitgliedstaaten nach dem Drohnenangriff auf einen britischen Luftwaffenstützpunkt auf Zypern Unterstützung zu. Auch wenn die Republik Zypern nicht das Ziel gewesen sei, stehe die EU angesichts jeder Bedrohung “gemeinsam, fest und unmissverständlich” an der Seite ihrer Mitglieder, schreibt von der Leyen auf X, nachdem sie mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides telefoniert hat.
Nach dem Beginn der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf Iran und iranischen Vergeltungsangriffen auf Staaten der Region gibt es weiterhin erhebliche Beeinträchtigungen im Flugverkehr. Qatar Airways, die nationale Fluggesellschaft Katars mit Sitz in Doha, teilte mit, dass der Flugbetrieb weiter ausgesetzt werde.
Laute Explosionen haben am Montag die Hauptstadt der halbautonomen Kurdenregion im Irak erschüttert. Journalisten der Nachrichtenagentur AP hörten die Detonationen in Erbil am Morgen. Die USA unterhalten in Erbil einen Luftwaffenstützpunkt.
Nach erneuten iranischen Luftangriffen steigt im Golfstaat Kuwait Rauch aus der Botschaft der USA auf. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP soll das Gebäude bei einem mutmaßlich iranischen Angriff getroffen worden sein.
Die Botschaft selbst rief dazu auf, sie nicht aufzusuchen. Zuvor waren über Kuwait-Stadt Warnsirenen erklungen.
Bei den israelischen Angriffen auf Ziele im Libanon sind nach libanesischen Angaben mindestens 31 Menschen getötet worden. 149 weitere Bürger seien bei den “feindlichen israelischen Luftangriffen” auf den Südlibanon und südliche Vororte der Hauptstadt Beirut verletzt worden, erklärte das Gesundheitsministerium.
Die pro-iranische Hisbollah-Miliz hatte zuvor Israel mit Raketen und Drohnen angegriffen. Die Miliz sprach von “Vergeltung” für die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei bei Angriffen der USA und Israels auf den Iran.
Nach Angaben des israelischen Militärs hat Iran am Morgen erneut Raketen auf den jüdischen Staat abgefeuert. Die Verteidigungssysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die Armee mit. Unter anderem in Tel Aviv gab es Raketenalarm. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen des Heimatschutzes zu folgen.
Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern ist in der vergangenen Nacht mutmaßlich von einer Drohne getroffen worden. Das bestätigte das britische Verteidigungsministerium in London laut der Nachrichtenagentur PA. Bei dem Vorfall nahe der Hafenstadt Limassol sei niemand verletzt worden. Es gebe Maßnahmen zum Schutz der Truppen in der Region. Wer die Drohne abgefeuert hatte, war zunächst nicht bekannt. Nach Informationen der zyprischen Regierung soll die Drohne nur geringen Schaden verursacht haben.
Das Vereinigte Königreich beteiligt sich nach eigenen Angaben im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz gegen den Iran. Verteidigungsminister John Healey zufolge schießen britische Flugzeuge Drohnen und Raketen ab, wenn sie diese sehen. Die Einheiten starten demnach unter anderem in Bahrain und auf Zypern. Bereits gestern hatte Healey vor der Gefahr “zunehmend wahlloser iranischer Vergeltungsangriffe” gewarnt.
Nach den Luftangriffen der USA und Israels auf Iran hat Irans einflussreicher Sicherheitsratschef Ali Laridschani jegliche Verhandlungen mit der US-Regierung abgelehnt. “Wir werden nicht mit den USA verhandeln”, erklärte Laridschani am Montag im Onlinedienst X. Er wies Medienberichte zurück, wonach iranische Vertreter versucht hätten, Gespräche mit Washington aufzunehmen.
Die SPD im Bundestag hat angesichts der Eskalation im Nahen Osten vor Flüchtlingen aus Iran gewarnt. “Jeder Nahost-Krieg in der Geschichte hat große Fluchtbewegungen mit sich gebracht, Irak, Syrien, Libyen”, sagte der außenpolitischer Sprecher der SPD, Adis Ahmetovic, dem Magazin Stern. “Wir versuchen gerade, Migration nach Europa neu zu ordnen. Das wird jetzt schwerer.”
Es könne “Millionen von Menschen” geben, die nach Europa fliehen, sagte Ahmetovic. “Sind wir bereit für einen neuen ‘Wir schaffen das’-Moment? Ich glaube nicht”, fügte er hinzu. Es sei gut, dass Irans oberster Führer Chamenei Geschichte ist, erklärte der SPD-Politiker. “Aber bei aller Euphorie müssen wir auch die Gefahren im Blick behalten.” Was nach Chamenei komme, sei völlig unklar. “Ein Vielvölkerstaat mit 90 Millionen Menschen hat jetzt das Potential für einen Bürgerkrieg, die Region könnte in einen Flächenbrand geraten”, warnte Ahmetovic. Das hätte direkte Folgen für Deutschland und Europa.
Chinas Führung hat die US-israelischen Angriffe auf Iran und die Tötung des Religionsführer Chamenei scharf verurteilt. Es handle sich dabei um eine eine schwerwiegende Verletzung der Souveränität und Sicherheit des Iran, teilte das Außenministerium in Peking mit. Die UN-Charta und die Grundregeln der internationalen Beziehungen würden mit Füßen getreten.
Chinas Führung fordere einen “sofortigen Stopp der Militäreinsätze”. China ist ein wichtiger Partner des Iran. Die beiden Länder haben in den vergangenen Jahren ihre freundschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen ausgebaut.
Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten hat am Montag die Aktienkurse asiatischer Fluggesellschaften einbrechen lassen. Die Papiere von Cathay Pacific, Qantas Airways, Singapore Airlines und Japan Airlines gaben um mehr als fünf Prozent nach.
Die Aktien von Qantas fielen zeitweise um 10,4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit zehn Monaten. Auch die Papiere anderer asiatischer Fluggesellschaften wie ANA Holdings, der chinesischen Airlines Air China, China Southern und China Eastern sowie der malaysischen AirAsia X verloren mindestens vier Prozent. Wichtige Drehkreuze im Nahen Osten wie Dubai und Doha blieben den dritten Tag in Folge geschlossen. Dies führte weltweit zu erheblichen Störungen im Flugverkehr.
Die Ölpreise stiegen um sieben Prozent auf den höchsten Stand seit Monaten.
Nach Beschuss aus dem Libanon hat Israel einen Luftangriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut gestartet. Die libanesischen Hisbollah-Miliz hatte in der Nacht auf Montag Raketen über die Grenze abgefeuert.
Es war das erste Mal seit mehr als einem Jahr, dass die militant-islamistische Hisbollah sich zu einem Angriff gegen Israel bekannte. Die Angriffe seien Vergeltung für die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei sowie für “wiederholte israelische Aggressionen”, hieß es in einer Erklärung der Miliz. Das israelische Militär teilte mit, ein Geschoss, das die Grenze überschritten hatte, sei abgefangen worden, mehrere weitere seien in unbewohnten Gebieten niedergegangen. Verletzte oder Schäden wurden nicht gemeldet.
In Bahrain sind Trümmer einer von der Luftabwehr abgefangenen Rakete auf ein Schiff gestürzt und haben ein Feuer ausgelöst. Dabei kam ein aus Asien stammender Arbeiter ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt, wie das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf auf der Plattform X mitteilte. Der Brand in einem Hafengebiet nahe der Hauptstadt Manama sei inzwischen gelöscht worden.
Die israelische Luftwaffe setzt ihre Attacken gegen Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran fort. Es laufe eine neue umfangreiche Angriffswelle, teilte das Militär in der Nacht ohne weitere Details mit.
Die Entfernung zwischen der israelischen Stadt Tel Aviv und Teheran beträgt Luftlinie rund 1.600 Kilometer. Der am Samstagmorgen in Koordination mit den verbündeten USA gestartete Einsatz der israelischen Luftwaffe gegen Iran ist nach Armeeangaben der bisher größte in ihrer Geschichte.
Bundesaußenminister Johann Wadephul rechnet damit, dass die Eskalation im Nahen Osten länger andauert. “Es ist nicht vorhersehbar, dass wir in den nächsten Tagen mit einer Beendigung der Kampfhandlungen rechnen können”, sagte Wadephul in der ARD-Sendung Caren Miosga.
Mit Blick auf festsitzende Urlauber sagte er, es müsse Vorsorge getroffen werden, “dass auf anderem Wege eine Ausreise aus diesen Ländern ermöglicht wird.” Wadephul wies allerdings auf den geschlossenen Luftraum in der Region hin. Sein Amt sei mit allen Reiseverkehrsunternehmen in einem engen Gespräch. Diese seien “ja kommerziell dafür auch verantwortlich, dass ein Rücktransport möglich ist. Aber alle Mitarbeitenden des Auswärtigen Amtes tun alles Menschenmögliche, um das auch zu gewährleisten.”
In Iran halten sich schätzungsweise noch ein paar Tausend Menschen auf, die die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates besitzen. Das sagte eine ranghohe EU-Beamtin in Brüssel. Viele von ihnen hätten allerdings auch die iranische Staatsangehörigkeit und wollten nicht zwingend das Land verlassen, ergänzte sie. Genaue Angaben zur Zahl der Menschen, die evakuiert werden wollen, machte sie nicht.
Deutlich mehr Menschen mit Staatsangehörigkeit eines EU-Staates sitzen den Angaben zufolge unfreiwillig in Ländern rund um den Iran fest, weil ihre Flüge wegen Luftraumsperrungen gestrichen wurden. Um ihnen bestmöglich zu helfen, wurde ein EU-Netzwerk für konsularische Zusammenarbeit aktiviert, das die Koordinierung von Evakuierungsbemühungen erleichtern soll.
Die US-Regierung informiert den Kongress über ihre Militärschläge gegen den Iran. Am Sonntag seien zunächst Mitarbeiter von Sicherheitsausschüssen im US-Senat und Repräsentantenhaus über den Angriff unterrichtet worden, teilt Dylan Johnson, ein Sprecher des Weißen Hauses, mit. Für Dienstag sei eine umfassende Unterrichtung aller Abgeordneten und Senatoren durch Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth geplant.
Die EU verstärkt nach Diplomatenangaben ihre Marinemission im Roten Meer. Zwei französische Kriegsschiffe sollten in den kommenden Tagen zur EU-Marinemission “Eunvafor Aspides” entsandt werden, sagte ein EU-Diplomat. Bislang waren bereits drei Kriegsschiffe aus EU-Staaten bei der Mission im Einsatz. An der Mission sind auch rund 30 Bundeswehrsoldaten beteiligt.
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran bedroht die Schifffahrt über die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Verkehrsrouten für den weltweiten Ölhandel. Bei einer Ausweitung des Konflikts könnte auch der Verkehr durch das Rote Meer gefährdet sein.
Die Staaten in der Region des Persischen Golfs haben Irans “ungerechtfertigte” Angriffe auf ihre Territorien verurteilt und ihr Recht auf Selbstverteidigung betont. Man werde “alle nötigen Maßnahmen” ergreifen, Sicherheit und Stabilität zu gewähren sowie alle Bürger zu schützen, “einschließlich der Option, auf die Aggression zu antworten”, erklärten die Außenminister des Golfkooperationsrats (GCC) nach einer außerordentlichen Sitzung.
Bislang haben die Staaten Saudi-Arabien, Katar, Oman, Bahrain, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate die Angriffe des Irans nur abgewehrt, sie haben nicht selbst zurückgeschlagen.
In ihrer gemeinsamen Erklärung betonten sie, dass ein Angriff auf einen Mitgliedsstaat dem Verteidigungsabkommen des Verbunds folgend einen Angriff auf alle Mitgliedsstaaten darstelle. Irans Angriffe seien eine schwerwiegende Verletzung der Souveränität der Mitgliedsstaaten. Der Iran hat infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe seit Samstag auch mehrfach Ziele in den Golfstaaten angegriffen, etwa in den Emiraten, in Bahrain und in Katar. Teils richteten sich die Angriffe gegen Stützpunkte des US-Militärs dort.
Das Militär der Vereinigten Arabischen Emirate hat nach eigenen Angaben inzwischen 152 ballistische Raketen und 506 Drohnen aus Iran abgewehrt. Das erklärte das Verteidigungsministerium auf der Plattform X. Zudem seien 35 Drohnen abgestürzt, 13 Raketen seien ins Wasser gefallen. Auch seien zwei Marschflugkörper abgefangen und zerstört worden. Am Samstagabend hatten die Emirate bereits die Abwehr von 132 ballistischen Raketen und 195 Drohnen seit Beginn der iranischen Angriffe bestätigt.
Was ist rund um Iran am Sonntag passiert? Wie wirkt sich der Konflikt auf die Region aus? Die Entwicklungen im Liveblog zum Nachlesen:





















