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Nächste Neuer-Verletzung: Kann der Bayern-Kapitän nun loslassen? | ABC-Z

Am Sonntagvormittag hatten die Bayern-Verantwortlichen und Manuel Neuer Gewissheit – im negativen Sinne. Die Verletzung entpuppte sich nach den Untersuchungen durch die Vereinsärzte schwerwiegender, als man zunächst am Vortag in Bremen gehofft hatte.

Der 39-jährige Torhüter erlitt beim 3:0 bei Werder in der ersten Halbzeit einen Faserriss in der linken Wade.

Neuer wird wohl Klassiker gegen Dortmund verpassen

Laut Vereinsmitteilung falle der Bayern-Kapitän “vorerst” aus. So formulieren es die Münchner stets bei einer Verletzung, um keinerlei Erwartungen bzw. Hoffnungen zu schüren, was die Dauer des Ausfalls und damit den Zeitpunkt des Comebacks betrifft. Was kann das bedeuten, ein Faserriss? Kommt auf die Dicke der Faser und auf die exakte Stelle des strukturellen Muskelschadens an. Nächsten Samstag gegen Frankfurt fehlt er sicher. Eine Woche später, am 28. Februar, beim Klassiker in Dortmund wohl auch. Danach? Abwarten und Heilfleisch beobachten.

Wenn man sich die Verletzungshistorie von Neuer in den zurückliegenden Monaten und Jahren anschaut, fällt auf: Kurz vor Weihnachten bedeutete ein Muskelfaserriss eine Ausfallzeit von 21 Tagen – dank des Winterurlaubs verpasste der Kapitän lediglich eine Partie und war zum Liga-Auftakt 2026 wieder im Tor.

Comeback-Zeitpunkt von Neuer ungewiss

Als Neuer ab Anfang März 2025 an einem Muskelfaserriss laborierte, musste er 56 Tage (Statistik laut transfermarkt.de) aussetzen und bei zehn Spielen zuschauen. Will sagen: Nichts Genaues weiß man nicht über den Comeback-Zeitpunkt. Die Biologie sagt: Auch Manuel Neuer wird nicht jünger. Am 27. März feiert er seinen 40. Geburtstag. Am Tag des WM-Testländerspiels seiner – ehemaligen – Nationalelf in der Schweiz.

Die Blessur von Bremen war “eine Kleinigkeit”, so Trainer Vincent Kompany am Samstag. “Nichts Dramatisches”, sagte Sportvorstand Max Eberl. Beides eher Ausdruck von Hoffnung. “Als er etwas gespürt hat, hat er sofort das Richtige gemacht und es direkt signalisiert”, erklärte Kompany und fügte optimistisch hinzu: “Er hat entspannt ausgesehen, und das ist dann meistens auch nicht so schlimm.”

Ist es bei Neuer an der Zeit aufzuhören?

Womöglich wirkte Neuer deshalb entspannt, weil er wohl wusste, was nun auf ihn zukommt. Pause, Reha, Aufbautraining. Gefühlt hat er das hunderte Male in seiner Karriere mitgemacht. So ein Faserriss ist eine eklige Sache. Nervt, zieht sich, kann wieder passieren.

Neuer bzw. sein Körper sendet Signale. Sagt ihm sein Körper, dass es langsam, aber sicher Zeit wäre? Dass die Muskeln nicht mehr mitspielen wie vor fünf, zehn, 15, 20 Jahren?

Im Einklang mit Körper und Geist (“Meinem Körper muss es gut gehen, ich muss mein Level haben, mit dem ich zufrieden bin”) will er rund um seinen 40. entscheiden, ob er noch eine Saison bei Bayern dranhängt, über einen erneuten Einjahresvertrag sprechen möchte.

Ungewohntes Bild: Manuel Neuer in der zweiten Reihe nach dem verletzungsbedingten Wechsel zur Halbzeit in Bremen.
© IMAGO/Jan Huebner
Ungewohntes Bild: Manuel Neuer in der zweiten Reihe nach dem verletzungsbedingten Wechsel zur Halbzeit in Bremen.

von IMAGO/Jan Huebner

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Kein Showmann: Neuer ist kein Müller

Kann man mit 40 eher loslassen? Mit der aktuellen Verletzung im Hinterkopf? Ist es nicht auch schön, eine allerletzte Reha an der Säbener Straße durchgezogen zu haben? Soll daher die Entscheidung so spät fallen, damit sich die Abschiedstournee durch die Stadien samt Brennglas auf den scheidenden Weltmeister von 2014 nicht so hinzieht?

Neuer ist kein Müller, kein Showman à la Thomas Müller, die die Bühne sucht und die Interaktion mit den Fans braucht. Neuer ist ein Kapitän, der Führung in einem Team mittels eigener Leistung und Vorbildcharakter begreift. Smart Leadership.

Neuer schätzt Kronprinz Urbig

Kein Zutrauen mehr in den Körper, kein Spaß. Kein Vertrag mehr bei Bayern, kein DFB-Comeback bei der WM. Wollen ist was anderes als können. Neuer konnte alles, kann’s immer noch. Wäre es sein größter innerer Coup, wenn er es auch bald sein lassen kann? Und womöglich käme er durch die kommende Saison nicht weitgehend verletzungsfrei wie durch die aktuelle. Von den möglichen bis zu drei Trophäen, die Neuer bis Ende Mai gewinnen kann, ganz abgesehen.

Jonas Urbig muss sich vorerst wieder auf die Bank setzen.
Jonas Urbig muss sich vorerst wieder auf die Bank setzen.
© IMAGO
Jonas Urbig muss sich vorerst wieder auf die Bank setzen.

von IMAGO

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Die Bayern haben ja Jonas Urbig (22), der in Bremen in der zweiten Halbzeit reinkam und auf den es nun ankommt. In naher Zukunft. “Mit Jonas haben wir jemanden, dem wir zu 100 Prozent vertrauen”, sagte Kompany. Einen Kronprinzen, den Neuer schätzt. Auch ein gutes Gefühl. Entgegen seines Naturells muss ein Torwart auch mal loslassen können.

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