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+++ Nachrichten im Irankrieg +++: US-Verteidigungsminister kündigt „gnadenloses Vorgehen“ gegen Iran an | ABC-Z

US-Armee fliegt massive Angriffe auf iranische Öl-Insel Charg

Die US-Armee hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump massive Angriffe auf die iranische Öl-Insel Charg geflogen. Alle militärischen Ziele auf der Insel im Persischen Golf, über die der Iran fast alle seine Öllieferungen abwickelt, seien zerstört, erklärte Trump. Schäden an der Ölinfrastruktur gab es offenbar nicht. Der Iran drohte im Gegenzug mit der Zerstörung von mit den USA verbundener Ölinfrastruktur und startete am Samstag neue Angriffe auf Israel und umliegende Golfstaaten.

Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom habe „einen der heftigsten Luftangriffe in der Geschichte des Nahen Ostens ausgeführt“, verkündete Trump am Freitag in Onlinediensten. Jedes militärische Ziel auf der iranischen Insel Charg sei „vollständig ausradiert“.

Die Insel Charg liegt im Norden des Persischen Golfs etwa 30 Kilometer von der Küste entfernt. Über das dort befindliche Öl-Terminal wird fast der gesamte iranische Rohölexport abgewickelt.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, es gebe keine Schäden an Ölanlagen auf der Insel. Demnach versuchte die US-Armee, auf Chargh „die Verteidigungsanlagen der Armee, die Joschan-Marinebasis, den Flughafen-Tower und den Hubschrauber-Hangar des iranischen Unternehmens Continental Shelf Oil zu beschädigen“.

Trump erklärte, er habe sich zunächst „dafür entschieden, die Ölinfrastruktur auf der Insel nicht zu zerstören“. Sollte der Iran aber „die freie und sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus“ stören, werde er „dies sofort überdenken.“ Trump kündigte zudem an, die US-Marine werde „sehr bald“ damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren.

Der Iran hat die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar de facto gesperrt. Der Iran beschoss zudem Ölanlagen in mehreren Golfstaaten und Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Die iranische Armee drohte im Fall von US-Angriffen auf iranische Ölanlagen mit einer Eskalation. Alle Öl- und Energieanlagen von Unternehmen, die teilweise im Besitz der USA seien oder mit den USA zusammenarbeiteten, „werden unverzüglich zerstört und in Schutt und Asche gelegt“, sagte ein Sprecher.

Die New York Times berichtete unterdessen, dass die US-Armee drei weitere Kriegsschiffe in die Region entsendet. Darunter soll sich nach Angaben zweier US-Beamter, die ungenannt bleiben wollen, auch das Amphibien-Angriffsschiff „Tripoli“ samt der dazugehörigen Marine-Einheit befinden. Der Einheit würden 2500 Marineinfanteristen sowie weitere Matrosen angehören. Die „Tripoli“, die derzeit im asiatisch-pazifischen Raum unterwegs ist, kann auch Kampfflugzeuge transportieren. Dem Wall Street Journal zufolge wurden die zusätzlichen Marines vom Regionalkommando Centcom angefordert und ihre Entsendung von Verteidigungsminister Pete Hegseth gebilligt. (afp/rtr)

Revolutionsgarden: US-Einrichtungen in den Emiraten sind legitime Ziele

Die Revolutionsgarden im Iran erklären Berichten iranischer Staatsmedien zufolge US-Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu legitimen Zielen ihre Angriffe. Dies sei eine Reaktion auf Angriffe von US-Streitkräften auf iranische Inseln, erklären die im Iran überaus einflussreichen Revolutionsgarden. Ziele seien Häfen, Anlegestellen und Militärstandorte. Die Bewohner der Emirate werden aufgerufen, sich von diesen Orten fernzuhalten, um zivile Opfer zu vermeiden.(rtr)

Ölverladungen im Hafen von Fudschaira ausgesetzt

Nach einem Drohnenangriff und einem Brand werden im Hafen von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) einige Ölverladungen ausgesetzt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Durch das Herabfallen von Trümmerteilen einer abgefangenen Drohne ist ein Brand ausgebrochen. Verletzte gebe es nicht, teilt die Pressestelle des Emirats mit. Zivilschutzkräfte seien im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen. Fudschaira gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) am Persischen Golf und ist ein wichtiger Umschlagplatz für Treibstoff. Der Hafen liegt außerhalb der Straße von Hormus. (rtr)

US-Botschaft in Bagdad attackiert

Eine Rakete hat nach Angaben aus irakischen Sicherheitskreisen einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Gelände der US-Botschaft in Bagdad getroffen. Aufnahmen der AP zeigten am Samstagmorgen eine Rauchsäule, die über dem Botschaftsgelände in der Hauptstadt aufstieg. Die Botschaft äußerte sich dazu nicht umgehend.

Der weitläufige Botschaftskomplex, eine der größten diplomatischen Einrichtungen der USA weltweit, war wiederholt Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen durch Milizen, die mit dem Iran verbündet sind. Am Freitag hatte die Botschaft ihre Sicherheitswarnstufe 4 für das Land erneuert und gewarnt, dass der Iran und verbündete Milizen bereits zuvor Angriffe auf US-Bürger, amerikanische Interessen und Infrastruktur verübt hätten und diese weiterhin ins Visier nehmen könnten.

Die Attacke erfolgte kurz nach Angriffen in Bagdad, bei denen zwei Kämpfer einer einflussreichen pro-iranischen Gruppe getötet wurden. Bei einem der Angriffe wurde ein von der pro-iranischen Kataeb Hisbollah genutztes Haus getroffen, wie AFP aus irakischen Sicherheitskreisen erfuhr. Eine „Schlüsselfigur“ der vom Iran unterstützten paramilitärischen Gruppe wurde demnach getötet, zwei weitere Mitglieder der Gruppe wurden verletzt.

Zwei Stunden später wurde bei einem weiteren Angriff auf ein Auto ein Mitglied der Hasched al-Schaabi getötet. Hasched al-Schaabi ist ein vom Iran unterstütztes Netzwerk ehemaliger Paramilitärs, die jetzt der regulären irakischen Armee angehören. Ein Vertreter der Hasched al-Schaabi sagte AFP, bei dem Getöteten handele es sich um ein Mitglied der einflussreichen Miliz Kataeb Hisbollah.

Es war zunächst unklar, durch wen die Angriffe erfolgten. Die Gruppe Kataeb Hisbollah äußerte sich zunächst nicht.

Iraks Nachbarland Iran wird seit Ende Februar von Israel und den USA massiv aus der Luft angegriffen. Teheran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region, auch im Irak. Umgekehrt wurden seit Beginn des Iran-Kriegs Stellungen der Hasched al-Schaabi ins Visier genommen (ap/afp)

KI-Beauftragter der Trump-Regierung fordert Kriegsende

Der KI-Beauftragte des Weißen Hauses, David Sacks, fordert ein Ende des US-Krieges gegen den Iran. „Dies ist ein guter Zeitpunkt, um den Sieg zu erklären und auszusteigen“, sagt Sacks in seinem „All-In Podcast“ in Washington. Die USA hätten die militärischen Fähigkeiten des Iran geschwächt. Nun sollten die USA einen Ausweg aus der Situation finden. Wenn eine Eskalation zu nichts Gutem führe, müsse man darüber nachdenken, wie man deeskalieren könne. „Deeskalation, denke ich, beinhaltet das Erreichen einer Art Waffenstillstandsabkommen oder einer Art Verhandlungslösung mit dem Iran.“ (rtr)

US-Verteidigungsminister kündigt gnadenloses Vorgehen an

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigt ein gnadenloses Vorgehen im Krieg gegen den Iran an. „Wir werden weiter Druck machen, weiter vorrücken, weiter angreifen“, sagt Hegseth vor Journalisten in Washington. „Kein Pardon, keine Gnade für unseren Feind.“ Der Befehl, „kein Pardon“ zu geben, also das Leben eines sich ergebenden Gegners nicht zu schonen oder damit zu drohen, ist nach dem humanitären Völkerrecht verboten. (rtr)

Trump: Iran ist „vollständig besiegt“

Der Iran ist nach den Worten von US-Präsident Donald Trump zwei Wochen nach Beginn der US-israelischen Luftangriffe „vollständig besiegt“. „Die Fake-News-Medien berichten nur ungern darüber, wie erfolgreich das US-Militär gegen den Iran vorgegangen ist, der vollständig besiegt ist und ein Abkommen wünscht“, schrieb Trump am Freitag auf seiner Onlineplattform Truth Social. Er fügte hinzu, die angeblich von Teheran gewünschte Vereinbarung sei „kein Abkommen, das ich akzeptieren würde“. (afp)

12 Tote bei israelischen Angriff auf Gesundheitszentrum in Libanon

Bei einem israelischen Angriff auf ein Gesundheitszentrum im Südlibanon sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens zwölf medizinische Mitarbeiter getötet worden. Dies meldet die staatliche libanesische Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Ministerium. Die Zahl der Todesopfer in der Stadt Borj Qalaouiya könnte sich noch ändern. Rettungskräfte suchten nach Vermissten. (rtr)

Hamas fordert Iran auf, Angriffe auf Nachbarländer einzustellen

Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas hat den Iran aufgefordert, die Angriffe auf Nachbarländer einzustellen. Teheran habe zwar das Recht, sich „mit allen verfügbaren Mitteln“ gegen die Angriffe Israels und der USA zu verteidigen, erklärte die Hamas am Samstag. Dies sei mit dem Völkerrecht vereinbar. Auf Angriffe auf Nachbarländer sollten die „Brüder im Iran“ aber verzichten.

Die Tötung Chameneis hatte die Hamas, die mit ihrem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den zweijährigen Krieg im Gazastreifen ausgelöst hatte, als „abscheuliches Verbrechen“ verurteilt. Die Hamas gehört wie die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen zu der vom Iran angeführten „Achse des Widerstands“. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels. (afp)

Katar fängt zwei Raketen aus dem Iran ab

Zwei Wochen nach dem Beginn des Iran-Krieges haben die Streitkräfte des Golfemirats Katar am Samstag zwei Raketen abgefangen. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass Abfangjäger am frühen Morgen über dem Zentrum der Hauptstadt Doha zwei Geschosse abgewehrt hätten. Zuvor waren Explosionen zu hören. Die Behörden evakuierten wichtige Stadtgebiete, Sicherheitskräfte waren vor Niederlassungen großer US-Konzerne postiert.

Das katarische Verteidigungsministerium erklärte in zwei getrennten Mitteilungen, dass seine Armee einen Raketenangriff „abgewehrt“ habe. Das Innenministerium des Golfstaats hatte kurz zuvor die Evakuierung „mehrerer wichtiger Gebiete“ bekannt gegeben. Es sprach von einer „vorübergehenden Vorsichtsmaßnahme“.

Im zentralen Stadtteil Muscheireb erhielten einige Bewohner auf ihren Telefonen Warnungen, „das Gebiet unverzüglich zu verlassen und sich vorsorglich an den nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben“. Im Zentrum Dohas waren Sicherheitskräfte auf den Straßen im Einsatz, einige Gebiete wurden abgesperrt.

Zahlreiche Bewohner und einige Hotelgäste in Muscheireb eilten in unterirdische Parkhäuser, um sich in Sicherheit zu bringen, wie ein AFP-Journalist beobachtete. Auf den Straßen waren Sicherheitskräfte, einige Gebiete in dem Stadtteil waren abgeriegelt.

Im Stadtteil Muscheireb befinden sich Niederlassungen des US-Tech-Konzerns Google und der US-Zahlungsfirma American Express. In Lusail nördlich von Doha standen Polizisten vor dem Eingang der katarischen Niederlassung des US-Technologiekonzerns Microsoft. (afp)

Vier Tote nach israelischen Angriffen im Gazastreifen

Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte sind bei zwei israelischen Angriffen im Gazastreifen vier Palästinenser getötet worden, darunter zwei 17-Jährige. Zudem sei ein Palästinenser bei dem Beschuss durch einen israelischen Panzer in der Nähe eines Polizeikontrollpunkts in Chan Junis im Süden des Gazastreifens getötet worden. Mehrere weitere Menschen seien ‌verletzt worden. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs liegt zurzeit nicht vor. (rtr)

Proiranische Hacker greifen Ziele in Nahost und in den USA an

Der Iran-Krieg wird auch im Internet geführt. Proiranische Hacker greifen Ziele im Nahen Osten und weiten ihre Aktivitäten zunehmend auf die USA aus. Damit wächst das Risiko, dass amerikanische Rüstungsfirmen, Strom- und Wasserwerke in ein digitales Chaos hineingezogen werden. Dieses könnte noch weiter zunehmen, sollten sich weitere Verbündete Teherans einschalten.

Vor wenigen Tagen hatte sich die Hackergruppe Handala zu einem Cyberangriff auf den US-Medizintechnikkonzern Stryker bekannt. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar versuchte die Gruppe auch, auf Kameras in Nahoststaaten zuzugreifen, um die Treffsicherheit iranischer Raketen zu erhöhen. Sie attackierte Datenzentren in der Region sowie Industrieanlagen in Israel, eine Schule in Saudi-Arabien und einen Flughafen in Kuwait.

Der Iran hat stark in seine offensiven Cyberkapazitäten investiert und zugleich Verbindungen zu Hackergruppen aufgebaut. In den vergangenen Jahren haben solche Gruppen im Auftrag Teherans bereits das E-Mail-System des Wahlkampfteams von Präsident Donald Trump infiltriert, US-Wasserkraftanlagen angegriffen und versucht, vom US-Militär und von Rüstungsunternehmen genutzte Netzwerke zu knacken.

Ziel ist es, den USA das Kriegführen schwer zu machen, Energiekosten in die Höhe zu treiben und von der Rüstungsindustrie abhängigen US-Firmen so viel Schaden wie möglich zuzufügen. „Es wird etwas passieren, denn jetzt geht es richtig zur Sache“, sagt Kevin Mandia, Gründer der Cybersicherheitsunternehmen Mandiant und Armadin.

Handala hatte erklärt, die Attacke gegen Stryker sei ein Vergeltungsschlag gewesen für mutmaßliche US-Angriffe, bei denen iranische Schulkinder getötet wurden. Wie anderen ideologisch motivierten Hackergruppen geht es Handala nicht um Profit, wie Ismael Valenzuela von der Cybersicherheitsfirma Arctic Wolf erklärt: „Was diese Gruppe unterscheidet, ist ihr klarer Fokus auf Datenvernichtung statt auf finanzielle Erpressung.“

Perspektivisch könnten US-Rüstungsfirmen und andere staatliche Auftragsnehmer, die mit Israel zusammenarbeiten, zu Angriffszielen werden. Dasselbe gilt für kritische Infrastruktur wie Krankenhäuser, Häfen, Kraftwerke und Eisenbahnen.

Proiranische Hacker diskutieren ihre Pläne offen auf Telegram und in anderen Onlinediensten. „Die Datenzentren müssen ausgeschaltet werden“, schrieb ein Nutzer laut dem privaten Internet-Informationsdienst SITE. „Dort befinden sich die Steuerungszentren der militärischen Kommunikations- und Zielerfassungssysteme der USA.“

Bei Cyber-Operationen können auch Geheimdienstinformationen gesammelt werden – zum Beispiel bei den iranischen Versuchen, Kameras in Nachbarländern zu hacken. Eine Infiltration von US-Netzwerken könnte einen Einblick in militärische Planungen oder Lieferketten bieten.

Die Angriffe auf das iranische Militär sowie Internet-Abschaltungen schränken möglicherweise kurzfristig iranische Cyberattacken ein. Doch Fachleute gehen davon, dass iranische Hacker und ihre Verbündeten auf schnelle Erfolge aus sein werden, indem sie auf die schwächsten Glieder in der amerikanischen Cybersicherheit abzielen.

Lokalen Wasserwerken oder Gesundheitseinrichtungen etwa fehlen häufig die Mittel und das Know-how für Sicherheitsmaßnahmen. Das macht sie zu einem beliebten Ziel, zumal Ausfälle hier schnell Panik auslösen können.

Konkret versuchen Hacker beispielsweise, ein Netzwerk mit so vielen Anfragen zu überfluten, dass rechtmäßige Nutzende keinen Zugriff mehr haben. Weitere Möglichkeiten sind unberechtigte Veränderungen an Webseiten, die dazu führen, dass ein Unternehmen nicht mehr mit Kunden kommunizieren kann, oder Drohungen, sensibles, gestohlenes Material zu leaken.

Die Angriffe seien zwar nicht besonders komplex, sagt Shaun Williams vom Cybersicherheitsunternehmen SentinelOne. Wenn Firmen oder Behörden ihre Cybersicherheit jedoch nicht auf dem Laufenden hielten, müssten sie dafür möglicherweise einen hohen Preis zahlen. „Patcht Eure Systeme. Stellt sicher, dass Eure Firewall und Sicherheitslösungen auf dem aktuellen Stand sind“, sagt er. „Entfernt Eure veralteten Accounts. Eure Cyberhygiene ist wichtiger denn je. Bereitet Euch auf Störungen vor.“ (dpa)

Iranische Internetblockade geht in die dritte Woche

Die Internetblockade im Iran geht in die dritte Woche. Die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks schrieb auf X, dass die Konnektivität weiterhin bei nur ein Prozent des normalen Niveaus liege. Die Bevölkerung könne nur ein eingeschränktes internes Intranet nutzen, während staatlich genehmigte Nutzer uneingeschränkten Zugang zum globalen Netz erhielten.

Netblocks kritisierte: „Während authentische Stimmen zum Schweigen gebracht werden und die Zivilbevölkerung ohne wichtige Informationen bleibt, füllt ein stetiger Strom von Inhalten, die das Regime genehmigt hat, die Lücke.“

Ein User schrieb auf X, die Abschaltung des Internets helfe dabei, die Berichterstattung zu kontrollieren, und verhindere, dass sich die Menschen organisierten oder frei äußern könnten.

Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats im Iran nutzt das Internet weiter ohne Einschränkungen. Seit Jahren verfügt ein privilegierter Kreis über sogenannte „weiße SIM-Karten“, die ermöglichen, ohne Sperren und Restriktionen online zu gehen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X, die eigentlich gesperrt sind. (dpa)

UN-Nothilfekoordinator warnt vor humanitären Folgen des Kriegs

UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher warnt vor den Folgen des Iran-Kriegs für dringend hilfsbedürftige Menschen. „Die Auswirkungen auf unsere lebensrettende humanitäre Arbeit werden immens sein. Millionen Menschen sind in Gefahr“, wurde Fletcher in einer Mitteilung seiner Organisation zitiert. Neben den Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung habe der Krieg auch Folgen für Märkte, Schifffahrts- und Flugrouten sowie Lebensmittelpreise – nicht nur in der Region, sondern weltweit.

Fletcher wies auf die stark gestiegenen Kraftstoffpreise hin, die die weltweiten Transportkosten in die Höhe trieben. Störungen im Flug- und Seeverkehr hätten den Waren- und Personenverkehr verlangsamt, wodurch die Ankunft humanitärer Hilfsgüter um bis zu sechs Monaten verzögert werden könnte. Zudem stünden die globalen Lieferketten unter Druck.

Fletcher warnte vor den Folgen der Sperrung der für den internationalen Schiffsverkehr enorm wichtigen Straße von Hormus vor der iranischen Küste: „Lebensmittel, Medikamente, Düngemittel und andere Hilfsgüter lassen sich schwerer transportieren und ihre Lieferung wird teurer.“ Daher laute seine Botschaft an die Konfliktparteien und alle, die Einfluss auf sie hätten: „Humanitäre Hilfsgüter müssen sicher durch die Straße von Hormus transportiert werden können.“ (dpa)

Hoher Ölpreis trotz gelockerter Sanktionen

Trotz der gelockerten Sanktionen für russisches Erdöl bleiben die Ölpreise auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Die Maßnahme der USA löste bei europäischen Partnern Kritik hervor – und sorgte am Ölmarkt für keine Entspannung. Im Gegenzug ließen Äußerungen aus den USA und dem Iran die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende schwinden.

Am frühen Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai rund 103 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vortag. Zum Vergleich: Vor Kriegsbeginn lag der Preis noch bei rund 73 Dollar. Die Marke von 100 Dollar pro Barrel hatten die Ölpreise zuletzt im Sommer 2022 geknackt. (dpa)

Hisbollah droht Israel mit „langer Konfrontation“

Die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon hat Israel mit einer „langen Konfrontation“ gedroht. „Wir haben uns auf eine lange Konfrontation eingestellt“, sagte Hisbollah-Chef Naim Kassem am Freitag in einer Fernsehansprache. Die Israelis müssten mit „Überraschungen auf dem Schlachtfeld“ rechnen, warnte der Hisbollah-Chef, während er von einem „existenziellen Kampf“ sprach.

Israels Verteidigungsminister hatte dem Libanon zuvor mit weiteren Angriffen auf die Infrastruktur des Landes gedroht. Die bisherigen Angriffe seien „erst der Anfang“, sagte Verteidigungsminister Israel Katz bei einem Treffen mit der Armeeführung am Freitag. In der Nacht zu Freitag hatte die israelische Armee eine Brücke über den Litani-Fluss im Südlibanon zerstört.

Die Brücke sei von Kämpfern der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz genutzt worden, um Waffen in den Südlibanon zu bringen, sagte Katz. „Die libanesische Regierung und der libanesische Staat werden einen immer höheren Preis in Form von Schäden an der Infrastruktur zahlen, die von Hisbollah-Terroristen“ für Angriffe auf Israel genutzt werde. Sollte die Regierung in Beirut ihrer Verpflichtung zur Entwaffnung der Hisbollah nicht nachkommen, werde Israel auch die Kontrolle über libanesische Gebiete übernehmen.

Die Entwaffnung der Hisbollah ist Teil der Vereinbarungen zur Waffenruhe, die Israel und die pro-iranische Miliz im November 2024 vereinbart hatten. Die libanesische Armee hatte im Januar erklärt, die erste Phase der Hisbollah-Entwaffnung abgeschlossen zu haben, die das Gebiet vom Litani-Fluss bis hinunter zur israelischen Grenze betrifft. Nach dem Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah erneut.

Nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur ANI führte die israelische Armee am Freitag Angriffe auf mehrere Straßen im Südlibanon aus und blockierte damit den Zugang vom Norden des Litani sowie von der östlichen Bekaa-Ebene aus – die von der Hisbollah für Waffentransporte genutzt wird. (afp)

Hisbollah-Funktionär bei Angriff auf Universität in Beirut getötet

Bei einem Angriff auf eine Universität im Libanon vor zwei Tagen hat die israelische Armee nach eigenen Angaben ein Mitglied der pro-iranischen Hisbollah-Miliz getötet. Bei dem Angriff am Donnerstag habe die israelische Luftwaffe „den Terroristen Murtada Hussein Srur, Mitglied der Luftwaffeneinheit der Terrororganisation Hisbollah, im Bereich der Libanesischen Universität in Beirut angegriffen und getötet“, erklärte die israelische Armee am Freitag.

Srur arbeitete nach Angaben der Armee „als Dozent für Chemie an der Libanesischen Universität in Beirut“. Er war demnach „ein Experte auf dem Gebiet der Waffenproduktion“ bei der Hisbollah.

Am Donnerstag waren laut einem Bericht der libanesischen Nachrichtenagentur ANI bei einem israelischen Drohnenangriff zwei Lehrkräfte auf einem Campus der Libanesischen Universität am Standort im Süden Beiruts getötet worden. Der Campus liegt am Rand der südlichen Vororte Beiruts. Das Gebiet gilt als Hochburg der Hisbollah. (afp)

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