Müritz: Den Nationalpark und sein Weltnaturerbe entdecken | ABC-Z

Stand: 02.03.2026 16:54 Uhr
Wälder und Seen prägen den Müritz-Nationalpark im südlichen Mecklenburg-Vorpommern. Die nahezu unberührten Buchenwälder von Serrahn im östlichen Teil zählen zum UNESCO-Weltnaturerbe. Tipps für Entdeckungstouren.
In Deutschlands größtem Nationalpark abseits der Küsten von Nord- und Ostsee sind 70 Prozent der Fläche mit Wald bedeckt, 14 Prozent sind Wasserflächen, die sich auf unzählige kleine und große Seen aufteilen. Dazu kommen Moore, Wiesen und Weiden.
Das Gebiet ist Rückzugsort vieler teils bedrohter Tierarten. Allein 56 verschiedene Säugetier-, 221 Vogel- sowie 13 Amphibien-Arten leben im Müritz-Nationalpark. Auch die Pflanzenwelt ist sehr vielfältig.
Weltnaturerbe Buchenwald bei Serrahn
Der gut 320 Quadratkilometer große Nationalpark teilt sich in zwei Bereiche: Der größere zieht sich vom Ostufer der Müritz, Deutschlands größtem Binnensee, bis westlich von Neustrelitz. Südöstlich der Stadt folgt das Teilgebiet Serrahn mit dichten, alten Buchenwäldern, die zum Weltnaturerbe gehören. Den Wald können Besucher auf einem Erlebnis-Pfad erkunden. Der etwa vier Kilometer lange Weg mit Moorsteg verbindet die Ortschaften Zinow und Serrahn. Dort informiert eine multimediale Ausstellung über das “Reich der Buchen”.
Geführte Touren zu verschiedenen Themen
Natur- und Landschaftsführer bieten regelmäßig Touren in beide Teile des Parks an – zu Fuß, mit dem Kanu oder Fahrrad. Mal stehen Greifvögel im Mittelpunkt, mal Fledermäuse, Pflanzen oder Pilze. Für Vogelfreunde lohnt sich der Besuch besonders im Herbst, der Saison der Kraniche. Ab Ende August sammeln sich an der Seenplatte zunächst die Brutpaare aus der näheren Umgebung. Ab Mitte September kommen Zehntausende Vögel aus Skandinavien hinzu, die vor dem Weiterflug nach Süden in der Region rasten. An mehreren Seen können Naturfreunde überdachte Beobachtungsstände nutzen, um den Vögeln möglichst nah zu kommen.
Ausgedehntes Netz an Rad- und Wanderwegen
Der Nationalpark lässt sich auch gut auf eigene Faust erkunden. Neun ausgeschilderte Radwege führen zu kleinen Seen und Dörfern, grünen Weiden und durch romantische Wälder. Die meisten sind Rundwege und mit jeweils etwa 20 Kilometern Länge ideal für eine Halbtags- oder Tagestour. Auch Wanderer finden zahlreiche schöne Strecken ganz unterschiedlicher Längen – von nur wenige Kilometer langen Spazierwegen bis zum 175 Kilometer langen Müritz-Nationalpark-Weg. Er ist in neun Etappen aufgeteilt, ein guter Start- und Zielpunkt ist Waren.
Praktisch für die Anfahrt direkt ins Innere des Parks sind die Busse der Nationalpark-Linie. Sie verkehren mit Fahrradanhängern von April bis Oktober mehrmals täglich zwischen Waren, Rechlin und Röbel. Für Urlauber, die in der Region übernachten, sind die Busfahrten bei Vorlage der Gästekarte kostenlos. Alle anderen können ein Nationalpark-Ticket erwerben. Zwischen Waren, Bolter Kanal und Röbel gibt es zudem einen regelmäßigen Schiffsverkehr.
Wasserwandern: Mit dem Boot durch den Nationalpark
Mit seinen zahlreichen Seen ist der Park auch ein ideales Revier für Kanutouren. Zur Auswahl stehen zwei ausgedehnte Wanderrouten – die “Alte Fahrt” von der Müritz zur Mirow-Leppiner-Seenkette und die “Obere Havel” von Kratzeburg zum Useriner See. Ein Faltblatt informiert über die Strecken, Bootsvermietungen und Übernachtungsmöglichkeiten. Außerdem gibt die Broschüre wichtige Tipps zum richtigen Verhalten auf den Gewässern des Nationalparks.
Türme bieten gute Aussicht
Ein beliebtes Ausflugsziel im Nationalpark ist das Dörfchen Speck am Hofsee. Der Ort bietet eine kleine neugotische Kirche sowie den höchsten Aussichtsturm des Parks, den Käflingsbergturm. Von einer Plattform in 31 Metern Höhe haben Besucher einen weiten Blick über die Wald- und Seenlandschaft bis zur Müritz. Weitere Aussichtstürme gibt es unter anderem am Specker See, südlich von Krienke und am Großen Serrahnsee.
Info-Station und Wildpark in Boek
Einen Abstecher lohnt auch das alte Dorf Boek, das rund einen Kilometer vom Ostufer der Müritz entfernt liegt. Im ehemaligen Gutshaus des Ortes befindet sich eine der Informationsstellen des Nationalparks mit einer kleinen Ausstellung. Außerdem gibt es in Boek einen 80 Hektar großen Wildpark mit einheimischen Tierarten sowie eine sehenswerte neugotische Backsteinkirche von 1847.
Vom Jagdgebiet der SED-Politiker zum Nationalpark
Zu DDR-Zeiten waren weite Teile des heutigen Nationalparks Jagdgebiet von Politikern, Erholungsgebiet für Angehörige des Militärs und Truppenübungsplätze. Für alle anderen Bürger war der Zutritt verboten – ein Vorteil für die Natur: Sie konnte sich jahrzehntelang weitgehend unberührt entwickeln. Seit 1990 steht die Landschaft als Nationalpark unter Schutz.
Die Müritz und der Müritz-Nationalpark
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