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Münsing: Seeuferstraße wird saniert und zur Ortsstraße herabgestuft – Bad Tölz-Wolfratshausen | ABC-Z

Nur knapp neun Kilometer lang, viel zu schmal und keine Chance, sie auszubauen – warum die TÖL 2 jemals als Kreisstraße deklariert wurde, weiß wohl keiner mehr so recht. Die als Seeuferstraße bekannte Strecke am östlichen Ufer des Starnberger Sees soll daher auch zur Gemeindestraße herabgestuft werden. Eine entsprechende Vereinbarung haben der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und die Gemeinde Münsing ausgehandelt. Allerdings gibt es noch eine Hürde: Bei der Übergabe muss die Straße saniert sein. Die Kosten, deren Höhe noch nicht feststeht, müsste der Landkreis übernehmen.

Nach jahrzehntelangen Debatten könnte es endlich eine Lösung geben. Der Münsinger Gemeinderat erklärte im Dezember vergangenen Jahres in einem mehrheitlich gefassten Grundsatzbeschluss die Bereitschaft, künftig die Straßenbaulast zu übernehmen. Bislang hatte das Gremium die Abstufung stets aus Kostengründen abgelehnt. Jetzt schien der gordische Knoten durchschlagen. Dem Kreisausschuss lag in seiner jüngsten Sitzung die Vereinbarung vor. Doch nicht allen Mitgliedern war wohl bei der Zustimmung zum Regelwerk.

Die TÖL 2 beginnt an der Grenze zum Landkreis Starnberg und endet in Ambach, wo sie in die Staatsstraße 2065 mündet. Kreisstraßen sollen definitionsgemäß dem „überörtlichen Verkehr innerhalb eines Landkreises, dem Verkehr zwischen benachbarten Landkreisen und kreisfreien Gemeinden oder dem erforderlichen Anschluss von Gemeinden an das überörtliche Verkehrsnetz dienen“. Diese Kriterien sind bei der Seeuferstraße mit lediglich drei bis dreieinhalb Metern Breite nicht erfüllt. Ferner befindet sich die nicht ausbaufähige Straße in einem parkähnlichen, sensiblen Naturraum und wird vornehmlich als Geh- und Radweg genutzt.

Der Landkreis hat die Straße in einem der „künftigen Straßenklasse“ entsprechenden Zustand zu übergeben. Stichtag der Übergabe ist der 1. Juli 2026. Welche Sanierungen nötig sind, untersucht ein Ingenieurbüro in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim. Münsing kann entscheiden, ob die Arbeiten durch den Landkreis ausgeführt werden oder ob stattdessen ein Ausgleichsbetrag an die Gemeinde gezahlt wird. Dieser Passus ließ die Kreisräte hellhörig werden. Denn angesichts klammer Kassen möchte man keinen Blankoscheck ausstellen. CSU-Kreisrat Martin Bachhuber forderte ein „vernünftiges Maß“ bei den Kosten für die Straßenarbeiten. Dem schloss sich Barbara Schwendner (Grüne) an, die darum bat, dass der Kreisausschuss über alles informiert wird.

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