Geopolitik

Münchner Sicherheitskonferenz: Verteidigungsminister Pistorius kontert Rubio-Rede | ABC-Z

Die drei Appelle des Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der bei der MSC erneut mit stehenden Ovationen empfangen wurde, hat drei flammende Appelle an den Westen gerichtet.

1. Die westlichen Verbündeten dürften sein Land nicht bei der Luftverteidigung im Stich lassen

Russland greife täglich weiter mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen an, doch der Nachschub für die Luftverteidigungssysteme sei weitgehend erschöpft. Oft kämen dringend erwartete Flugkörper für die Systeme erst kurz vor russischen Angriffswellen an. Ausdrücklich dankte Selenskyj Deutschland, Norwegen und den Niederlanden dafür, dass sie bei diesem Thema Druck machten. Auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte forderte die europäischen Verbündeten auf, stärker die Initiative PURL zu nutzen, um damit dringend benötigte Luftverteidigungssysteme in den USA einzukaufen.

2. Der Druck auf Russland muss erhöht werden, auch durch die Lieferung neuer Waffensysteme. 

Russland verliere Monat für Monat 30.000 bis 35.000 Soldaten an der Front und mobilisiere im Gegenzug monatlich etwa 40.000 neue Soldaten, von denen nicht alle an die Front kämen. Es gehe darum, den Preis für Russland weiter in die Höhe zu treiben. Verliere Russland nicht 30.000, sondern 50.000 Soldaten monatlich, werde auch Kreml-Chef Wladimir Putin den Krieg nicht mehr lange durchhalten können.

3. Der Westen darf Putin nicht auf den Leim gehen. 

Der Kreml-Chef gebe zwar vor, friedensbereit zu sein, aber man dürfe ihm das nicht abnehmen, da er seinen imperialen Plänen treu bleibe. Auch sei es illusorisch zu glauben, dass Gebietsabtretungen der Ukraine einen dauerhaften Frieden sichern könnten. So wie das Münchner Abkommen 1938, als die Tschechoslowakei das Sudetenland an Deutschland abtrat, den Zweiten Weltkrieg nicht verhinderte, so würden auch jetzt Konzessionen der Ukraine Putin nicht von seinen eigentlichen Zielen abbringen. Russland höre nur auf Stärke.

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