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Münchner Norden: Auf dem Lerchenauer Feld startet der Wohnungsbau – München | ABC-Z

Auf dem Lerchenauer Feld rollen die Baumaschinen: Nach Jahren der Planung beginnt der Wohnungsbau auf der fast 25 Hektar großen, bislang großteils brachliegenden Fläche in Feldmoching im Münchner Norden. Dort soll in den kommenden Jahren ein modernes, nachhaltiges Wohnquartier entstehen. Insgesamt um die 1700 Wohnungen, etwa 1000 davon öffentlich gefördert, sollen gebaut werden, dazu eine Grundschule, ein Gymnasium, sechs Kindertagesstätten, mehrere soziale Einrichtungen und Geschäfte. Und dazwischen: viel Grünfläche.

Zwei Bagger, eine Raupe und zwei Spezialtiefbaugeräte sind nun auf einem Teil des Feldes im Auftrag der Bayerischen Hausbau im Einsatz, um eine fast sieben Meter tiefe Grube zu graben. Auf etwa 6300 Quadratmetern Grundstücksfläche will das Unternehmen 165 Wohnungen bauen, etwa ein Viertel davon zur preisgedämpften Vermietung. Zusätzlich ist eine Kita geplant. An die 24 000 Kubikmeter Erde müssen dafür ausgehoben werden. Damit ließen sich fast zehn olympische Schwimmbecken füllen. Es ist der erste von mehreren Schritten der Bayerischen Hausbau – und nur ein Teil des gemeinsamen Projekts mit der Stadt München und der Concept Bau, einer weiteren privaten Baugesellschaft.

Dass der Wohnungsbau jetzt tatsächlich beginnt, ist bemerkenswert. Es ist nämlich nicht der erste Anlauf, eine Wohnsiedlung auf dem Gelände zu errichten. Bereits in den 90er-Jahren plante die Stadt dort Ähnliches, damals bekannt als Siedlung an der Bergwachtstraße. 2002 brach man das Vorhaben jedoch vor Baubeginn ab. Der Kommune fehlte das Geld für die nötige Infrastruktur. Einige Jahre später begann der neue Versuch: 2018 beschloss der Stadtrat, einen neuen Bebauungsplan für das Lerchenauer Feld zu erstellen. 2023 trat dieser letztlich in Kraft.

Dazwischen hatte die Stadt gemeinsam mit den privaten Baugesellschaften einen Wettbewerb ausgeschrieben, um das Konzept für Architektur und Landschaftsplanung der Siedlung zu festzulegen. Dabei wurden in mehreren Etappen auch die Meinungen der Einwohner Feldmochings einbezogen. Der Siegerentwurf setzt auf laut Stadt „gut proportionierte“ grüne Wohnhöfe mit Wohngebäuden drumherum. Das Quartier soll möglichst fußgänger- und fahrradfreundlich, der Autoverkehr reduziert werden. Die ÖPNV-Anbindung wird in den kommenden Jahren wohl zudem durch eine von der MVG geplante neue Tramlinie ergänzt.

Insgesamt plant die Bayerische Hausbau etwa 600 Wohnungen, die Concept Bau knapp 700 Wohnungen auf ihren jeweiligen Baufeldern. Die Stadt, Eigentümerin von etwa der Hälfte der Fläche, will weitere knapp 500 bezahlbare Wohnungen bauen. Außerdem plant sie mehrere Kindertagesstätten, eine Pflegeeinrichtung, eine offene Einrichtung für Kinder und Jugendliche und einen Schul- und Sportcampus. Der Bau des Campus ist bereits seit 2024 im Gange. Auf den weiteren städtischen Baufeldern, realisiert von der Münchner Wohnen, soll es dann 2029 losgehen.

Die ersten Wohnungen der privaten Bauträger sollen da schon stehen: Die Bayerische Hausbau will ihren ersten Bauabschnitt 2028 fertiggestellt haben. Ganz ähnlich sieht es bei der Concept Bau aus. Noch Ende März möchte sie in einem ersten Abschnitt mit dem Bau von 228 Wohnungen beginnen, 70 davon mietpreisgedämpft. Ebenfalls bis 2028 sollen auch diese Wohnungen bezugsfertig sein. Die Baustarts auf den anderen Baufeldern sind laut beider Gesellschaften noch offen. Vollständig abgeschlossen soll das Projekt, zumindest nach aktuellen Plänen, 2032 sein.

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