Münchner Marienplatz: Der Pumuckl tanzt mit der Narrhalla in den Fasching 2026 – München | ABC-Z

Es ist arg frostig, und gleich endet ihre Regentschaft im Rathaus. Davor hält Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) die vermutlich feurigste Rede des Tages und spricht über das Lächeln in den Gesichtern der Münchnerinnen und Münchner. Es seien die Frauen und Männer der Narrhalla, die dieses „zaubern“, wenn sie in ihren Roben und Kostümen durch die Stadt ziehen.
Dietl steht vor dem Rathaus auf der Bühne und ist hörbar frohsinnig bei der Inthronisation der Faschingsprinzenpaare. Stephan I. und Samantha I., flankiert vom Jugendprinzenpaar Jonathan I. und Sara I. Ein paar Hundert Menschen sind am Samstag auf den Marienplatz gekommen. Die Menge zeige, sagt Dietl, „wie faschingsbegeistert München ist“.
Sie sei „froh“, dass sie nun die Regentschaft abgeben könne, so Dietl, sie habe ja zwei Wochen alleine im Rathaus regiert. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) weilt im Urlaub, derweil durfte sich seine Vertreterin um die von der Eisbachwelle ausgelösten politischen Wirren kümmern. „Wenn ihr mal Tipps braucht“, sagt sie zu den neuen, kostümierten Regenten, „stehe ich gerne zur Verfügung“.
Ehe sie den Narren den sehr großen Schlüssel des Rathauses überreicht, verspricht Dietl der Faschingsgesellschaft Narrhalla, immer an ihrer Seite zu stehen. Und bevor jemandem Zweifel am Stellenwert des hiesigen Frohsinns kommen, stellt Dietl klar: Wer aus dem Rheinland komme, könnte so denken. Der Münchner Fasching sei jedoch „einzigartig“, sagt die Bürgermeisterin.
Dass sie das Rheinland erwähnt, könnte an Stephan Kürten, 34, liegen. Der ist vor sieben Jahren von Bonn nach München gezogen und nennt sich jetzt Prinz Stephan I., „der bergische Löwe des Isarvalleys“. An seiner Seite Samantha Bigl, 28, „die funkelnde Tänzerin zwischen Isarglitzern“. Sie sei ein Münchner Kindl, sagt der Moderator, wofür es vergleichsweise viel Applaus gibt.

Während das Glockenspiel die Heiterkeit auf der Bühne vorübergehend verstummen lässt, ist Zeit für ein Spontaninterview. Und, wie ist der Münchner Fasching im Vergleich zum Kölner Karneval? Der Prinz meint, er sei das schon oft gefragt worden. Seine Antwort: Er fühle sich in München sehr wohl und sehr gut aufgenommen. Leise fügt er an, dass der Kölner Karneval schon „over the top“ sei. Die Prinzessin schließt sich dem Prinzen an: Köln sei schön, aber der Münchner Fasching „steht dem in nichts nach“.
Damit das auch die in Köln hören, fordert Moderator Norbert Schmid aus dem Elferrat die Faschingsfans auf dem Marienplatz immer wieder zum Klatschen und Applaudieren auf. Einige kommen der Bitte nach. Dann zeigen die Prinzengarde und das Fahnenregiment Ausschnitte aus dem neuen Showprogramm. Beine gehen hoch, Röcke drehen sich. Und dann tanzt ein Kobold über die Bühne, rote Haare, gelbes Hemd, grüne Hose. „Hurra, der Pumuckl ist da!“





















