München: Wo Start-ups für Verteidigungstechnologien gefördert werden – Landkreis München | ABC-Z

„Wir stoßen mit Palladion neue Türen auf, gehen neue Wege und beweisen, dass Defence-Tech-Start-ups nicht nur mit großen Herstellern konkurrieren, sondern auch einen großen Unterschied für die Verteidigungsfähigkeit machen können.“ So erklärte Christian Hösle, Geschäftsführer des „Palladion Defence Accelerator“ der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg, worum es bei seinem Projekt geht. Früher sei die Aufgabe der Verteidigung fast nur bei großen Konzernen und dem Staat verankert gewesen. Doch heute, in einer Welt, die von rasanter technologischer Entwicklung geprägt sei und in der sich Konflikte schnell veränderten, müsse man sich anders orientieren. Genau da setze Palladion an.
Gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München bietet die Süddeutsche Zeitung innerhalb ihres Projektes „Schule und Zeitung“ Schulklassen in und um München einmal jährlich Vorträge zu spannenden und aktuellen Themen an. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren und diskutieren mit den Expertinnen und Experten der Universität der Bundeswehr und schreiben im Anschluss eigene Artikel, die auf einer Sonderseite der gedruckten SZ sowie in der digitalen Ausgabe und auf der Homepage erscheinen. Zudem werden die Artikel auch online im Blog auf dieser Webseite veröffentlicht. Im aktuellen Projektzeitraum schreiben Schülerinnen und Schüler des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums und des Gymnasiums Unterföhring über Forschungsprojekte an der Universität der Bundeswehr München.
Palladion ist ein sogenannter Defence Accelerator, der an der Bundeswehruniversität seit Beginn des Jahres tätig ist. Hier werden Hösle zufolge Start-ups gefördert, die die Sicherheit der Bevölkerung verbessern wollen. Die betreuten Unternehmen kämen unter anderem aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Cyberabwehr und sichere Kommunikation. Dabei würden auch ethische und gesellschaftlich umstrittene Fragen diskutiert. Ziel von Palladion sei es, so Hösle, Europa und auch die Nato-Länder unabhängiger zu machen und selbst Verteidigungssysteme zu entwickeln, um mehr Kontrolle und Sicherheit über den eigenen Verteidigungssektor zu erhalten.
Accelerator bedeute wortwörtlich übersetzt „Beschleuniger“, erklärte Christian Hösle. Die vom Palladion-Accelerator geförderten Start-ups bekämen für einen bestimmten Zeitraum Geld sowie Zugang zu Beratung, um schneller wachsen und innerhalb der Branche Netzwerke knüpfen zu können. Dabei sei es das Ziel, aus einer Idee möglichst schnell ein funktionierendes, erfolgreiches Produkt zu machen. Dieses Vorgehen sei in der Verteidigungsbranche eine „Revolution“, so Hösle.
Palladion ist der einzige deutsche Defence Accelerator im Innovationsprogramm Defence Innovation Accelerator for the North Atlantic (Diana) der Nato. Die Initiative sei von dem internationalen Verteidigungsbündnis im Jahr 2023 gegründet worden, um sich moderner aufzustellen, so der Geschäftsführer. Auch Diana fördere Start-ups, die Verteidigungstechnologien entwickelten und verfüge über ein großes Netzwerk von Accelerator-Standorten, mit über 180 Testzentren sowie wichtigen Regionalbüros etwa in London, Tallinn und Halifax. Bei den geförderten Projekten sei der sogenannte Dual Use wichtig, betonte Hösle: Technologien, die nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch zivil eingesetzt werden könnten. Ein Beispiel dafür sei die Drohnentechnik, die sowohl zur militärischen Überwachung oder Spionage, als auch zum Ausliefern von Paketen für die Bevölkerung dienen könne.
Palladion ist nach den Worten von Christian Hösle also mehr als nur ein normales Start-up-Programm. Es stehe für Innovationen, die es jungen Start-ups ermöglichten, in der Verteidigungsbranche Fuß zu fassen sowie neue Ideen und Technologien zu entwickeln, die Europa und die Nato unabhängiger und sicherer machten.
Autoren: Emil Heuke, Milo Pietsch, Mohammed-Amed Chouria, Arda Pehlivan, Jahrgangsstufe 11, Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in München





















