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München: In der Imperia Bar ist erlaubt, was gefällt – München | ABC-Z

Eine Bar ist – das ist gemeinhin bekannt – ein Lokal, in dem Getränke, vor allem alkoholische, ausgeschenkt werden. Das Konzept hat sich bewährt, in München gibt es dafür nun wahrlich einige gute Beispiele – und doch ist es herrlich erfrischend, wenn sich dazwischen ein Ort wie die Imperia Bar mischt.

Klar, auch hier gibt es Drinks, auch hier sind sie bevorzugt mit Alkohol. Aber, und das ist der kleine, aber feine Unterschied: Mal kann man sich hier nebenher einen Blumenstrauß zusammenstellen, mal Pasta all’arrabbiata essen, mal eine Runde Bingo spielen, mal eine Modenschau anschauen. Angeblich wurden hier am vergangenen Valentinstag auch schon Heiratsanträge gemacht. Die Grenzen zwischen dem, was eine Bar ist und sein kann, die sind in der Adalbertstraße 23 fließend. Erlaubt ist, was gefällt.

Das mag auch daran liegen, dass das Team um Iassen Markov wenig zu verlieren hat: Das Haus, in dem sich die Bar befindet, wird früher oder später abgerissen – das war von Anfang an klar. Die Amore Bar, die hier zuvor zu Hause war, hatte schon 2021 mit dem Abriss gerechnet. Um sich diese Option offenzuhalten, verlängern die Vermieter auch der Imperia Bar den Mietvertrag immer nur für ein halbes Jahr. 2025 haben die Betreiber deshalb auf einen Schanigarten verzichtet, heuer wollen sie aber vielleicht doch noch einen bauen – selbst wenn dann tatsächlich im September Schluss sein sollte. Weil, warum eigentlich nicht?

Dass sich die Imperia Bar ausprobiert, liegt aber vielleicht auch daran, dass mit dem „kreativen Kopf“, wie Markov seine Kollegin Lian Nachtmann nennt, eine junge und offenbar experimentierfreudige Frau die Ideen für die Events entwickelt. „Wir wollen ausprobieren, was geht“, sagt sie. Und gehen tut ganz offensichtlich alles Mögliche. Manche Veranstaltungen finden dabei nur einmal statt, andere regelmäßig, wie „Flowers & Sours“. Letzteres liegt nahe, immerhin befindet sich der Concept-Store Imperia III, in dem sie unter anderem Blumen verkaufen, direkt nebenan. Beim besagten Event kann man daher – wie der Name schon erahnen lässt – Nelken, Lilien, aber auch Eukalyptus zu Sträußchen binden. Dazu dann Whiskey, Sarti oder Aperol Sour für 15 Euro, wenn man gleich zwei bestellt? It’s a match.

An der vollgestickerten Bar gibt es Drinks wie Whiskey Sour, Bier und Club Mate. (Foto: Stephan Rumpf)
Immer wieder überlegt sich das Betreiber-Team neue Events, Hauptsache, es wird nicht langweilig.
Immer wieder überlegt sich das Betreiber-Team neue Events, Hauptsache, es wird nicht langweilig. (Foto: Stephan Rumpf)

Der Umstand, ein Provisorium zu sein, wird in der Imperia Bar auch inneneinrichtungstechnisch umarmt, statt kaschiert: Die Wände sind kobaltblau geblieben, auch die großflächigen Illustrationen des Künstlers Gabriel Holzner alias „Created by Gabe“ sind noch da, die Bodenfliesen sind abgewetzt und stellenweise voller Farbe, die Sitzmöbel zusammengewürfelt und -gezimmert, dazwischen hat jemand ein paar grüne Pflanzen gestellt, vermutlich ebenfalls aus dem Laden nebenan. Man glaubt es Nachtmann deshalb sofort, wenn sie sagt: „Wir wollen das nicht so ernst nehmen.“

Eine Bar als Spielwiese, das scheint hauptsächlich bei der Gen Z anzukommen; zumindest am Abend des Besuchs ist das Publikum auffallend jung. Man fühlt sich nicht zuletzt auch deshalb gleich an die Georgs Bar in der Georgenstraße erinnert, die samt Minigolf-Anlage ihrerseits ein Provisorium ist. Entsprechen solche Orte also womöglich gerade dem Zeitgeist? Aber nein, weg mit solchen verkopften Gedanken, und hinein in den Abend, die Nacht. Wer weiß schließlich, was morgen ist.

Imperia Bar, Adalbertstraße 23, Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 17 bis 0 Uhr

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