Geopolitik

MSC-Gast Rüdiger Lucassen: AfD-Politiker plädiert für deutsche „Entgegennahme der militärischen Hauptlast“ an Nato-Nordostflanke | ABC-Z

Erstmals seit 2021 ist die AfD auf der Münchner Sicherheitskonferenz vertreten. Unter den Gästen ein AfD-Verteidigungspolitiker. Er fordert, Deutschland als europäische Führungsnation zu ertüchtigen.

Der AfD-Verteidigungspolitiker Rüdiger Lucassen plädiert vor der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) für eine entschlossene Reaktion auf die neue US-Verteidigungsstrategie. „Deutschland muss diese Faktenlage als Chance begreifen. Wir können eine Schlüsselrolle in Europa besetzen, die Führung übernehmen und unseren Kontinent aus der selbst verschuldeten Verzwergung befreien“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion der Deutschen Presse-Agentur in München.

Lucassen hat als einer von drei AfD-Politikern erstmals seit 2021 eine offizielle Einladung zur Konferenz in München erhalten. Unklar war zunächst, ob und in welchem Format die AfD-Politiker angereiste Vertreter der US-Regierung treffen werden.

Lucassen sagte, er wolle auf der Sicherheitskonferenz die Idee platzieren, Deutschland als europäische Führungsnation zu ertüchtigen. „Mir schwebt beispielsweise die Übernahme der militärischen Hauptlast an der Nordostflanke der Nato vor. Zusätzlich sollte Deutschland eine starke maritime Unterstützung zur Sicherung im Nordatlantik bereitstellen können“, sagte er.

Er denke an vier zusätzliche Heeresdivisionen und zwei Hubschraubergeschwader für die Bundeswehr. Zudem nannte er den Aufbau von Fähigkeiten mit neuen, weitreichenden Waffensystemen („Deep-Strike“) – für die es laufende Pläne bereits gibt – und ein Kreuzergeschwader.

„Eine Rolle Deutschlands als Führungsnation bedeutet dabei auch, dass sich kleinere Partner an uns anlehnen können. Keine europäische Armee, aber ein verteidigungsbereites europäisches Bündnis“, sagte Lucassen.

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist das weltweit wichtigste Expertentreffen zur Sicherheitspolitik. Bei den vergangenen beiden Treffen hatte sich der inzwischen ausgeschiedene Konferenzleiter Christoph Heusgen dafür entschieden, die AfD nicht mehr einzuladen. Der aktuelle Vorsitzende, Wolfgang Ischinger, verfährt anders.

dpa/jac

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