Mentalität, Qualität und Kaltschnäuzigkeit: 1860 gelingt der langersehnte Befreiungsschlag | ABC-Z

Es lief die 29. Minute am Samstag im Eilenriedestadion von Hannover, da schoss Sigurd Haugen die Löwen erstmals seit sechs Drittligaspielen wieder in Front. Na endlich! Als die fünfte Minute der Nachspielzeit ablief, pfiff Schiedsrichterin Fabienne Michel ein Spiel ab, in dem sich 1860 nicht benachteiligt wähnte. Na endlich! Und das Beste für die Löwen: Zum ersten Mal im Jahr 2026 stand unter dem Strich ein Sieg – na endlich!
“Das war definitiv ein Befreiungsschlag. Der Sieg tut uns unfassbar gut”, sagte Torjäger Patrick Hobsch nach dem 5:0-Schützenfest des TSV 1860 beim TSV Havelse, bei dem er selbst erstmals seit dem 2:1-Auswärtssieg Mitte Dezember beim FC Ingolstadt 04 wieder ins Schwarze getroffen hatte. Schon das nächste Na-Endlich-Szenario an diesem Tag, der Sechzig den überfälligen ersten Dreier der Rückrunde einbrachte.
Hobsch: “Zwischendurch war es eine enge Kiste”
Und zwar nicht, weil der TSV den Vorletzten von Anfang bis Ende ganz und gar dominiert hätte. 1860 begann zwar vom Anpfiff weg druckvoll, stand defensiv stabil und erspielte sich Chance um Chance, die Hausherren hielten aber mit aller Macht dagegen und hatten zunächst die reifere Spielanlage, sofern man auf dem Eilenrieder Acker davon sprechen konnte.
“Zwischendurch war es eine enge Kiste”, so Torjäger Hobsch, der mit seinem Treffer zum 2:0 die Vorentscheidung markierte (53.), phasenweise eine “wilde Partie” sah und sich letzten Endes “hochzufrieden” zeigte – auch damit, dass man “hinten mal keines bekommen” hatte.
© sampics
von sampics
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Sechzigs zweithöchster Auswärtssieg der Drittliga-Historie
Hobschs Analyse lässt sich kaum widersprechen, höchstens ergänzen, dass sich die Sechzger den dreifachen Punktgewinn durch die richtige Mentalität, die nötige Qualität und eine selten gesehene Kaltschnäuzigkeit vor dem Kasten verdient haben.
Sechzigs zweithöchster Auswärtssieg der Drittliga-Historie weckt Erinnerungen an ein 6:0 am 24. April 2022 beim MSV Duisburg (ein Tor und vier Assists durch Stefan Lex). Und das, obwohl sich Havelse trotz erst 19 Punkten rund um die Winterpause mit drei Siegen und zwei Remis in den letzten acht Partien teurer verkaufen konnte als zuvor, darunter auch ein 4:0 gegen 1860-Besieger TSG Hoffenheim II (5:1) oder ein 2:2 gegen Spitzenklub SC Verl.
Starke Kollektivleistung des TSV 1860
Trainer Markus Kauczinski hatte aber diesmal nicht nur die richtige Startelf gefunden, (Raphael Schifferl wieder drin, Philipp Maier wieder auf der Sechs, Tim Danhof auf der rechten Schiene und David Philipp als Volland-Ersatz), sondern auch die richtigen Worte an alle Beteiligten: 1860 legte eine starke Kollektivleistung hin, bei der kein einziger Sechzger abfiel.
Der große Unterschied zwischen den Kontrahenten, und auch zwischen der Löwen-Elf an diesem Tag im Vergleich zu den Auftritten der Vorwochen bestand vor allen Dingen darin, dass sich Sechzig vor dem gegnerischen Kasten in Form von fünf verschiedenen Torschützen gleich mehrfach eiskalt zeigte.
Haugen abermals bester Löwe
Wenn vielleicht ein Giesinger noch mehr glänzen konnte als der Rest, so war dies Top-Torjäger Haugen: Der Masken-Löwe leitete, trotz mancher Abseitsläufe und einiger weiterer vergebener Chancen, neben seinem eigenen Dosenöffner-Tor (zehnter Saisontreffer) das 2:0 durch Hobsch clever ein und legte Justin Steinkötters 4:0 mustergültig vor.
Und was sagt der Chefcoach dazu? “Wir haben lange gewartet – das Jahr 2026 fängt für uns jetzt erstmal an”, meinte Kauczinski über das “Kampfspiel” in Anlehnung an die Sieglos-Serie der Blauen in den vergangenen vier Duellen des noch jungen Jahres (drei Remis, eine Pleite). Fazit: Überfälliger Sieg – geht’s jetzt richtig los?





















