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Markt Indersdorf: 20 000 Besucher beim größten Faschingsumzug in der Region – Dachau | ABC-Z

Der Indersdorfer Faschingszug ist für Fans des bunten Trubels alljährlich ein Muss. Vorsichtig geschätzt treffen sich auf dem Zugweg und anschließend auf dem Marktplatz rund 20 000 Menschen, darunter sicher auch die Mehrzahl der etlichen hundert Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus den 69 angemeldeten Wagen und Gruppen – das ist schon fast wie im Rheinland. Rund einhundert Security-Leute, mindestens sechzig Polizistinnen und Polizisten und viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgen für die Sicherheit und für einen reibungslosen Zugablauf. Wie viele helfende Hände es an diesem Sonntag genau sind, kann nicht einmal ein Mitglied des Faschingskomitees im prachtvollen roten Umhang sagen, der vor Beginn mit kritischem Blick die Wagenreihenfolge inspiziert.

Schon gut zwei Stunden vor dem offiziellen Start des wohl größten Faschingsumzugs in der Region rollten die ersten, teils aufwendig gebauten und geschmückten Wagen an. Denn anders als in vielen anderen Umzügen heißt es bei dem in Markt Indersdorf: Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Das ist heuer eine ziemlich militärisch aussehende Gruppe, die sich das Motto „(Kein) Bund fürs Leben“ gegeben hat. Ob es denn ein Bund auf Zeit mit der Bundeswehr werden könnte, wollen die jungen Frauen und Männer nicht beantworten, sondern greifen lieber zum alkoholischen Kaltgetränk.

Ein Wagen widmet sich dem Louvre und dem Raub dort, inklusive Mona Lisa, die von einem jungen Mann gemimt wird. (Foto: Johannes Simon)
Alle haben Spaß. Etwa 20.000 Besucher verfolgen den Fasching, darunter auch viele Kinder.
Alle haben Spaß. Etwa 20.000 Besucher verfolgen den Fasching, darunter auch viele Kinder. (Foto: Johannes Simon)

Auf der Pasenbacher- und der Maroldstraße sind dann auffallend viele Uniformen zu sehen – so viele, dass die „echte“ Security anfangs kaum von den Kostümierten zu unterscheiden ist. Ein paar Schritte weiter fällt das dann jedoch leicht. Da lächelt das Bild einer unverkennbar männlichen Mona Lisa vom Wagen herab. Beschützt wird sie von etlichen jungen Herren in Polizeiuniform – und einem smarten Mann in der Uniform eines französischen Flic. Der Burschenverein Adelshofen hat sich dem französischen Louvre und dem dortigen spektakulären Juwelenraub gewidmet und einen der schönsten Faschingswagen – obendrein einen der ganz wenigen mit Bezug zu aktuellen Themen – auf die Reise geschickt. Geradezu märchenhaft haben die Olchinger Paradiesvögel ihren Wagen und sich selbst gestaltet, machen ihrem Namen also alle Ehre. Auch eine Fußgruppe, die sich in allerlei Meeresbewohner verwandelt hat, bekommt Beifall der Zuschauer.

Der Markt Indersdorfer Faschingsumzug, einer der größten der Region, ist dank der unermüdlichen Arbeit zahlreicher Vereine noch sehr lebendig.
Der Markt Indersdorfer Faschingsumzug, einer der größten der Region, ist dank der unermüdlichen Arbeit zahlreicher Vereine noch sehr lebendig. (Foto: Johannes Simon)

Zum Motto sind auch zahlreiche Filme geworden: von  „Pumuckl“, über „Schuh des Manitu“, „Harry Potter“, „Ghost Busters“, „Pipi Langstrumpf“ bis zu „Piraten der Karibik“. Das begeistert Kinder und Erwachsene. Wie viel Arbeit und Engagement in den teils riesigen Piratenschiffen, der Puder-Rosa-Ranch oder in so manch anderem beeindruckendem Wagen mit seinen mehrstöckigen Aufbauten steckt, kann wohl nur nachfühlen, wer selbst im Burschen- oder Madlverein, im Sport- oder im Faschingsverein schon einmal mit Hand angelegt hat. Ohne dieses bürgerschaftliche Engagement, das nicht nur dem eigenen Vergnügen und dem Vereinsrenommee dient, wäre der Fasching längst in der Bedeutungslosigkeit versunken. Wie lebendig er ist, zeigt der Umzug in Markt Indersdorf.

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