Liveticker Olympia: Erst sorgt ein Loch im Eis für eine Unterbrechung, dann gibt es einen niederländischen Doppelsieg | ABC-Z

Glamour-Girl Jutta Leerdam verpasst ihr nächstes olympisches Gold bei den Eisschnelllauf-Wettbewerben. Eine Landsfrau gewinnt und lässt sich auch von einer Pause nicht aus der Ruhe bringen. Außerdem: Gastgeber Italien knackt einen Rekord. Alle News im Olympia-Ticker.
Vom 6. bis zum 22. Februar finden in Mailand und Cortina d’Ampezzo die Olympischen Winterspiele statt. Rund 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 90 Nationen kämpfen in 116 Wettbewerben um die Medaillen. Bleiben Sie mit dem WELT-Liveticker stets auf dem Laufenden über alles Wissenswerte zum heutigen Olympia-Tag:
18.35 Uhr: Vonn darf nach Hause
Skistar Lindsey Vonn darf nach Hause: Die bei einem Sturz in der olympischen Abfahrt schwer verletzte Skirennfahrerin macht sich in Treviso für den Rückflug in die USA bereit. Das teilte Sophie Goldschmidt, Chefin des US-Skiteams, der Nachrichtenagentur AP mit. „Wir sind gerade dabei, das alles zu organisieren“, sagte Goldschmidt. Das medizinische Team soll die 41-Jährige auf der Heimreise begleiten. „Wir haben ein großartiges Team um sie herum, das ihr hilft, und sie wird für weitere Operationen in die USA zurückkehren.“
17.40 Uhr: Loch im Eis sorgt für Unterbrechung
Die Britin Ellia Smeding macht den Auftakt über die 500 Meter im Eisschnelllauf, hat als erste Läuferin keine Gegnerin. Mit einer ersten Richtzeit kommt sie nach 38,93 Sekunden ins Ziel. Anschließend stürzt sie und knallt in die Bande. Doch Smeding zeigt sofort an, dass es ihr gut geht. Allerdings hat sie ein kleines Loch ins Eis geschlagen, das muss nun behoben werden. Es gibt eine Unterbrechung.
Danach verpasst Jutta Leerdam ihr zweites Gold. Die 27-jährige Niederländerin muss sich sechs Tage nach ihrem Triumph über 1000 Meter ihrer siegreichen Landsfrau Femke Kok geschlagen geben. Dritte wird Miho Takagi aus Japan.
16.30 Uhr: Italien knackt Medaillenrekord
Bei seinen sportlich fantastisch laufenden Winterspielen hat Italien den eigenen Olympia-Medaillenrekord schon vor Beginn der zweiten Woche geknackt. Durch die Gold-Triumphe von Riesenslalom-Fahrerin Federica Brignone und Biathletin Lisa Vittozzi sowie Silber des Snowboardcross-Teams und Bronze in der Langlauf-Staffel steht der Gastgeber schon bei 22 Medaillen, acht davon in Gold. Das hatte es bei Winterspielen für Italien noch nie gegeben.
Der bisherige Rekord stand von 1994 in Lillehammer mit sieben Goldmedaillen und insgesamt 20 Mal Edelmetall. Das Nationale Olympische Komitee Italiens (Coni) hatte vor Beginn dieser Spiele in Mailand und Cortina 19 Medaillen als Ziel ausgegeben. Im Medaillenspiegel rangieren die Hausherren zur Halbzeit der Spiele auf Platz zwei hinter Norwegen.
14.30 Uhr: Dürr nur Neunte, zweites Gold für Brignone
Trotz einer hervorragenden Ausgangslage hat die deutsche Skirennfahrerin Lena Dürr eine sensationelle Medaille im Riesenslalom verpasst. Die Münchnerin rutschte in Cortina d’Ampezzo von Rang zwei nach dem ersten Lauf noch auf den neunten Platz zurück. Beim umjubelten Olympiasieg der Italienerin Federica Brignone fehlten Dürr 0,19 Sekunden auf Silber. Emma Aicher als zweite deutsche Starterin – schon mit Silber aus der Abfahrt und der Team-Kombination dekoriert – wurde 19.
Brignone aber avancierte mit ihrem schon zweiten Gold dieser Winterspiele nach dem Sieg im Super-G zum Star bei den Skirennfahrerinnen in den Dolomiten. Sie verwies die zeitgleichen Sara Hector aus Schweden und Thea Louise Stjernesund aus Norwegen auf den Silberrang. Dabei hatte sich die 35 Jahre alte Brignone vor weniger als einem Jahr eine sehr schwere Schien- und Wadenbeinverletzung zugezogen und lange um ihren OIympia-Start gezittert.
13.06 Uhr: Klaebo schreibt Geschichte
Johannes Hoesflot Klaebo hat sich zum erfolgreichsten Olympia-Teilnehmer bei Winterspielen gekrönt. Der norwegische Skilanglauf-Star siegte im italienischen Tesero auch mit der Staffel über 4 x 7,5 Kilometer. Für den 29-Jährigen ist es das neunte olympische Gold. In der Rangliste führt er damit vor seinen Landsleuten Marit Björgen (Langlauf), Ole Einar Björndalen (Biathlon) und Björn Dählie (Langlauf), die jeweils achtmal Gold gewonnen haben.
Klaebo gewann bei prächtiger Kulisse und strahlendem Sonnenschein mit Emil Iversen, Martin Löwström Nyenget und Einar Hedegart. Als Schlussläufer lief der Rekordmann vor Frankreich ins Ziel. Bronze sicherte sich das Quartett aus Italien. Die deutsche Staffel hatte mit dem Kampf um Edelmetall erwartungsgemäß nichts zu tun. Für Klaebo ist es bei diesen Winterspielen bereits das vierte Gold. In allen Wettkämpfen, in denen er am Start stand, siegte Klaebo auch.
12.59 Uhr: Laura Nolte zur Halbzeit im Monobob auf Goldkurs
Laura Nolte liegt nach zwei von vier Läufen im Monobob auf Goldkurs. Im Gegensatz zu vielen patzenden Mitfavoritinnen fuhr die 27 Jahre alte Weltcup-Gesamtsiegerin im ersten Lauf Bahnrekord und leistete sich im zweiten Lauf nur kleine Fehler.
Vor den beiden abschließenden Läufen am Montag hat Nolte als Führende 0,22 Sekunden Vorsprung vor der US-Pilotin Elana Meyers Taylor. Dahinter folgen Peking-Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries ebenfalls aus den USA und Europameisterin Melanie Hasler aus der Schweiz. Lisa Buckwitz leistete sich trotz Startrekord in beiden Läufen zu viele Patzer.
12.43 Uhr: Dämpfer für deutsche Curler
Deutschlands Curler haben auch gegen Großbritannien verloren. Damit haben sich ihre Chancen auf den Halbfinal-Einzug weiter verringert. Das Team um Kapitän Marc Muskatewitz unterlag dem Medaillenfavoriten in Cortina d’Ampezzo mit 4:9. Die deutsche Auswahl steht nun bei zwei Siegen und drei Niederlagen. Tags zuvor hatten Muskatewitz und seine Kollegen mit 6:8 gegen die USA verloren.
Für die Mannschaft von Bundestrainer Uli Kapp steht am Montag (14.05 Uhr) das Duell mit Schweden an, danach folgen in der Vorrunde noch die Spiele gegen Tschechien, die Schweiz und China. Nachdem alle zehn Olympia-Teams gegeneinander gespielt haben, erreichen die besten Vier der Tabelle das Halbfinale. Die deutschen Curling-Männer sind erstmals seit zwölf Jahren wieder bei Olympia dabei. Die Frauen hatten die Qualifikation verpasst.
12:03 Uhr: Schwede siegt bei Biathlon-Verfolgungsrennen
Biathlet Philipp Horn hat im Verfolgungsrennen als bester Deutscher den elften Platz belegt. Der 31-Jährige hatte nach zwei fehlerfreien Liegendeinlagen gut ins Rennen gefunden. Dann aber ließ der Sprint-Zehnte im Stehendanschlag noch drei Scheiben stehen und hatte am Ende 2:10,8 Minuten Rückstand auf den siegreichen Martin Ponsiluoma.
Der nur mit einer Strafrunde belastete Schwede feierte damit seinen ersten Olympiasieg. Silber sicherte sich mit einem Rückstand von 20,6 Sekunden der Norweger Sturla Holm Laegreid (2 Fehler), es war bereits seine dritte Medaille im dritten Einzelrennen. Dritter wurde der bis zum letzten Schießen führende Franzose Emilien Jaquelin (3 Fehler/+ 29,7 Sekunden). Es war das erste Einzelrennen in Antholz, in dem nicht nur Norweger und Franzosen auf dem Podest standen.
11:59 Uhr: Deutscher Chef de Mission kontert Kritik
Trotz einer durchwachsenen Ausbeute in der ersten Olympia-Hälfte hat der Chef de Mission das deutsche Olympia-Team gegen Kritik verteidigt. „Der Rest der Welt macht es uns so schwer, wie es geht. Die Aussage, dass wir abgehängt werden, kann ich so nicht stehen lassen“, sagte Olaf Tabor, Leistungssport-Vorstand des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), zu seiner Halbzeit-Bilanz. Im Vergleich zu den Winterspielen in Peking vor vier Jahren ist vor allem die Zahl der Goldmedaillen für die deutsche Auswahl vor dem Start der Schlusswoche zurückgegangen.
„Die erste Woche hatte Höhen und Tiefen, das muss man ehrlicherweise auch sagen. Das ein oder andere haben wir liegen lassen“, räumte Tabor ein. Einige Sportarten, von denen sich der DOSB mehr versprochen hatte, hätten „ihre Potenziale nicht abgerufen“. Als positive Beispiele nannte der 55-Jährige den überraschenden Olympiasieg von Skispringer Philipp Raimund und die Silbermedaillen von Skirennfahrerin Emma Aicher. Zudem werde das deutsche Team „von den Schlittensportarten getragen“, sagte Tabor. Tabor hält vor dem Endspurt bei den Winterspielen an der Hoffnung fest, erneut die Ausbeute von Peking 2022 erreichen zu können. Damals hatte das deutsche Team 27 Medaillen gewonnen, davon 12 goldene.
11.02 Uhr: Entscheidung im deutschen Skispringer-Team gefallen
Philipp Raimund und Andreas Wellinger vertreten die deutschen Skispringer im Super-Team-Wettbewerb. Raimund hatte zum Auftakt in Italien Gold von der Normalschanze gewonnen. Auf der Großschanze, auf der an diesem Montag (19.00 Uhr und 20.20 Uhr, ZDF und Eurosport) auch das Super Team stattfindet, war er Neunter geworden. Wellinger springt eigentlich keine gute Saison. Der Olympiasieger von 2018 steigerte sich aber zuletzt. Wellinger war am Samstag auf Rang 15 der zweitbeste Deutsche. Felix Hoffmann, der im Weltcup besser platziert ist, ist derzeit nicht so gut in Form. Er landete beim Olympiasieg von Domen Prevc nur auf dem 25. Platz.
Das Super Team wird erstmals bei Winterspielen ausgetragen. Statt durch vier Athleten, wie im alten Mannschaftswettbewerb, wird jede Nation nur durch zwei Sportler vertreten. Im Verlauf des Wettbewerbs wird das Teilnehmerfeld reduziert. Die Springer der besten Nationen absolvieren jeweils drei Sprünge.
10.59 Uhr: Dürr sensationell auf Medaillenkurs
Skirennfahrerin Lena Dürr geht mit überraschend guten Medaillenchancen in das Finale des Riesenslaloms. Die 34-Jährige liegt nach dem ersten Lauf in Cortina d’Ampezzo auf Rang zwei mit nur 0,34 Sekunden Rückstand auf die führende Italienerin Federica Brignone. Deren Teamkollegin Sofia Goggia ist 0,12 Sekunden hinter Dürr Dritte. Auf den vierten Platz – den sich drei Athletinnen teilen – hat Dürr 0,40 Sekunden Vorsprung. Die zweite deutsche Starterin Emma Aicher lag nach 30 Starterinnen auf Rang 17 (+1,25). Der zweite Lauf beginnt um 13.30 Uhr (ZDF und Eurosport).
„Es hat so Spaß gemacht, oh Mann“, sagte Dürr. „Da steh ich da oben, die Sonne scheint und es ist alles angerichtet. Dass es dann so gelingt… das war einfach eine Genussfahrt. Das war wirklich herrlich, hat Spaß gemacht.“ Dürr ist eigentlich Slalom-Spezialistin, verbesserte sich in dieser Saison aber deutlich auch im Riesentorlauf. Sollte sie es in den Dolomiten tatsächlich in die Medaillenränge schaffen, wäre es für sie eine späte Genugtuung nach der Olympia-Enttäuschung von 2022: In Peking war sie im Slalom als Führende in das Finale gegangen, am Ende dann aber ganz knapp Vierte geworden.
10.23 Uhr: Handgranate auf Olympia-Parkplatz entdeckt
Auf einem Parkplatz für die Olympischen Winterspiele in Italien ist eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Der Sprengkörper wurde in der Nähe des Austragungsorts für die Skisprung-Wettbewerbe in Predazzo gefunden, wie die Polizei mitteilte. Normalerweise wird das Parkplatz-Gelände zur Lagerung von Holz genutzt. Die Handgranate sei von Experten entschärft worden. Für die öffentliche Sicherheit habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, hieß es.
Der Olympia-Parkplatz zwischen den Ortschaften Preddazo und Moena kann sowohl für Busse als auch für Pkw genutzt werden. In Predazzo fand am Samstagabend das Skispringen von der Großschanze statt. Die Winterspiele mit Mailand und Cortina d’Ampezzo als offiziellen Gastgeberstädten dauern noch bis kommenden Sonntag. Vor allem in kleineren Austragungsorten wie Predazzo und Antholz wurden dazu Liegenschaften angemietet, um den vielen Besuchern von außerhalb Parkmöglichkeiten zu bieten.
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