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Letzter Ausweg Weltall: So überzeugt Sandra Hüller an der Seite von Hollywood-Star Ryan Gosling | ABC-Z

Sandra Hüller hat das geschafft, wovon viele Kollegen in Deutschland nur träumen können: Sie feiert mit “Der Astronaut – Project Hail Mary” Hollywood-Premiere an der Seite von Ryan Gosling. Ein überaus gelungenes Debüt in der Traumfabrik mit einem spannenden, intelligenten Science-Fiction-Film. Aber braucht es wirklich den x-ten Film über das nächste Weltuntergangsszenario, dessen letzter Ausweg im Weltall zu finden ist?

Die Antwort lautet: ja, absolut – zumindest, wenn es um den neuen Hollywood-Blockbuster „Der Astronaut – Project Hail Mary“ geht. Der titelgebende Held wird von Ryan Gosling verkörpert, aber die wahre Heldin des Films ist Sandra Hüller, die sich damit als nächster großer Star der Traumfabrik empfiehlt.

Ryan Gosling als „Der Astonaut“ im All, um die Sonnenenergie zu retten.
© Jonathan Olley / Sony
Ryan Gosling als „Der Astonaut“ im All, um die Sonnenenergie zu retten.

von Jonathan Olley / Sony

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Die Geschichte ist schnell erzählt: Der Erde droht mal wieder der filmische Garaus. Denn die Sonne verliert an Kraft. Ein Molekularbiologe (Ryan Gosling) wird von der Projektleiterin (Sandra Hüller) im Auftrag der European Space Agency mit einem One-Way-Ticket ins All geschossen, um in einem nahegelegenen Sonnensystem nach der Lösung zu forschen. Dort angekommen trifft er auf einen Außerirdischen, dessen Welt von dem gleichen Problem betroffen ist. Gemeinsam kämpfen sie um ihr Zuhause – und um ihr eigenes Überleben.

Die Grundhandlung von „Der Astronaut“ könnte klischeehafter kaum sein und wurde in ähnlichen Varianten bereits erzählt. Die Regisseure Phil Lord und Christopher Miller setzen allerdings nicht auf harte Action und XXL-Effekte, sondern lassen die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Andy Weir realistisch, fast irdisch anmuten. Neben biologischen, chemischen und physikalischen Grundlagen wird vor allem den zwischenmenschlichen Beziehungen viel Raum gegeben.

Ryan Gosling und Sandra Hüller bei der Premiere von „Der Astronaut - Project Hail Mary“.
Ryan Gosling und Sandra Hüller bei der Premiere von „Der Astronaut – Project Hail Mary“.
© picture alliance/ ZUMA
Ryan Gosling und Sandra Hüller bei der Premiere von „Der Astronaut – Project Hail Mary“.

von picture alliance/ ZUMA

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Freundschaft zu einem Alien, aber wie kommuniziert man?

Etwa nach der ersten Begegnung zwischen Astronaut und Alien, das wie ein fünfbeiniges Steinwesen ohne Gesicht aussieht, wird der Entschlüsselung einer gemeinsamen Sprache viel wertvolle Screentime eingeräumt. Die Annäherung der beiden weckt Erinnerungen an „Die Känguru-Chroniken“ von Mark-Uwe Kling, als das Känguru nach dem Kennenlernen die Wohnung des Protagonisten annektiert. Ähnlich rumpelig geht auch der Außerirdische beim Betreten des menschlichen Raumschiffes vor. Es entwickelt sich eine Freundschaft auf Augenhöhe, die viele Zuschauer in emotionalen Szenen Tränen in die Augen treiben könnte – wie etwa, wenn der Astronaut seinem interstellaren Kollegen das Umarmen beibringt.

Ryan Gosling liefert in „Der Astronaut“ eine gewohnt gute Performance. Allerdings wird seine Rolle von Sandra Hüller an die Wand gespielt. Für die deutsche Schauspielerin ist es der erste große Auftritt in einem Hollywood-Film, nachdem sie 2025 mit „Anatomie eines Falls“ für einen Oscar nominiert war.

Ein netter Nerd wird wider Willens ins Weltall geschossen: Ryan Gosling als Ryland Grace.
Ein netter Nerd wird wider Willens ins Weltall geschossen: Ryan Gosling als Ryland Grace.
© picture alliance/dpa/Sony Pictures
Ein netter Nerd wird wider Willens ins Weltall geschossen: Ryan Gosling als Ryland Grace.

von picture alliance/dpa/Sony Pictures

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Als kompromisslose, faktenorientierte Entscheiderin Eva Stratt sorgt sie trotz des Fehlens jeglicher Ironie für lustige Momente. Als sie etwa mit zwei Kaffeebecher auf Ryan Gosling zugeht, verwehrt sie ihm das Heißgetränk mit den trockenen Worten: „Die sind beide für mich!“ Trotz ihrer Härte wirkt sie dabei in keinem Moment unsympathisch, denn: Irgendjemand muss schließlich die ganz harten Entscheidungen über Leben und Tod und die Menschheit treffen.

„Der Astronaut – Project Hail Mary“ trifft in der Verfilmung genau den richtigen Ton. Es kommt im modernen Science-Fiction-Genre nicht mehr nur auf actiongeladene Szenarien wie in „Star Wars“, „Dune“ oder „Avatar“ an. Viele Fans sehnen sich eher nach einem Realismus, wie er in „Gravity“ (2013) „Interstellar“ (2014) und „Der Marsianer“ (2015, Romanvorlage ebenfalls von Andy Weir) gezeigt wurde.

Im „Project Hail Mary“ wird der Eindruck erweckt, man könne selbst als Zuschauer die Grundlagen der Astro- und Quantenphysik verstehen. Auch setzt „Der Astronaut“ stark auf die Entwicklung der einzelnen Figuren: Statt klischeehafter, unfehlbarer Helden versuchen Wissenschaftler die Erde zu retten, die dabei auch mal Fehler machen. Alles sehr menschlich und irdisch, auch wenn sich Gosling für eine außerirdische Existenz entscheidet.

Kino: Royal, Leopold Mathäser (auch OmU und OV), Gloria (OmU), Museum, Cinema (OV)
R: Phil Lord und Christopher Miller (USA, 156 Min.)

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