Lasse Ludwig sticht Kiko Costa aus | ABC-Z

Linksaußen Aitor Arino wedelte mit den Armen, seine Teamkollegen reckten die Fäuste in die Luft und ein Großteil der 5625 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle sprang auf und schrie seinen Jubel heraus. Noch waren knapp zehn Minuten zu spielen, aber die Handballer der Füchse Berlin hatten mit einem 5:0-Lauf gerade das Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon vorzeitig entschieden.
Mit dem 33:29 (16:13)-Endstand war dann der achte Sieg im achten Gruppenspiel besiegelt. Die Füchse setzen ihren mittlerweile schier unglaublichen Lauf in der Königsklasse also weiter fort und zeigten auch gegen Lissabon die Reife einer Mannschaft, die in dieser Spielzeit ohne Zweifel erneut zu den Titelanwärtern auf europäischem Parkett zählt.
Den Gegner aus Lissabon hatten sie ja erst vergangene Woche am Donnerstag zuletzt gesehen, als die Füchse mit 38:37 die Oberhand behielten. In Portugal war das Spiel eigentlich ein privates Shootout zwischen Berlins Welthandballer Mathias Gidsel (13 Tore im Hinspiel) und Lissabons Francisco „Kiko“ Costa (12 Tore).
Füchse Berlin halten Mega-Talent „Kiko“ Costa gut in Schach
Von Costa (20 Jahre alt) sagen nicht wenige Menschen im Geschäft, er könne so etwas wie der nächste Mathias Gidsel für den Handball werden. Entsprechend zugeschnitten ist das Spiel der Portugiesen auf ihn. Sowohl Costa als auch Gidsel taten sich diesmal allerdings bedeutend schwerer als vor sieben Tagen, beide Abwehrreihen konnten mit den noch frischen Eindrücken im Hinterkopf den jeweiligen Schlüsselspieler des Gegners besser händeln.
Weil Sporting aber noch deutlich abhängiger von Costa ist als die Füchse von Gidsel, konnten die Berliner auch so das Spielgeschehen diktieren. Beim Gastgeber sprangen nämlich zwei exzellent aufgelegte Talente ein, die zwar keine von der Handballwelt gefeierten Sunnyboys wie „Kiko“ Costa sind, es aber immerhin auch schon in den erweiterten Kreis der deutschen Nationalmannschaft gebracht haben: Lasse Ludwig und Matthes Langhoff.
Lasse Ludwig überzeugt für die Füchse
Ludwig begann zwischen den Berliner Pfosten, was keine ganz einfache Aufgabe war, da er zwangsläufig an der herausragenden Performance seines Torwartkollegen Dejan Milosavljev im Bundesliga-Topspiel gegen den THW Kiel (32:29) vom vergangenen Wochenende gemessen wurde.
Doch auch Ludwig vermochte es am Donnerstag früh, dem Spiel gegen Lissabon mit einigen freien Paraden (am Ende waren es insgesamt 15!) seinen Stempel aufzudrücken. Dem stand Langhoff in nichts nach, indem er wichtige Entlastung für die geschundenen Körper seiner Rückraumkollegen Gidsel und Lasse Andersson besorgte und allein im ersten Durchgang vier wichtige Treffer beisteuerte.
Berliner Durchhänger nach der Pause
Nach dem 16:13-Halbzeitstand leisteten sich die Berliner allerdings einen kleinen Durchhänger, sodass Sporting noch einmal auf Unentschieden herankam (23:23, 46. Minute). Dann aber drehte – natürlich – doch noch Gidsel auf, besorgte die nächsten drei Treffer der Füchse allein und eröffnete so jenen entscheidenden 5:0-Lauf der Gastgeber.
So wurde die Schlussphase dann sogar noch deutlich entspannter als bei den beiden jüngsten Herzschlag-Erfolgen. Und die Füchse marschieren weiter durch die Königsklasse und nehmen Kurs auf die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale. Wer weiß was von dort an in dieser Saison dann noch möglich ist.
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