Berlin

Lange Schlangen vor der Tankstelle wegen steigender Preise | ABC-Z

Der Krieg im Nahen Osten kommt an Deutschlands Zapfsäulen an! Am Samstag starteten die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran. Der reagierte mit Vergeltungsschlägen auf mehrere Golfstaaten, darunter Mega-Ölförderer Saudi-Arabien. Jetzt, am Montag, sorgt die Eskalation bereits für spürbare Folgen an der Zapfsäule. Viele Autofahrer rechnen mit deutlich steigenden Preisen für Benzin und Diesel – und fahren deshalb noch einmal schnell zur Tankstelle.

„Überall in Deutschland gibt es lange Schlangen an den Tankstellen“, sagt Herbert Rabl, Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands, zur Nachrichtenagentur AFP. Der Andrang habe am Sonntag begonnen und halte am Montag an. „Alle Leute machen sich Sorgen“, erklärte Rabl, dessen Verband nach eigenen Angaben rund 1000 Tankstellenpächter in Deutschland vertritt.

Tankstellen rechnen mit weiteren Preissprüngen

Die Preise an den Zapfsäulen seien bereits nach oben gegangen, sagte Rabl. Die Betreiber rechnen fest damit, dass Benzin und Diesel weiter teurer werden. Rabl erwartet zudem, dass große Mineralölkonzerne die Situation ausnutzen könnten. „Leider ist zu erwarten, dass die Großkonzerne noch einmal einen Schluck aus der Pulle nehmen werden“, sagte er. Zusätzlich zu den bereits gestiegenen Einkaufspreisen könnten sie die Preise um weitere zwei bis drei Prozent erhöhen. Auch der ADAC registriert steigende Preise.

ADAC meldet deutlichen Preisanstieg an der Tankstelle

Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Durchschnitt am Freitag 1,78 Euro. Am Sonntag lag der Preis bei 1,79 Euro. Am Montagvormittag waren es nach ADAC-Angaben schon 1,83 Euro pro Liter. Auch Diesel wurde deutlich teurer. Der Preis stieg von 1,75 Euro am Freitag auf 1,80 Euro am Montag.

Iran-Krieg treibt Ölpreise nach oben

Brent-Öl stieg zwischenzeitlich auf 82,37 Dollar je Barrel (159 Liter) und erreichte damit den höchsten Stand seit Juli 2024. US-Öl verteuerte sich auf 75,33 Dollar je Barrel – so viel wie zuletzt im Juni 2025. Auslöser ist der stark gestiegene Rohölpreis infolge der Eskalation im Nahen Osten. Im Zentrum der Sorgen steht die Straße von Hormus. Die vom Iran kontrollierte Meerenge ist eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean. Etwa ein Fünftel der globalen Ölproduktion wird täglich über diese Passage transportiert.

Am vergangenen Wochenende kam der Schiffsverkehr dort jedoch faktisch zum Erliegen. Die iranische Revolutionsgarde warnte Tanker per Funk vor einer Durchfahrt, drei Schiffe wurden sogar beschossen. Die Spannungen haben unmittelbare Folgen für den Ölmarkt – und dürften sich auch weiter an den Tankstellen bemerkbar machen.

Back to top button