Landtagswahlen 2026: Sonntagsfrage – Umfragen für Berlin, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz | ABC-Z

2026 ist ein Superwahljahr in Deutschland – mit fünf Landtagswahlen, die weit über die Landesgrenzen wirken. Überall hat die AfD starke Zuwächse in den Umfragen, in zwei ostdeutschen Bundesländern will sie an die Regierung kommen. Der FDP droht das parlamentarische Aus, die Linke hat dagegen Aufwind. Die jeweils aktuelle Sonntagsfrage und welche Regierungsbündnisse damit möglich wären.
Den Auftakt bei den Landtagswahlen macht am 8. März Baden-Württemberg. Mit dieser Wahl endet auch eine Ära: Winfried Kretschmann – Deutschlands erster und bisher einziger Grünen-Ministerpräsident – tritt ab. Nach 15 Jahren Grün-Schwarz läuft es zurzeit darauf hinaus, dass sich die Kräfteverhältnisse an der Spitze umdrehen. Die derzeit als Juniorpartner mitregierende CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel liegt in allen Umfragen vorn, die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir kämpfen mit der AfD um den zweiten Platz. Und die FDP droht nach mehr als 70 Jahren aus dem Landtag von Baden-Württemberg zu fliegen.
Zwei Wochen nach Baden-Württemberg wählt Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag. Die aktuell regierende Ampelkoalition dürfte dann Geschichte sein: Der FDP droht ein Scheitern an der Fünfprozenthürde, und die SPD um Ministerpräsident Alexander Schweitzer muss mit deutlichen Verlusten rechnen. Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Gordon Schnieder kann darauf hoffen, nach der Wahl die Regierung übernehmen zu können. Im Vergleich zur letzten Wahl hat die AfD am stärksten in den Umfragen zugelegt. Die Linke kann auf ihren erstmaligen Einzug hoffen, während die Freien Wähler um den Wiedereinzug bibbern müssen.
Sachsen-Anhalt sieht Blau. Seit Monaten liegt die AfD bei der Sonntagsfrage mit großem Abstand vorn – und könnte zum ersten Mal in einem Bundesland an die Macht kommen. Die CDU hofft nun bis zum 6. September auf eine Aufholjagd mit ihrem Spitzenkandidaten Sven Schulze. Er soll in den letzten Monaten durch den Amtsbonus als Ministerpräsident noch mehr Bekanntheit erlangen, nachdem ihm der bisherige Landesvater Reiner Haseloff im Januar den Staffelstab übergeben hat.
Haseloff hatte frühzeitig – im August 2025 – angekündigt, nach dann 15 Jahren nicht nochmals zu kandidieren. Die Rückzugsankündigung verschob in den Umfragen die politischen Gewichte. Die CDU rutschte unter 30 Prozent. Stabile Umfragewerte im Bereich um die zehn Prozent hat dagegen die Linke. Die SPD liegt nur noch knapp über der Fünfprozenthürde und damit im Bereich des BSW. Die Grünen und die FDP drohen aus dem Landtag zu fliegen.
Nach dreieinhalb Jahren schwarz-roter Koalition wird in Berlin am 20. September ein neues Landesparlament gewählt: das Abgeordnetenhaus. In den Umfragen haben CDU und SPD im Vergleich zur letzten Wahl die Mehrheit verloren, wie die Sonntagsfrage und der darauf basierende Koalitionsrechner zeigt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ist nach seinem Tennismatch während des großen Stromausfalls im Januar zwar etwas angekratzt. Auf die Umfragewerte der CDU in der Sonntagsfrage hatte dies zunächst keine Auswirkungen. Politisch und rechnerisch läuft es zurzeit auf ein Dreierbündnis hinaus – mit oder ohne die Linke beziehungsweise die CDU.
Mecklenburg-Vorpommern wählt am gleichen Tag wie Berlin – muss ähnlich wie Sachsen-Anhalt mit einem starken AfD-Ergebnis rechnen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist erneut designierte SPD-Spitzenkandidatin, sie regiert seit 2021 mit der Linken. Das Regierungsbündnis ist laut den Umfragen aber weit von einer eigenen Mehrheit entfernt. Der als AfD-Ministerpräsidentenkandidat nominierte Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm gab bereits als Ziel eine Alleinregierung in Schwerin aus. Laut Umfragen könnten dies alle anderen Parteien verhindern – stabile Regierungsmehrheiten wären aber schwierig.
Sonntagsfrage und Koalitionsrechner
Verfolgen Sie hier, welche Zustimmung die Parteien hätten, wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre. Die Umfragewerte stammen von wahlrecht.de. Dort werden Daten zur sogenannten Sonntagsfrage der größten in Deutschland tätigen Meinungsforschungsinstitute gesammelt („Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre …“ ). Alle dargestellten Umfragen sind repräsentativ.
Doch sie sind immer mit Unsicherheiten behaftet. Schwindende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Wahlforschenden zunehmend die Gewichtung. Grundsätzlich spiegeln die Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.
Beim Koalitionsrechner werden aufgrund möglicher Überhang- und Ausgleichsmandate keine absoluten Sitze angegeben – sondern Sitzanteile aufgrund der Umfragewerte unter Berücksichtigung der Fünf-Prozenthürde. Als Zusatzinformation ist jeweils die reguläre Sitzzahl angegeben, die sich aufgrund des Wahlsystems erhöhen können. Da die CDU mit ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss Koalitionen mit der AfD und auch der Linken ausgeschlossen hat, werden diese nicht berücksichtig.
Ein Projekt des Interaktiv-Teams
Von André Pätzold, Jeremias Volker, Carla Grefe-Huge und Sebastian Vollnhals. Weitere Anwendungen des Teams finden Sie auf der Interaktiv-Übersichtsseite





















