Bezirke

Landkreis Erding bereitet Partnerschaft mit Region in Südtirol vor – Erding | ABC-Z

Der Landkreis Erding strebt eine Partnerschaft mit einer Region in Südtirol an. Nach Bastia auf der Insel Korsika soll Salten‑Schlern die zweite offizielle Partnerregion werden. Dabei handelt es sich um eine Bezirksgemeinschaft aus 13 Gemeinden östlich von Bozen, die das Hochplateau Salten umschließen. Erste Kontakte bestehen bereits seit 2017, damals gab es auch gegenseitige Besuche.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Bezirksrat Salten‑Schlern nun beschlossen, eine Regionalpartnerschaft mit dem Landkreis Erding anzustreben. Im Landratsamt wurde diese Nachricht mit Freude aufgenommen. Für den Frühsommer ist ein Treffen von Vertreterinnen und Vertretern beider Seiten geplant. Bis dahin arbeiten die Beteiligten darauf hin, die Partnerschaftsurkunde möglichst bald unterzeichnen zu können.

Bereits im September 2017 hatte der damalige Präsident des Südtiroler Gemeindeverbandes, Andreas Schatzer, eine Delegation aus dem Landkreis Erding eingeladen. Ziel war ein Gedankenaustausch über die aktuellen und künftigen Bezirksgemeinschaften und Gemeinden der autonomen Provinz Bozen. Von Erdinger Seite nahmen Landrat Martin Bayerstorfer sowie der damalige Vorsitzende des Bayerischen Gemeindetags im Kreisverband Erding, Hans Wiesmaier, teil.

Da die Südtiroler zu diesem Zeitpunkt noch keine Gemeindegebietsreform umgesetzt hatten, interessierten sie sich vor allem dafür, welche Erfahrungen die Erdinger damit gemacht hatten. Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen praktischen Nutzen die Bayern aus den Verwaltungsgemeinschaften ziehen. Im Lauf der Gespräche eröffneten sich weitere Themenfelder, etwa in den Bereichen Tourismus und Wirtschaftsförderung.

Damals wurde auch erstmals konkreter über eine mögliche Regionspartnerschaft mit der Bezirksgemeinschaft Salten‑Schlern gesprochen. Diese besteht aus den Gemeinden Kastelruth, Völs am Schlern, Tiers am Rosengarten, St. Ulrich, St. Christina, Wolkenstein, Deutschnofen, Jenesien, Karneid, Ritten, Sarntal und Welschnofen. Dort leben etwa  50 000 Einwohner.

Verzögerung durch Corona und Wahlen

Bereits im Februar 2018 beauftragte der Erdinger Kreisausschuss für Bildung und Kultur die Verwaltung, eine Partnerschaft mit dem Bezirk in Bozen vorzubereiten. „Doch dann kam Corona und später noch Kommunalwahlen in Südtirol, und man wusste nicht so genau, ob die Partnerschaft noch politisch erwünscht war“, erklärt Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Pressesprecherin des Landratsamtes Erding.

Aber die Kontakte rissen nicht ab. Sowohl Landrat Martin Bayerstorfer als auch Staatsministerin Ulrike Scharf sind Vorstandsmitglieder der Bayern-Südtirol-Gesellschaft. Deshalb streckte man zuletzt erneut die Fühler aus, ob weiterhin der Wunsch nach einer Partnerschaft bestehe. Mit der Beschlusslage des Bezirksrats wurde die Grundlage dafür geschaffen.

„Ich freue mich, dass wir jetzt in die konkreten Planungen zur Ausgestaltung der Partnerschaft gehen können“, sagt Landrat Bayerstorfer. „Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern und dem Landkreis Erding.“ Daraus ergäben sich viele Möglichkeiten, zum Beispiel in den Bereichen Kultur, Sport, Tourismus und Wirtschaft.

Bürger und Bürgerinnen können sich jetzt sich mit Ideen einbringen oder auf bereits bestehende Verbindungen hinweisen. „Wir wollen uns breit aufstellen“, erläutert Fiebrandt-Kirmeyer: „Vielleicht gibt es schon einen Kegelverein oder eine Musikkapelle, die regelmäßig Salten-Schlern besucht.“ Als Beispiel nennt sie die Gemeindepartnerschaft zwischen Inning und Riffian in Südtirol, die seit mehr als 20 Jahren besteht. Auch persönliche Kontakte seien denkbar. Oder vielleicht kenne jemand einen Erdinger, der schon lange in Südtirol wohne. „Wir wollen auf allen Ebenen schauen, welche Kontakte bereits vorhanden sind.“ Die Pressesprecherin nimmt Hinweise dazu entgegen.

Back to top button