Kurioser Moment in Münchner Lokal: Happy Birthday, lieber … ähem – Panorama | ABC-Z

Mitten in … München
Ein Abend im Restaurant in Oberföhring, am Nebentisch wird Geburtstag gefeiert. Der Kellner trägt bereits die Torte hin, die Kerzen brennen – und dann kann man in Zeitlupe einem Zug beim Entgleisen zusehen: Denn der Kellner stimmt auch noch motiviert „Happy Birthday“ an, nur dass niemand sonst mitsingt. Die ersten zwei Zeilen des Liedes sind natürlich kein Problem, selbst als Solo. Doch in der dritten Zeile wird es in der Regel persönlich. Da müsste eigentlich der Name der Person eingefügt werden, die Geburtstag hat. Den Namen kennt der Kellner aber offenbar nicht, wie langsam, aber sicher deutlich wird, als er das Tempo drosselt. Vom Tisch? Weiter stumme Blicke. Der Ausweg? Abbruch. Unmittelbar. Mitten in der dritten Zeile verstummt der Kellner, stellt die Torte auf den Tisch und dreht ab zur Küche. Vinzent-Vitus Leitgeb
Mitten in … Luttach
Ein sonniger Tag im Südtiroler Skigebiet Speikboden. Zwei Herren führen im Sessellift ein Gespräch. Es wirkt, als hätten sie etwas vor. „Was wir wollen, ist klar lesbar“, sagt der eine zum anderen. Das klingt interessant. Wer ist „wir“? Die Skifahrer? Und was wollen die? Man sieht vor seinem inneren Auge schon ein Transparent am Gipfel flattern, mit einer klar lesbaren Botschaft. Aber nein, es geht um Deutschlands Rolle in der Welt. Um Kanzler Merz, der sich, „wenn er nur ein bisschen Grips hat“, neue Partner suchen muss. Die Franzosen sind „zu egoistisch“, die Briten seltsam wegen ihres „Insulanerstatus“, und auf den „Orangenmann“ aus den USA ist sowieso kein Verlass. So weit, so klar. Nur was folgt daraus? Die beiden Herren verlassen den Lift in dem Gefühl, die Weltlage durchschaut zu haben. Nur der Zuhörer ist genauso schlau wie zuvor. Florian Kaindl

Mitten in … Khao Sok
Letzter Zwischenstopp auf der billigsten Tour im Khao-Sok-Nationalpark in Thailand. Nach saftig-grünem Dschungeltrip mit zwei Bärensichtungen ein letztes gemeinsames Essen im Restaurant. Ein junges Paar aus England, das seit einigen Monaten auf bewährten Backpacker-Routen durch Südostasien reist, präsentiert feierlich die kürzlich erworbenen Tattoos. Ihres: zwei Koi-Karpfen auf dem Oberarm, die einander umkreisen. „Die haben wir überall gesehen, wo wir waren.“ Seins: ein traditionelles thailändisches Tattoo auf der Wade, Sak Yant genannt, mit Tiger und Schrift. Was das bedeute, fragen wir ihn. „Excuse me!“, er dreht sich zu dem thailändischen Tourguide um, der uns per Boot durch Wind und Wetter manövriert hat. „Was heißt das?“ Der Tourguide lächelt milde und antwortet. „Macht, oder so was in der Art.“ Lisa Torjuul
Weitere Folgen der Kolumne „Mitten in …“ finden Sie hier.





















