Kult-Insel wird für zehn Millionen Euro versteigert | ABC-Z

Acht Kilometer vor Kopenhagen liegt eine Insel, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Flakfortet ist kein natürliches Eiland, sondern eine künstlich aufgeschüttete Festung aus rund zwei Millionen Tonnen Stein, Sand und Beton. Entstanden zwischen 1910 und 1915 als Teil der Kopenhagener Seeverteidigung, ist sie heute einer der ungewöhnlichsten Häfen Skandinaviens – und soll nun für rund 75 Millionen dänische Kronen den Besitzer wechseln, schreibt das Magazin „Yacht.de“. Das sind rund 10 Millionen Euro.
Vom Militärstützpunkt zum Ausflugsziel
Ursprünglich war das Fort für eine Besatzung von bis zu 550 Soldaten ausgelegt und mit schweren Geschützen bestückt. Zum Kampfeinsatz kam es nie. 1968 zog das dänische Militär endgültig ab, die Waffen wurden entfernt, die Anlage verfiel zunächst.
Erst als die Kopenhagener Segelunion die verlassene Festung 1975 pachtete, begann die zweite Karriere der Insel. Aus Geschützstellungen wurden Liegeplätze, aus militärischer Infrastruktur entstand schrittweise ein Anlaufpunkt für Freizeitsegler, Tagesgäste und Touristen. Die Mischung aus rauer Festungsarchitektur und sommerlicher Inselatmosphäre verlieh dem Ort seinen besonderen Reiz.

Schwedische Investoren modernisierten die Anlage
2001 verkaufte der dänische Staat Flakfortet für drei Millionen Kronen an das schwedische Unternehmen Malmökranen AB – ein Schritt, der damals durchaus kritisch gesehen wurde. Die neuen Eigentümer investierten jedoch erheblich in die marode Anlage: Sanitärgebäude für Segler, ein Restaurant, eine Fährverbindung nach Kopenhagen, eine Entsalzungsanlage für Trinkwasser und Generatoren für die autarke Stromversorgung.
2015 stand die Insel schon einmal zum Verkauf, damals für 56,5 Millionen Kronen, ohne Erfolg. Nun startet ein neuer Anlauf. Der aktuelle Angebotspreis liegt bei 74,75 Millionen Kronen. Dafür bekommen Käufer 3,1 Hektar künstliche Insel, fast 10.000 Quadratmeter Gebäudefläche, eine geschützte Marina und sogar einen Hubschrauberlandeplatz.

Konflikt mit dem Denkmalschutz
Ganz reibungslos verlief der Betrieb nicht. Zu Beginn der Segelsaison 2018 drohte der Marina kurzfristig das Aus. Die dänische Kulturbehörde forderte, dass Umbauten auf den Stand von 1995 zurückgebaut werden sollten, darunter auch die Sanitäranlagen. Für einen funktionierenden Hafenbetrieb wäre das faktisch das Ende gewesen.
Erst massive Proteste aus der Seglerszene und in sozialen Netzwerken führten zu einem Umdenken der Behörden. Der Fall zeigte, wie sensibel der Spagat zwischen Nutzung und Denkmalschutz ist.
Seit 2002 steht Flakfortet offiziell unter Denkmalschutz. Jede bauliche Veränderung muss mit der zuständigen Behörde abgestimmt werden. Für künftige Eigentümer bedeutet das: Entwicklungsmöglichkeiten sind vorhanden, aber nur im engen Rahmen.

Ein besonderer Liegeplatz mitten im Sund
Die Anfahrt durch den Øresund dauert je nach Startpunkt zwischen 20 und 40 Minuten. Schon aus der Ferne wirkt das Fort wie ein steinernes Relikt aus einer anderen Zeit. Die schützende Mole, einst zum Schutz der Geschütze errichtet, bildet heute einen ruhigen Hafen mit klarem Wasser.
Vor Ort gibt es einen Kiosk, Duschen, ein Restaurant mit Blick über den Sund und die Möglichkeit, die historischen Bunkeranlagen zu besichtigen. Zu den Kuriositäten zählt ein über 100 Jahre alter Einzylinder-Dieselgenerator, der noch erhalten ist. In besonders guten Jahren zählte die Insel bis zu 50.000 Besucher, heißt es auf der Internetseite „flakfortet.com“. Einziger Nachteil für Segler: Die Liegegebühren gelten als vergleichsweise hoch.
Öffentlicher Zugang bleibt Pflicht
Die Segelsaison 2026 soll wie geplant am 25. April starten, unabhängig vom Verkaufsprozess. Laut Maklern richtet sich das Angebot vor allem an Investoren mit Sinn für außergewöhnliche Immobilien, an Stiftungen oder vermögende Privatpersonen.
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Werbevereinbarung
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Im Verkaufsprospekt werden Ideen wie Glamping, Kulturveranstaltungen, erweiterte Gastronomie oder kleine Festivals genannt. Eine Bedingung aus dem Staatsverkauf von 2001 bleibt jedoch bestehen: Die Insel muss öffentlich zugänglich bleiben.





















