Kubanische Grenzschützer töten vier Menschen auf US-Schnellboot | ABC-Z

Kubanische Grenzschützer haben bei einem Schusswechsel mit Insassen eines in den USA registrierten Schnellboots vor der Küste Kubas vier Menschen getötet. Die US-Regierung sprach von einem “ungewöhnlichen” Vorfall und kündigte Untersuchungen an.
Kubanische Grenzschützer haben bei einem Schusswechsel mit der Besatzung eines in den USA registrierten Schnellboots vier Menschen erschossen. Die Insassen des Bootes hätten am Mittwoch in kubanischen Hoheitsgewässern das Feuer auf die Soldaten eröffnet, woraufhin diese zurückgefeuert hätten, teilte das kubanische Innenministerium mit.
“Alle Beteiligten sind in den USA lebende Kubaner. Die meisten von ihnen haben eine bekannte kriminelle und gewalttätige Vergangenheit”, erklärte die kubanische Regierung. Diese hätten versucht, die Insel zu infiltrieren und Terror zu verbreiten.
Der Vorfall ereignete sich laut dem Innenministerium gut 1,6 Kilometer nordöstlich von Cayo Falcones vor der Nordküste Kubas. Den kubanischen Angaben zufolge wurde bei dem Vorfall auch der Kommandant des kubanischen Patrouillenboots verletzt, dessen Besatzung an dem Schusswechsel beteiligt war.
Der Grenzschutz hatte das andere Boot demnach am Mittwochmorgen (Ortszeit) in kubanischen Territorialgewässern entdeckt. Es habe sich bis auf etwa eine Seemeile der Küstenprovinz Villa Clara genähert. Als die Grenzschützer zur Identifizierung näher herangefahren seien, habe die Besatzung des Schnellbootes das Feuer eröffnet.
Insgesamt seien zehn Menschen auf dem Schnellboot gewesen. Neben den vier getöteten Personen seien auch sechs Verdächtige verletzt worden, hieß es aus dem Ministerium. Die Verletzten seien von dem Boot geholt worden und würden medizinisch versorgt. An Bord des Bootes seien Waffen, Sprengsätze und Tarnuniformen gefunden worden.
Eine weitere Person wurde Behördenangaben an Land festgenommen. Er habe gestanden, aus den USA “entsandt” worden zu sein, um sich an der terroristischen Operation zu beteiligen.
Rubio: Keine US-Operation, Vorfall “ungewöhnlich”
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, es habe sich nicht um eine US-Operation gehandelt und es sei kein US-Regierungspersonal beteiligt gewesen. Die US-Botschaft in Havanna werde versuchen, den Vorfall unabhängig zu verifizieren. Rubio kündigte weiter an, Washington werde den “ungewöhnlichen” Vorfall untersuchen und “entsprechend reagieren”.
“Wir werden unsere Schlussfolgerungen nicht auf das stützen, was sie uns gesagt haben”, so Rubio vor Journalisten auf der Karibikinsel Sankt Kitts und Nevis unter Bezugnahme auf die Behörden in Havanna. “Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass wir die ganze Geschichte dessen erfahren werden, was hier passiert ist”, fügte er hinzu.
Verschiedene Teile der US-Regierung würden sich nun mit dem Vorfall befassen, sagte Rubio weiter, der auch Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist. Die US-Küstenwache habe sich in die Region begeben.
Der Generalstaatsanwalt von Florida, James Uthmeier, teilte mit, er habe Ermittlungen zu dem Vorfall angeordnet. Kuba liegt nur etwa 145 Kilometer von der Südspitze Floridas entfernt.
Wirtschaftskrise in Kuba verschärft
Der Vorfall ereignete sich inmitten verschärfter Spannungen zwischen den USA und Kuba. US-Präsident Trump hatte nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden lassen. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.
Die Ölblockade verschärfte die Wirtschaftskrise in dem kommunistisch regierten Karibikstaat. Die kubanische Regierung ordnete drastische Energiesparmaßnahmen an, unter anderem wurden der Schulunterricht sowie der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt und Arbeitszeiten reduziert.
Am Mittwoch teilte das US-Finanzministerium dann jedoch mit, dass die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba aus humanitären Gründen gelockert würden. Laut dem Ministerium soll der Export für kommerzielle und humanitäre Zwecke in Kuba erlaubt werden. Ein Teil der bestehenden Sanktionen bleibe jedoch bestehen.





















