Politik

Kuba: Kuba meldet Tote nach Schusswechsel mit Schnellboot aus den USA | ABC-Z

Bei einem Schusswechsel zwischen kubanischen Grenztruppen und der Besatzung eines in den USA registrierten Schnellboots sind Kuba zufolge vier Menschen auf dem Boot getötet worden. Die Insassen des Bootes hätten in kubanischen Hoheitsgewässern das Feuer auf die Soldaten eröffnet, woraufhin diese zurückgefeuert hätten, teilte das kubanische Innenministerium mit. Sechs weitere Menschen seien verletzt und würden medizinisch versorgt.

Nach kubanischer Darstellung sollen an Bord zehn Bewaffnete gewesen sein, die illegal nach Kuba eindringen wollten. “Alle Beteiligten sind in den Vereinigten Staaten lebende Kubaner”, hieß es. Die meisten sollen für Strafvergehen bekannt gewesen sein, ein Verdächtiger sei zudem in Kuba festgenommen worden. Er habe gestanden, aus den USA “entsandt” worden zu sein, um sich an der terroristischen Operation zu beteiligen, teilte das kubanische Innenministerium mit. An Bord des Bootes sollen demnach Waffen und Sprengkörper gefunden worden sein. Zuvor hatte die kubanische Regierung mitgeteilt, das Land werde sich weiter für den Schutz seiner Souveränität und die Stabilität in der Region einsetzen.

US-Vizepräsident JD Vance sagte vor Journalisten, die USA überprüften den Vorfall. Hoffentlich sei dieser “nicht so schlimm, wie wir fürchten, dass er sein könnte”, sagte er. Bislang seien der US-Regierung “nicht viele Details” bekannt. Auch US-Außenminister Marco Rubio sagte, die amerikanische Botschaft in Havanna bemühe sich noch um eigene Informationen zu dem Vorfall. James Uthmeier, der Justizminister des Kuba am nächsten gelegenen US-Bundesstaates Florida, in dem viele Kubaner leben, kündigte eine Untersuchung an.

Kuba verteidigt Vorgehen

Nach Angaben des kubanischen Innenministeriums hatten Grenztruppen das im US-Bundesstaat Florida registrierte Boot in kubanischen Territorialgewässern entdeckt. Das Schnellboot habe sich bis auf etwa eine Seemeile vor der Nordküste Kubas in der Provinz Villa Clara genähert. Als eine Einheit der Grenztruppen zur Identifizierung herangefahren sei, habe die Besatzung des Schnellboots Schüsse abgegeben. Den Angaben zufolge wurde der Kommandant des kubanischen Patrouillenbootes verletzt.

Dass es in kubanischen Gewässern zu Zwischenfällen mit Schnellbooten aus den USA kommt, ist nicht ungewöhnlich. Immer wieder versuchen Boote aus den USA, Waren nach Kuba und Menschen wieder herauszuschmuggeln. Schusswechsel mit Toten sind aber sehr selten.

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen den USA und Kuba. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar bei einem US-Militäreinsatz die Öllieferungen von Venezuela an Kuba unterbinden lassen und mit der Ölblockade die Wirtschaftskrise im Land verschärft. Zuletzt teilte das US-Finanzministerium dann jedoch mit, dass die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba gelockert würden.

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