Krieg in Nahost: Angriffe gehen unvermindert weiter | ABC-Z

Israel, die USA und Iran setzen ihre gegenseitigen Angriffe fort. Während Israel eine neue Offensive ankündigt, schlägt Teheran in Tel Aviv und am Golf zurück. Nach US-Einschätzung ist Iran erheblich geschwächt.
Israel hat nach eigenen Angaben in der Nacht erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen. Man habe eine “großangelegte Angriffswelle gegen die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes in Teheran gestartet”, gab die Armee bekannt. Israels Armeechef Ejal Zamir hatte zuvor eine neue Phase der Offensive angekündigt. Man werde das Regime und dessen militärische Kapazitäten weiter schwächen.
Iranischen Medien zufolge wurden zudem drei Kleinstädte nahe der Metropole Isfahan in Zentraliran bombardiert. Im Osten der Stadt selbst gab es demnach ebenfalls Luftangriffe. Mehrere Menschen seien verletzt, Wohnhäuser und Fahrzeuge beschädigt worden. Rund 150 Kilometer südlich von Teheran seien auch zwei Militärstützpunkte bombardiert worden.
Im Libanon griff Israel weiter Stellungen der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz an. Bewohner aus den Vororten von Beirut berichteten von Explosionen. Die Hisbollah rief ihrerseits Menschen im Norden Israels auf, alle israelischen Orte im Umkreis von fünf Kilometern zur Grenze zu verlassen. Es ist die erste Warnung der Miliz dieser Art seit Ausbruch des Iran-Kriegs.
Iran kündigt Ausweitung der Gegenangriffe an
Irans Streitkräfte kündigten eine Ausweitung ihrer Gegenangriffe an, wie der staatliche Rundfunk unter Berufung auf das zentrale Hauptquartier des Militärs meldete. Es solle in den kommenden Tagen intensiver und umfangreicher angegriffen werden, hieß es.
Die Revolutionsgarde erklärte am Morgen, Raketen in Richtung Tel Aviv abgefeuert zu haben. Auch Drohnen würden bei dem Angriff genutzt. Ziel seien Orte “im Herzen von Tel Aviv”. Berichte über größere Schäden gibt es bislang nicht.
Weitere iranische Angriffe auf Golfstaaten
Die iranische Militärführung berichtete zudem über Angriffe mit Kamikazedrohnen auf den Luftwaffenstützpunkt Ramat David und eine Radarstation in Israel, außerdem auf einen US-Stützpunkt in Kuwait und im irakischen Erbil.
Bei mutmaßlich iranischen Angriffen auf Bahrain sollen mehrere zivile Gebäude beschädigt worden sein. Wie das Innenministerium des Golfstaats mitteilte, wurden zwei Wohnhäuser und ein Hotel in der Hauptstadt Manama zum Ziel “iranischer Aggression”. In einem der Gebäude sei ein Wohnungsbrand gelöscht worden. Tote oder Verletzte habe es keine gegeben.
Nach Angaben des saudischen Verteidigungsministeriums beschoss Iran darüber hinaus die Prince-Sultan-Luftwaffenbasis. Die saudische Luftabwehr habe drei ballistische Raketen abgefangen, erklärte das Ministerium auf X.
Auch die Einwohner von Dubai wurden am Morgen vor iranischen Angriffen gewarnt. Das Innenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate riet, sich wegen möglicher Raketenbedrohungen in Sicherheit zu bringen.
Trump: Iran hat keine Luftwaffe mehr
Die USA attackierten am Morgen nach eigenen Angaben unterirdische Raketenabschussrampen in Iran. B-2 Tarnkappenbomber hätten Dutzende sogenannte Penetrator-Bomben auf tief vergrabene Abschussrampen abgeworfen, sagte der Chef des US-Regionalkommandos im Nahen Osten, Brad Cooper.
Nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump sind die Luftabwehr und die Raketen Irans nun ganz oder in großen Teilen zerstört. “Sie haben also keine Luftwaffe mehr, sie haben keine Flugabwehr mehr. Alle ihre Flugzeuge sind weg”, sagte Trump. Ihre Raketen seien zu 60 und ihre Abschussvorrichtungen zu 64 Prozent ausgeschaltet. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Trump will über Irans künftige Führung mitbestimmen
Der US-Präsident erwägt nach eigenen Angaben derzeit keine Entsendung von Bodentruppen nach Iran. “Das wäre Zeitverschwendung”, sagte er dem US-Sender NBC. Das Land hätte bereits alles verloren.
Trump teilte außerdem mit, er wolle bei der künftigen Führung Irans mitbestimmen. “Ich muss in die Ernennung involviert sein, wie bei Delcy (Rodriguez) in Venezuela”, erklärte er gegenüber dem US-Nachrichtenportal Axios. Modschtaba Chamenei, den Sohn des getöteten obersten Führer Irans, lehne er als neues Staatsoberhaupt ab. “Chameneis Sohn ist für mich inakzeptabel.” Dieser sei ein “Leichtgewicht”.





















