Krawalle bei Demonstration gegen Olympia in Mailand | ABC-Z

Umweltbelastungen, Wohnungsnot und die US-Behörde ICE: Gleich aus mehreren Gründen protestierten Tausende Menschen in Mailand gegen die Olympischen Spiele in Italien. Dabei kam es jetzt zu Ausschreitungen.
Bei einer Demonstration am Rande der Olympischen Winterspiele ist es in Mailand zu Krawallen gekommen. Nach einem Protestmarsch in Richtung des olympischen Dorfes warfen einige Teilnehmer Rauchbomben und Molotow-Cocktails in Richtung Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab sechs Festnahmen.
Tausende Demonstrierenden zogen am ersten vollen Wettkampftag durch Mailand, um für eine Vielzahl von Anliegen Stellung zu beziehen. Eine von Gewerkschaften und Umweltschützern organisierte Kundgebung richtete sich unter anderem gegen explodierende Mieten und wachsende soziale Ungleichheit. Mailand erlebt seit der Weltausstellung 2015 einen Immobilienboom, der die Lebenshaltungskosten für viele Einheimische in die Höhe getrieben hat.
Auch Umweltbelastungen durch die Winterspiele standen im Fokus der Proteste. Olympia-Gegner bemängeln vor allem die Auswirkungen der Großveranstaltung auf das Ökosystem sowie den wasser- und energieintesiven Einsatz von Kunstschnee.
Protest gegen US-Einwanderungsbehörde ICE
Neben den hohen Kosten der Winterspiele, der Wohnungsnot und der Umweltbelastung demonstrierten die Menschen auch gegen die US-Behörde ICE. Plakate wie “ICE out” (“ICE raus”) oder “ICE=SS” waren zu sehen. ICE steht in der Kritik wegen ihres Vorgehens in den Vereinigten Staaten, bei dem auch zuletzt zwei Menschen getötet wurden.
In der US-Delegation in Italien sollen sich ICE-Beamte um den Schutz von Offiziellen wie US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio kümmern. Laut Italiens Regierung sollen sie nicht auf der Straße zum Einsatz kommen.
Zur Zahl der Protestierenden gibt es verschiedene Angaben. Die Nachrichtenagentur AP berichtete unter Berufung auf die Polizei von 10.000 Menschen, die an einer größeren, friedlichen Demonstration teilnahmen. Weitere Nachrichtenagenturen nannten 3.000 und 5.000 Teilnehmer, die auf die Straße gingen.





















