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Kommunalwahlen 2026 im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das Ergebnis der Landrats-Stichwahl – Fürstenfeldbruck | ABC-Z

Thomas Karmasin (CSU) bleibt weiter Landrat von Fürstenfeldbruck. Der 63-Jährige gewann die Stichwahl mit 56,5 Prozent der Stimmen und wird seinen 30 Amtsjahren noch weitere sechs Jahre anhängen. Seine Herausforderin Ronja von Wurmb-Seibel, die für die Grünen antrat, war eine der Ersten, die ihm am Sonntagabend gratulierte. Sie kam auf 43,5 Prozent.

Karmasin hielt sich längst im Landratsamt auf, kommt aber erst kurz vor halb acht Uhr zusammen mit Ehefrau Franziska unter dem lauten Applaus der Anwesenden die große Treppe ins Foyer des Fürstenfeldbrucker Landratsamts herunter. Handys werden gezückt, um den Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Katrin Staffler, Bundestagsabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende, umarmt ihn und übergibt ihm einen Blumenstrauß. Dann muss der wiedergewählte Landrat erst einmal Hände schütteln und die Glückwünsche entgegennehmen. Dies sei nun die „Last tour“, kündigte er kurze Zeit später in einem kurzen Gespräch mit der SZ gleich noch an: „In sechs Jahren lasse ich mich nicht noch einmal in Versuchung führen“. Sagt es und lacht.

Überschäumende Freude: Landrat Thomas Karmasin macht nach seinem Sieg ein Fass auf. Johannes Simon

Karmasin berichtete von einem noch einmal intensivierten Wahlkampf in den vergangenen zwei Wochen. Im ersten Wahlgang hatte er 45 Prozent der Stimmen bekommen von den Wählerinnen und Wählern, das reichte nicht. Die Entscheidung zwischen ihm und Ronja von Wurmb-Seibel musste in der Stichwahl fallen. Die verfolgten viele Interessierte und Parteigänger am Sonntag im Landratsamts-Foyer. Dort waren über einen großen Beamer die einzelnen Ergebnisse aus den Kommunen zu sehen. Als erste Gemeinde meldete Landsberied: Dort stimmten 59,6 Prozent für Karmasin. Als letzte Kommune meldete Gröbenzell: Dort erhielt er 53,7 Prozent.

Thomas Karmasin stößt im Landratsamt mit Parteifreunden an:  Türkenfelds Bürgermeister Emanuel Staffler (von links), dessen Ehefrau und Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler sowie Landtagsabgeordneter Benjamin Miskowitsch
Thomas Karmasin stößt im Landratsamt mit Parteifreunden an:  Türkenfelds Bürgermeister Emanuel Staffler (von links), dessen Ehefrau und Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler sowie Landtagsabgeordneter Benjamin Miskowitsch Johannes Simon

Karmasin inszenierte sich zuletzt in den sozialen Medien als Landrat, dem seine Heimat am Herzen liegt. Er wiederholte am Wahlabend noch einmal seine Einschätzung, wonach das Auftauchen eines AfD-Kandidaten die Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl deutlich erhöht habe. Ursprünglich hatten sich sechs Bewerber und eine Bewerberin um das Amt bemüht.

Grünen-Kandidatin Ronja Wurmb-Seidel (Mitte) verfolgt mit Karin Geissler und FDP-Landratskandidat Ulrich Bode die Ergebnisse.
Grünen-Kandidatin Ronja Wurmb-Seidel (Mitte) verfolgt mit Karin Geissler und FDP-Landratskandidat Ulrich Bode die Ergebnisse. Johannes Simon

Ronja von Wurmb-Seibel war denn auch nicht unzufrieden mit dem Ausgang, im Gegenteil. „Ich bin überglücklich“, sagte sie am Wahlabend. Das Ergebnis sei ein Zeichen für Aufbruch. Es zeige, dass es viele Menschen gebe, die sich einen anderen Politikstil wünschen. Sie dankte ganz besonders ihrem Wahlkampfteam für dessen Einsatz in den vergangenen zehn Monaten. Die 39-Jährige wird künftig im Kreistag Karmasins Politik mitgestalten und sitzt vom 1. Mai an auch im Gemeinderat Moorenweis. In zwei Kommunen – Grafrath und Eichenau – holte sie mehr Stimmen als Karmasin.

Die Kandidatin der Grünen habe einen „ganz anderen Politikansatz“ und damit auch „andere Arten von Wählerinnen und Wählern angesprochen“, sagte Karmasin. Wichtig war für beide Lager, die Wähler zwei Wochen nach der Kommunalwahl noch einmal zu mobilisieren. Wie schon am 8. März holte Ronja von Wurmb-Seibel am Wahltag mehr Stimmen als über die Briefwahl, bei Karmasin war es umgekehrt. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 52,1 Prozent.

Maximilian Gigl (CSU) und Christian Götz (BBV), vor zwei Wochen bereits gewählte Bürgermeister von Olching und Fürstenfeldbruck, standen entspannt unter den Anwesenden. Gefragt, wie erleichtert sie an diesem Abend seien, der ihnen keine Stichwahl abverlangte, stöhnten beide hörbar auf. Beide hatten ihre Wahl trotz zahlreicher Gegenkandidaten bereits im ersten Wahlgang gewonnen.

Karmasins Parteifreund Hans Seidl, Bürgermeister von Maisach und Sprecher der Landkreisbürgermeister, war „mehr als zufrieden“ mit dem Wahlausgang. Er würdigte die Zusammenarbeit mit Karmasin, gerade was die Bereitschaft angehe, die Belange der Kommunen zu berücksichtigen: „Das ist für uns eine Planungsgröße, die wichtig ist“. In Zeiten wie diesen „brauchen wir Stabilität“. Seidl äußerte aber auch Respekt für die Kontrahentin und ihr „starkes Engagement“.

Später schob CSU-Kreisrat Engelbert Jais ein 30-Liter-Fass Bier herein, das Karmasin anzapfen sollte. Das bereitete zunächst einige Mühe, doch dann floss das Bier. Karmasin verteilte die gefüllten Glaskrüge an die Umstehenden, und man stieß an auf weitere sechs Jahre CSU-regierten Landkreis. Aus den Lautsprechern erklangen die Toten Hosen: „Tage wie diese“.

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