Kommunalwahl in der Region München: Viele CSU-Landräte und Bürgermeister lokaler Gruppierungen – Fürstenfeldbruck | ABC-Z

Die Kommunalwahlen rund um München haben ein politisches Gefüge hervorgebracht, das nur auf den ersten Blick vielfältiger wirkt. Die CSU behauptet ihre Vormachtstellung in den meisten Landkreisen und vielen Rathäusern, ist aber nicht unangreifbar. Die Grünen trotzten dem bundespolitischen Gegenwind und erzielten punktuell Erfolge, die SPD – vielerorts abgeschrieben – feierte in einigen Kommunen Achtungserfolge. Auffällig ist, dass viele Bürgermeister nicht von den etablierten Parteien kommen, sondern von lokalen Wählergruppen unterstützt werden. Künftige Kommunalpolitik in der Region wird damit noch stärker auf lokale Allianzen angewiesen sein.
Die Landratsämter im Münchner Umland bleiben weitgehend in CSU-Hand. Sieben von acht Landkreisen in der Region werden auch künftig von CSU-Landräten geführt. In den Landkreisen Starnberg, Ebersberg und Erding wurden die CSU-Landräte im ersten Wahlgang in ihren Ämtern bestätigt. Die Amtsinhaber aus den Landkreisen München, Fürstenfeldbruck und Dachau, ebenfalls alle von der CSU, folgten in der Stichwahl. Dort holte die CSU-Kandidatin Susanne Hoyer dann im Landkreis Freising die Mehrheit gegen den Amtsinhaber von den Freien Wählern und ist damit die erste Frau auf diesem Posten. Bad Tölz-Wolfratshausen bleibt indes auch nach dem Abschied von Josef Niedermaier, der nicht mehr antrat, in der Hand der Freien Wähler: Deren Kandidat Ludwig Schmid setzte sich dort gegen Thomas Holz von der CSU durch und ist nun einziger Nicht-CSU-Landrat in der Region München.
Bei den Bürgermeistern ist die Lage weniger eindeutig. Eine Hochburg bleibt für die CSU der Kreis Ebersberg. 13 von 21 Kommunen werden dort von Rathauschefs der Christsozialen geführt, das sind fast 62 Prozent. Zuletzt gab die CSU drei Rathäuser an Vertreter von Wählergruppierungen sowie eines – jenes in Vaterstetten – an die SPD ab. Die Sozialdemokraten stellen zudem in Ebersberg den Bürgermeister.
Ein weiteres ausgeprägtes CSU-Terrain ist mit 15 Bürgermeistern auch der Landkreis München. Damit stellt die Partei die Hälfte aller möglichen Rathauschefs. Nimmt man noch jene sieben Bürgermeister hinzu, die im Landkreis München ein SPD-Parteibuch haben, dann stellen die beiden Parteien der bundespolitischen Groko etwas mehr als zwei Drittel aller 29 Bürgermeister im Landkreis München. Eine so hohe parteipolitische Quote gibt es sonst nirgendwo im Umland von München.

Andernorts kommen viele Bürgermeister häufig von Wählergruppierungen und lokalen Bündnissen – ein Trend, der schon vor Jahren eingesetzt hat. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in den Landkreisen Freising und Bad Tölz-Wolfratshausen. In Freising stellen Freie Wähler und Wählergruppierungen in 17 von 24 Rathäusern die Chefs, einer mehr als bisher. Das sind 70 Prozent. Die CSU konnte ihre Zahl an Bürgermeistern zwar verdoppeln, steht aber dennoch erst bei sechs. Im Kreis Tölz-Wolfratshausen haben 15 Bürgermeister lokale Bündnisse hinter sich. Die CSU stellt dort nach der Kommunalwahl gerade noch fünf von 21 Bürgermeistern, davon traten zwei für ein Bündnis aus CSU und Wählergemeinschaft an. Bei den Stichwahlen zogen in Geretsried, Münsing und Wolfratshausen alle CSU-Kandidaten gegen die Bewerber der Bürger- und Wählergruppen den Kürzeren.
Im Kreis Erding stellen Freie Wähler, Bürgerlisten oder gemeinsame Listen mehrerer Parteien und Gruppierungen 15 von 26 möglichen Bürgermeistern und damit mehr als die Hälfte. Zehn Bürgermeister kommen von der CSU. Im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt es insgesamt 13 Bürgermeister, die bürgerlichen Initiativen und Freien Wählern zuzuordnen sind – vor allem in den kleinen Kommunen im Westen und Norden des Landkreises, aber auch in der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck oder neuerdings in deren Nachbarort Emmering. Acht von 23 Bürgermeistern stellt weiterhin die CSU, sie verlor allerdings in der Stichwahl zwei Kommunen (Germering und Emmering), gewann aber zwei große Städte hinzu (Puchheim und Olching).

Im Kreis Dachau musste die CSU drei Bürgermeisterämter verloren geben und stellt jetzt sieben Rathauschefs. Von Bürger- und Wählergruppierungen kommen fünf Bürgermeister. Im Landkreis Starnberg ist das Verhältnis von CSU-Bürgermeistern und solchen, hinten denen Bürgergruppen stehen, halbwegs ausgeglichen mit sieben zu sechs. Die CSU gewann hier zwei Bürgermeister hinzu.
In Dachau gibt es immerhin noch zwei SPD-Bürgermeister – in Vierkirchen und in der Kreisstadt selbst. In Berg am Starnberger See behielt der SPD-Bewerber sein Amt. Der Kreis Fürstenfeldbruck hat zwar zwei bisherige SPD-Bastionen mit Olching und Puchheim an die CSU verloren, dafür aber eroberte die SPD die Große Kreisstadt Germering zurück. Insgesamt werden in den acht Landkreisen der Region München 13 Rathäuser von der SPD geführt. Die FDP stellt in Fahrenzhausen (Kreis Freising), wo jetzt nicht gewählt wurde, den Rathauschef, in Krailling (Kreis Starnberg) verlor sie das Rathaus an die CSU.

Die Grünen stellen von Mai an die Landrätin im weiter westlich liegenden Landkreis Landsberg am Lech, wo bis jetzt noch ein CSU-Landrat an der Macht ist. Grüne Bürgermeister bleiben auch in der Region München eine Ausnahme. In der 20 000-Einwohner-Gemeinde Gröbenzell (Kreis Fürstenfeldbruck) hat es jetzt einer geschafft, auch die Gemeinde Inning am Ammersee (Kreis Starnberg) wird künftig grün sein. Hingegen sind die grünen Bastionen Pullach (Landkreis München) und Neufahrn (Kreis Freising) gefallen und werden künftig von Vertretern der CSU regiert.





















