Kim Jong-un prahlt mit riesigen neuen Raketenwerfern für Atomsprengköpfe | ABC-Z

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un hat eine Reihe riesiger Raketenwerfer vorgestellt, wie staatliche Medien des Landes am Donnerstag berichteten. Das laut Kim weltweit einzigartige Waffensystem könne demnach auch Atomsprengköpfe abfeuern. Es sei „geeignet für einen Spezialangriff, sprich zur Erfüllung einer strategischen Mission“, sagte Kim und verwendete dabei eine gängige Umschreibung für den Einsatz von Atomwaffen.
Kim versicherte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Nordkoreas KCNA, dass das Waffensystem nur zur „Abschreckung“ nicht genannter Feinde dienen solle – Nordkoreas Erzfeinde sind Südkorea und die USA. Der nordkoreanische Machthaber präsentierte die Raketenwerfer nur wenige Tage vor der Eröffnung eines seltenen Kongresses der regierenden Arbeiterpartei, auf dem wahrscheinlich die nächste Phase des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms vorgestellt wird.
„Wenn diese Waffe eingesetzt wird, kann keine Macht mehr auf Gottes Schutz hoffen“, wird Kim Jong-un zitiert. „Es ist wahrlich eine wunderbare und beeindruckende Waffe.“ Fotos der Staatsmedien zeigten Dutzende von Trägerraketen, die in ordentlichen Reihen auf dem Platz vor dem Kulturhaus in Pjöngjang, dem Veranstaltungsort des Kongresses, aufgestellt waren.
Nordkorea: Atomwaffenfähige Raketenwerfer mit 400 Kilometer Reichweite
Die Mehrfachraketenwerfer sollen laut den nordkoreanischen Medien 600-Millimeter-Geschosse feuern können. Die Raketenwerfer unterschieden sich „praktisch nicht von einer hochpräzisen ballistischen Rakete in Bezug auf Präzision und Leistung“, zitiert die Nachrichtenagentur „Reuters“ Kim. Auch würden sie „KI-Technologie und komplexe Leitsysteme“ enthalten.

Ein von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreitetes Bild zeigt Kim Jong-un bei der Vorstellung der Raketenwerfer. Die Echtheit der Bilder kann nicht unabhängig verifiziert werden.
© AFP | Str
Laut dem Nordkorea-Analysten Hong Min vom Institut für die koreanische Wiedervereinigung besitzen die Raketenwerfer wahrscheinlich eine Reichweite von 400 Kilometern. Südkoreas Hauptstadt Seoul mit geschätzten 26 Millionen Einwohnern in der Metropolregion liegt weniger als 50 Kilometer von der nordkoreanischen Grenze entfernt.
„Ihr Hauptzweck ist die Neutralisierung der vereinten Luftstreitkräfte Südkoreas und der Vereinigten Staaten“, sagte Hong Min gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Mit taktischen Atomsprengköpfen bestückt, könnte eine einzelne Batterie, die vier bis fünf Granaten abfeuert, einen ganzen Luftwaffenstützpunkt zerstören.“

Nordkoreas Atomprogramm isolierte das Land
Nordkorea verfügt Experten zufolge über dutzende Atomsprengköpfe und hat in der Vergangenheit wiederholt bekräftigt, diese trotz internationaler Sanktionen behalten zu wollen. 2006 hatte Pjöngjang seinen ersten Atomtest ausgeführt. Das weitgehend isolierte Land argumentiert, dass es Atomwaffen zur Abschreckung gegen eine angebliche militärische Bedrohung auch durch Südkoreas Verbündeten USA benötige.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Nord- und Südkorea sind auch über sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Korea-Kriegs im Jahre 1953 formell weiterhin im Kriegszustand. Die USA haben zehntausende Soldaten in Südkorea stationiert, unter anderem zum Schutz Südkoreas.
mit afp





















