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Kein Kommentar zu Bericht: EZB-Chefin Lagarde: Gehe nicht von vorzeitigem Abschied aus | ABC-Z

Kein Kommentar zu BerichtEZB-Chefin Lagarde: Gehe nicht von vorzeitigem Abschied aus

20.02.2026, 08:53 Uhr

Ihre “Grundannahme” sei, dass sie bis zum Ende ihrer Amtszeit bleibe, so Lagarde.

Mitte der Woche kommen Gerüchte auf, EZB-Chefin Lagarde wolle ihren Posten vorzeitig räumen. Um noch vor den nächsten Wahlen in Frankreich eine Neubesetzung möglich zu machen, um nicht den Rechten in die Hände zu spielen. Die Gerüchte werden nicht bestätigt. Aber auch nicht dementiert.

Christine Lagarde sieht ihre Arbeit als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) noch nicht beendet. Trotz Spekulationen, sie könnte vorzeitig zurücktreten. “Wenn ich auf all diese Jahre zurückblicke, denke ich, wir haben viel erreicht – ich habe viel erreicht”, sagte sie am Donnerstag dem “Wall Street Journal”. Sie wolle ihre Erfolge konsolidieren, sie auf solide und verlässliche Beine stellen. “Meine Grundannahme ist, dass das bis zum Ende meiner Amtszeit dauern wird”, so Lagarde.

Lagarde sagte weiter, sie sehe als ihre Mission die Preis- und Finanzstabilität sowie den “Schutz des Euro, damit er solide, stark und für Europas Zukunft gerüstet ist.” Sie lehnte es ab, einen Bericht der Financial Times zu kommentieren, wonach sie vor dem Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 zurücktreten würde.

Die EZB hatte damals in einer Erklärung mitgeteilt, Lagarde habe keine Entscheidung über das Ende ihrer Amtszeit getroffen, den Bericht aber nicht ausdrücklich dementiert. Ein vorzeitiger Abgang Lagardes würde Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein Mitspracherecht bei der Besetzung eines der mächtigsten Posten Europas geben. Dies geschähe vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027, bei der Marine Le Pens rechtsextreme Partei Rassemblement National an die Macht kommen könnte. Offiziell wählen alle 27 EU-Staats- und Regierungschefs den EZB-Präsidenten. Doch größere Länder wie Frankreich und Deutschland spielen eine überproportionale Rolle bei den Verhandlungen, die oft mit Postengeschacher um andere europäische Ämter einhergehen.

Weltwirtschaftsforum sei “eine von vielen Optionen”

Lagardes Ernennung 2019 war Teil eines größeren Pakets. Dabei stieg Ursula von der Leyen zur Kommissionspräsidentin auf. Lagarde wies bereits einmal Spekulationen über einen vorzeitigen Rücktritt zurück. Vergangenes Jahr sagte sie, sie sei entschlossen, ihre Amtszeit zu Ende zu führen. Zuvor waren Berichte aufgekommen, sie überdenke einen vorzeitigen Abschied, um anschließend das Weltwirtschaftsforum (WEF) zu führen.

Am Donnerstag erklärte Lagarde, das WEF sei “eine der vielen Optionen”, die sie in Betracht ziehe, sobald sie die Zentralbank verlasse. Im Januar waren erneut Gerüchte über einen vorzeitigen Abschied Lagardes aufgekommen. Der Chef der französischen Zentralbank, François Villeroy de Galhau, hatte damals unerwartet angekündigt, im Juni zurückzutreten.

Villeroy sagte, er gehe, um eine katholische Wohltätigkeitsstiftung zu leiten. Dies wurde aber als mögliche Vorbereitung für eine umfassendere Neubesetzung von EZB-Posten vor der französischen Wahl angesehen. Zwei weitere Sitze im EZB-Direktorium – die des Chefökonomen Philip Lane und von Isabel Schnabel – werden nächstes Jahr frei.

“Sieht wie ein riskanter Schritt aus”

Eine frühzeitige Besetzung der Posten würde die Stabilität der Zentralbank gewährleisten, dürfte aber die Feindseligkeit der extremen Rechten schüren. Jordan Bardella, der Präsident des Rassemblement National, der Macron nach der Wahl ablösen könnte, bezeichnete die Eile, Posten einschließlich dem von Lagarde zu sichern, in einem am Mittwoch auf X veröffentlichten Video als “antidemokratisch”.

“Es sieht wie ein riskanter Schritt aus, der weitere Kritik von populistischen Parteien anheizen könnte”, sagte Frederik Ducrozet, Leiter der makroökonomischen Forschung bei Pictet Wealth Management. “Solche Tricks anzuwenden, um die EZB vor populistischem Druck zu schützen, macht keinen guten Eindruck und könnte durchaus nach hinten losgehen.” Auf die Frage, ob ein vorzeitiger Abgang Fragen über die politische Unabhängigkeit der EZB aufwerfen könnte, sagte Lagarde: “Ich denke, die EZB ist eine sehr angesehene und glaubwürdige Institution, und ich hoffe, dass ich daran mitgewirkt habe.”

Quelle: ntv.de, lwe/DJ

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