Berlin

Kaum ein Tag ohne Schüsse in der Hauptstadt | ABC-Z

Berlin – Kaum ein Tag vergeht, an dem in der Hauptstadt nicht scharf geschossen wird. Allein seit Anfang März kam es zu neun Taten, bei denen die Opfer schwer und zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden.

Erst am Donnerstagmorgen gab es erneut Schüsse in Berlin, wieder traf es ein Lokal in der Hermannstraße.

2025 gab es 1119 Delikte mit Schusswaffen

Diese Entwicklung ist bereits seit Monaten zu beobachten. Allein 2025 registrierte die Polizei 1119 Delikte mit einer Schusswaffe. 515 Mal wurde tatsächlich geschossen, 604 Mal mit einer Schusswaffe gedroht. Im Jahr 2024 waren es insgesamt 666 Delikte.

Deshalb gründete die Polizei im November 2025 die „Besondere Aufbauorganisation (BAO) Ferrum“, um gezielt gegen die Häufung von Schussabgaben im öffentlichen Raum und den zunehmenden Bandenkrieg in der Organisierten Kriminalität vorzugehen.

Bei einer Drogen-Razzia, unterstützt von der „BAO Ferum“, wurde am 26. März unter anderem eine scharfe Pistole sichergestellt Foto: Polizei Berlin

Bis Ende Februar wurden durch „Ferrum“ 260 Ermittlungsverfahren gegen Verdächtige eingeleitet, 78 gefährliche Gegenstände und Waffen beschlagnahmt (darunter 18 scharfe Schusswaffen) und 13 Haftbefehle erlassen.

Schüsse auf Menschen und Cafés

Auch bei der Schussabgabe vor einem Berliner Gefängnis in Moabit am Mittwoch, hat „Ferrum“ die Ermittlungen übernommen. In einer Shisha-Bar sollen zwei Männer (21, 26) in Streit geraten sein. Vor der Bar soll es dann zu mehreren Schüssen gekommen sein, auch ein Messer war im Spiel. Mit Schuss- und Stichverletzungen wurden beide Männer im Krankenhaus behandelt.

Einer der Verletzten wird in der Rathenower Straße in einen Krankenwagen gebracht
Einer der Verletzten wird in der Rathenower Straße in einen Krankenwagen gebracht Foto: Axel Billig/Pressefoto Wagner

Nur einen Tag zuvor stellte ein Mitarbeiter beim Aufschließen eines Lokals an der Buschkrugallee im Bezirk Neukölln mehrere Einschusslöcher fest und alarmierte die Polizei.

Am Sonntag (29. März) feuerten mehrere Täter aus einem Auto heraus auf ein Café an der Hermannstraße, ebenfalls in Neukölln. Mehrere Projektile durchschlugen die Scheibe, als sich gerade Gäste in dem Lokal befanden. Getroffen wurde aber niemand. Bereits im September wurde auf den Laden geschossen. Damals wurde ein Mitarbeiter (59) am Arm getroffen.

„Ferrum“ ermittelt Täter in Hessen

Eine Woche zuvor sollen mehrere Männer ihr Opfer (38) aus dessen Wohnung an der Ebersstraße in Berlin-Schöneberg gelockt, auf ihn geschossen haben und dann mit einem Auto geflüchtet sein. Polizisten entdeckten den Verletzten später mit einer Schusswunde im Gesäß auf dem Gehweg. Vier Tage später konnten drei Verdächtige (19, 20, 21) in Hessen festgenommen werden.

Polizisten sichern den Tatort in der Ebersstraße ab
Polizisten sichern den Tatort in der Ebersstraße ab Foto: Axel Billig/Pressefoto Wagner

Am Sonnabend (21. März) wurde ein 23-Jähriger mit mehreren Schussverletzungen auf der Brandenburgischen Straße in Wilmersdorf entdeckt. Die Täter sind noch auf der Flucht. Die Polizei sucht Zeugen.

Zu einem möglicherweise gezielten Attentat auf ein Clan-Mitglied kam es am Donnerstag (19. März) an der Graefestraße im Bezirk Kreuzberg. Mehrere Schüsse feuerten die bislang unbekannten Täter auf ihr Opfer Mustapha W. (23) ab. Drei Kugeln trafen den Libanesen im Oberkörper, am Bein und am Arm. Auch in diesem Fall flüchteten die Täter.

Die Polizei hat nach Schüssen auf ein Clan-Mitglied die Graefestraße in Berlin-Kreuzberg abgesperrt
Die Polizei hat nach Schüssen auf ein Clan-Mitglied die Graefestraße in Berlin-Kreuzberg abgesperrt Foto: Axel Billig/Pressefoto Wagner

Am Dienstag (10. März) gerieten zwei Brüder (25, 31) an der Böckhstraße, ebenfalls in Kreuzberg, mit mehreren Männern in Streit. Dann fielen Schüsse. Ein Bruder wurde am Fuß, der andere im Oberschenkel getroffen. Die Täter flüchteten in einem Auto.

In der Böckhstraße in Kreuzberg fielen am 10.3. Schüsse
In der Böckhstraße in Kreuzberg fielen am 10.3. Schüsse Foto: Axel Billig/Pressefoto Wagner

Schließlich kam es am Dienstag (3. März) zu Schüssen im Volkspark Friedrichshain. Ein Mann (50) wurde dort mit lebensgefährlichen Verletzungen entdeckt. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags und sucht Zeugen der Tat.

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