Politik

Katholische Kirche: Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz – Politik | ABC-Z

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer ist zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Die katholischen Bischöfe bestimmten den 64-Jährigen bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Würzburg zum Nachfolger des Limburger Bischofs Georg Bätzing.

Wilmer steht seit 2018 an der Spitze des Bistums Hildesheim. Der Ordensmann aus dem Emsland gilt zwischen Konservativen und Reformern als Vermittler, der auf Beteiligung und Dialog setzt. Bundesweit profilierte sich Wilmer zuletzt mit gesellschaftspolitischen Stellungnahmen, etwa zu Demokratie, Sozialstaat und Klimaschutz. In der Bischofskonferenz leitete er bisher die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen.

Mit 19 Jahren trat Wilmer in den Orden der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) ein. Er studierte Theologie und weitere Geisteswissenschaften in Freiburg, Paris und Rom. Der promovierte Theologe arbeitete zeitweise als Lehrer in der New Yorker Bronx, leitete später das ordenseigene Gymnasium in Handrup (Emsland) und wurde 2007 Provinzial der deutschen Ordensprovinz. 2015 wechselte er nach Rom, wo er als Generaloberer die weltweite Leitung des Ordens übernahm und enge Kontakte in den Vatikan knüpfte.

Sein Vorgänger Georg Bätzing hört nach sechs Jahren auf. Der 64-Jährige stand damit nur eine Amtszeit lang an der Spitze der Versammlung von 27 Diözesan- und 40 Weihbischöfen. Er gehört zum Reformerflügel unter den Bischöfen, zuletzt hatte es zunehmend Widerstand gegen ihn gegeben. Eine Minderheit konservativer Bischöfe hatte die Reformbemühungen Bätzings in den vergangenen Jahren untergraben. Bätzing hatte auch das Reformprojekt Synodaler Weg mitgestaltet.

Bätzing sagte zum Auftakt des Treffens, unter den Bischöfen gebe es anders als in der Politik keinen Wahlkampf. „Man holt die Zettel raus, es ist eine geheime Wahl, es wird gewählt, und es wird so lange gewählt, bis es einen Vorsitzenden gibt.“ Trotzdem war die Wahl des künftigen Amtsinhabers auch eine Richtungsentscheidung.

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