Politik

Josef Schuster: Zentralrat der Juden kritisiert AfD-Politiker für NS-Relativierung | ABC-Z

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat empört auf Äußerungen des sachsen-anhaltischen AfD-Politikers Ulrich Siegmund zur NS-Zeit reagiert. “Es fällt schwer, sich des Eindrucks zu erwehren, dass in Herrn Siegmunds Aussagen eine deutliche Sympathie für die Zeit des Nationalsozialismus mitschwingt”, sagte der Zentralratspräsident der Nachrichtenagentur dpa.

Schuster warf dem AfD-Politiker “völlige Schamlosigkeit” vor. Diese gebe der “Hetze der sogenannten Alternative eine neue Qualität” und müsse Demokraten wachrütteln. “Herr Siegmund und die AfD sind keine Alternative, sie sind eine Gefahr für unsere offene Gesellschaft und für unsere Demokratie”, sagte der 71-Jährige.

Siegmund relativierte im Podcast den Holocaust

Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt wurde in einem Podcast des Portals Politico gefragt, ob die NS-Zeit “das Schlimmste der Menschheit” sei. Siegmund antwortete: “Das maße ich mir nicht an zu bewerten, weil ich die gesamte Menschheit nicht aufarbeiten kann und aus allen Verbrechen dieser Menschheit natürlich lernen muss.” 

Auf den Hinweis des Interviewers auf das Menschheitsverbrechen
Deutschlands vor 80 Jahren und auf eine besondere Verantwortung im
Umgang mit Sprache sagte Siegmund: “Ich finde es maßlos übertrieben und völlig fernab jeglicher Realität, wie man das auslegt. Und für mich gilt es, eine Perspektive, nach vorne zu blicken und nicht zurück. Und natürlich muss man immer aus Geschichte lernen, aber nicht nur aus einzelnen Aspekten der Geschichte, sondern aus der gesamten Geschichte.”

Siegmund sagte außerdem: “Der erste Schritt, wo ich aus der Geschichte lerne, ist ja, dass ich keine Sprachpolizei möchte. Wenn ich sage, das darfst du sagen, das darfst du nicht sagen, weil das vor 80 Jahren mal so und so war, dann beginne ich, eine Sprachpolizei einzurichten”, sagte der Politiker.

Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.

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