Politik

Jemen: Huthi bestätigen Tod ihres Regierungschefs bei israelischem Angriff | ABC-Z

Die Huthis im Jemen haben die Tötung des von ihnen ernannten Regierungschefs bei einem israelischen Luftangriff bestätigt. Der Angriff auf Ahmed al-Rahawi fand demnach schon am Donnerstag statt. Auch mehrere Minister seien dabei getötet worden. Nach Angaben der Miliz war die Regierung zusammengekommen, um ihre Aktivitäten des Vorjahres zu bewerten, als der Luftangriff geschah. 

Israels Militär hatte am Donnerstag mitgeteilt, es habe ein “militärisches Ziel des
Huthi-Terrorregimes” in der Region Sanaa getroffen. Dass es sich um die von den Huthi geführte Regierung des Jemen handelte, wurde erst am Samstag bekannt. Al-Rahawi war seit einem Jahr Ministerpräsident.

Zum Zeitpunkt des Angriffs übertrug der Rundfunksender der Miliz eine Rede des Huthi-Anführers Abdel Malik
al-Huthi. Darin informierte er über Entwicklungen im
Gazastreifen und kündigte Vergeltungsmaßnahmen gegen Israel an. Ranghohe
Vertreter der Miliz haben sich auch in der Vergangenheit schon mehrmals versammelt, um
gemeinsam die aufgezeichneten Reden Al-Huthis anzusehen.

Mindestens zehn Tote bei weiteren Angriffen auf Sanaa

Israel griff diese Woche noch weitere Gebiete in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa an. Dabei wurden mindestens zehn Menschen getötet und
mehr als 100 verletzt, wie das Gesundheitsministerium der Miliz
mitteilte.

Die Huthis haben seit Beginn des Gaza-Krieges
wiederholt Raketen auf Israel abgefeuert – nach eigener Darstellung als Zeichen der Solidarität mit den Palästinensern. Die meisten dieser Raketen wurden allerdings von Israel abgefangen oder brachen im Flug auseinander. Auch Handels- und Militärschiffe im Roten Meer haben die Extremisten mit Raketen und Drohnen angegriffen.

Als Reaktion begannen Israel und eine von
den USA geführte Koalition verschiedene Gebiete der Miliz im Jemen zu bombardieren, darunter Sanaa
und die strategisch wichtige Küstenstadt Hudaida. Im Mai legten diese Angriffe den Flughafen von Sanaa lahm. Kurz darauf kündigte die US-Regierung einen Deal mit den Huthis an, wonach sie ihre Angriffe beenden wolle, wenn die Miliz ihrerseits keine Schiffe mehr angreift. Die Miliz
teilte jedoch mit, die Vereinbarung gelte nicht für Angriffe auf Ziele,
die ihrer Ansicht nach mit Israel in Verbindung stehen.

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