Stil

Jeff Bezos in Aspen: Ski-Style und Körperbild – Stil | ABC-Z

Für sie: Turteltaube

Willkommen im neuen Jahr, das auch nicht besser werden wird als das alte, zumindest nicht in Sachen Stil der Superreichen. Völlig egal, welche Schnappschüsse der Bezos man nun für diese Kolumne wählte, also die aus Saint Barth oder die aus Aspen: Der Amazon-Milliardär und seine Frau Lauren gehen optisch irgendwie immer mehr in Richtung etwas zu gut gelaunte Comic-Bösewichte. Sie hat hier fürs Skifahren im amerikanischen Jetset-Dorf einen sehr engen Anzug von Chanel gewählt und ihn mit einem sehr kurzen, sehr taillierten Kapuzenpullover kombiniert, trotz Winterkälte mit halb geöffnetem Reißverschluss. Wärmend wirken hier höchstens die Haare, die auch immer mehr zu werden scheinen. Mit Geld kann man eben wirklich vieles kaufen! Ist aber natürlich alles Geschmackssache, und die Vereinigten Staaten von Amerika sind ja sowieso ein Land mit Stilregeln, die uns so fremd sind wie die von Indien. Nur eins muss einem von New York bis Kalkutta wirklich universell auf die Nerven gehen: das ewige, auf penetrante Art triumphierende Händchenhalten der beiden in absolut jeder Lebenssituation. Kann die Frau sich ohne Mann etwa nicht auf den gestählten Beinen halten? Ja, wir haben es verstanden: Ihr habt in wirklich allen Belangen die Schwerkraft überwunden, herzlichen Glückwunsch! Aber bitte mal runterkommen jetzt. Ein sehr schlauer Münchner hat mal gesagt, Händchenhalten könne man bis acht machen, und dann wieder ab 80. Was wir hier unterstreichen möchten, wobei – wie alt hier wer ist, das ist ja grade bei diesen beiden ewigen Turteltauben immer schwieriger zu erkennen.

(Foto: BG041/Bauer-Griffin/GC Images/Getty)

Für ihn: Pistenrowdy

Über den großen Manneswandel des Jeff Bezos wurde schon viel geschrieben: Vom verhuschten Buchhändler und Computerfuzzi zum virilen Muskelmann und Space Commander innerhalb weniger Milliarden – alles ist möglich! Gleichzeitig hat man, ähnlich wie bei Kollege Musk, das Gefühl, dass es ein irgendwie ungesund aufgeblasenes Körperbild ist, auf das er so hintrainiert. Warum eigentlich will einer der reichsten Männer der Welt aussehen wie ein muskulöser Bierkutscher oder Aushilfs-Türsteher? Es gibt doch stilvollere und schönere Körpertypen, die vielleicht auch ein bisschen Charisma oder Intelligenz verkörpern. Aber derlei ist wohl momentan nicht angesagt, es zählt physische Dominanz. Fehlt nur noch, dass sich Bezos öffentlich von seinen beruflichen Anfängen mit lahmen Büchern distanziert und Kinder aufruft, ins Gym zu gehen statt in die Bib. Hier in Aspen sieht man die maskulin angeschwollene Altherrenbrust ein bisschen allzu deutlich durch die enge Skiunterwäsche drücken. Den Anblick kennt man auch aus hiesigen Skiorten – wenn im Pistenrestaurant die Jacke fällt und man ungeniert in einem dampfenden Thermowäsche-Chic seine Bolognese verzehrt. Auf der Skihütte mag das sportlich tolerierbar sein, beim Stadtbummel ist die atmungsaktive Elasthanoptik eigentlich verzichtbar. Irgendwie ahnt man an diesem schwarzen Skioutfit auch schon, welche Figur Bezos auf der Piste abgibt – das sind so die Fahrer, die ein bisschen zu breitbeinig ein bisschen zu erratische Schwünge in den Hang carven und bei jeder Bodenwelle „Yeah!“ schreien. Lieber weiträumig umfahren.

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