Der Landkreis Freising steht finanziell überraschend gut da – Freising | ABC-Z

Die Lage der Kommunen und Landkreise bleibt angespannt, weil ihnen immer mehr Aufgaben aufgebürdet werden. Zusätzlich steigen die Ausgaben durch Tariferhöhungen und die Inflation. Dennoch sieht es für den Haushalt 2026 im Landkreis Freising „gut aus“, wie Landrat Helmut Petz (FW) in seiner Bilanz zum Jahresabschluss sagte. So gut, dass sogar die Kreisumlage moderat gesenkt werden kann – von 52,87 auf 52,4 Prozent. Freising sei der einzige Landkreis in Oberbayern, der das geschafft habe. In der vergangenen Woche billigte der Kreistag den Haushalt einstimmig.
Dass 2026 finanziell kein weiteres Krisenjahr wird, liegt neben dem Sparkurs des Landkreises auch an einer Sonderleistung des Freistaats für die Bezirke in Höhe von 480 Millionen Euro. Die Bezirksumlage steigt deshalb nur um 1,15 Prozentpunkte, nicht um 2,8, was die Landkreise erheblich entlastet.
Doch selbst im schwierigen Jahr 2025 „haben wir ziemlich schnell die Kurve gekriegt, damit nicht alles unter dem Spardiktat steht“, bilanzierte Petz. „Anfangs waren wir paralysiert vom Sparzwang, dann haben wir Vernunft einkehren lassen.“ Einfach alle freiwilligen Leistungen zu streichen, führe nicht in die richtige Richtung. Der Landkreis habe einige Dinge verwirklicht, die den Kreisräten wichtig seien, wie die Erweiterung der Buslinie 708. Sie verbindet nun die Gemeinden Markt Indersdorf, Weichs, Vierkirchen, Fahrenzhausen und Neufahrn von Montag bis Freitag im Stundentakt und wird vor allem von Schülerinnen und Schülern genutzt. Der Samstag wurde daher gestrichen, um Kosten zu sparen.
Ein „Modell für die Zukunft“ sieht Petz im Flexbus Moosburg, das Projekt wurde vor einem Jahr gestartet. Nach Anlaufschwierigkeiten habe sich die Zahl der Fahrgäste vervielfacht. Insbesondere im ländlichen Raum sei es sinnvoll, die Busfahrten am Bedarf zu orientieren.
In den kommenden Jahren stehen mehrere große Projekte an. Die Wohnungsbau GmbH haben die Kreisräte vor der Abwicklung gerettet. Zum 1. Oktober hat sie 172 Wohnungen im Schwesternheim übernommen. Geschäftsführer ist Mesut Mermer. Das Ziel ist laut Petz etwa 200 zusätzlichen Wohnungen für Beschäftigte im Landratsamt und im Klinikum zu bauen, das entlaste auch den Freisinger Wohnungsmarkt. Ein Grundstück stehe an der Obervellacher Straße zur Verfügung.
Eine Übergangs- und Notfallpflege soll eine Lücke schließen
Für pflegebedürftige Senioren will der Landkreis eine Lücke schließen und eine Übergangs- und Notfallpflege etablieren. So soll ein reibungsloser Übergang zwischen Krankenhaus, Pflegeeinrichtung und häuslicher Versorgung möglich sein. Voran kommen auch die Planungen für die Erweiterung des Klinikums. Der Bauabschnitt vier mit der zentralen Notaufnahme, Intensivstation, Psychosomatik und einen neuen Eingangsbereich mit Cafeteria ist in das Jahreskrankenhausbauprogramm des Freistaats für 2028 aufgenommen worden, wie Petz sagte – mit Förderzusagen für etwa 50 Millionen Euro.
Größtes Neubauprojekt aber ist das Berufsschulzentrum mit Kosten von etwa 157 Millionen Euro. Im Herbst fand der symbolische erste Spatenstich statt. Die Wippenhauser Straße soll künftig sicherer werden für Fußgänger und Radfahrer, Petz schwärmte von einem „Boulevard“.
Beim Thema Jahresbilanzen tut sich ebenfalls etwas. Seit 2010 die Umstellung auf doppische Buchführung erfolgt ist, fehlen die vorgeschriebenen Jahresabschlüsse. Petz sprach von einer Herkulesaufgabe. Der erste Jahresabschluss mit Eröffnungsbilanz liegt nun vor. „Wir wissen, dass wir 7,8 Millionen Euro auf der hohen Kante haben“, sagte Petz. Der Landrat hofft, dass in drei Jahren alle fehlenden Abschlüsse vorliegen.





















